Experten fordern Niederflurkabinen für Lkws

Ein verpflichtender Abbiegeassistent für Lkw könnte Leben retten. © dpa

Unfälle von Fußgängern und Radfahrern mit Lkws haben zumeist schlimme Folgen. Doch was ist zur Vermeidung von Unfällen sicherer?

Darüber herrscht Streit zwischen Experten und dem Herstellerverband ACEA: Während sich die Experten für Niederflur-Kabinen für Lkw zur Senkung der Unfälle aussprechen, widerspricht der Fahrzeugherstellerverband ACEA. Er schlägt stattdessen bessere Fahrerassistenzsysteme vor.


Diese seien um 50 Prozent wirksamer als das aktuell in der EU diskutierte neue Kabinendesign. Die Assistenten könnten die Zahl der Todesfälle um 1,53 Prozent senken, die Niederflur-Kabine nur um 0,95 Prozent, zitiert der Verband eine selbst in Auftrag gegebene Studie.

EU will Sicherheitsmaßnahmen zur Pflicht machen

Hintergrund des nun veröffentlichten Papiers sind Pläne der EU, bestimmte technische Sicherheitsmaßnahmen für Pkw und Lkw verpflichtend einzuführen. Dazu zählen neben widerstandsfähigeren Karosseriestrukturen, neuen Assistenzsystemen und Rückfahrwarnsystemen auch die neuartigen Kabinen.

Die Fahrer sitzen darin nicht mehr erhöht über dem Verkehr, sondern wie im Pkw nahe der Straßenoberfläche. Das soll ihre Übersicht verbessern, würde aber unter Umständen die Ladekapazität verringern und den Windwiderstand und somit den Kraftstoffverbrauch erhöhen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will sich für eine schnellere Einführung von Abbiegeassistenten einsetzen. Der CSU-Politiker möchte, dass sie bereits 2019 verpflichtend sind, die EU will eine solche Pflicht erst für neue Lkw ab 2022 erlassen. (AG/SP-X)

 

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