9. Mai 2016

Intelligenter Notruf BMW Motorrad bietet ab 2017 eCall-System an

Der Intelligente Notruf von BMW befindet sich am rechten Lenkergriff.
Der Intelligente Notruf von BMW befindet sich am rechten Lenkergriff. © BMW

Immer mehr Hersteller bieten für ihre Autos bereits das Notrufsystem eCall an. Für Motorräder wird es dieses System ab dem kommenden Jahr für Motorräder geben.




Das automatische Notrufsystem eCall wird ab Frühjahr 2018 in Europa Pflicht. Doch immer mehr Hersteller wie beispielsweise BMW, Volvo oder auch Opel bieten es den Kunden für ihre Autos bereits heute an. Mit eCall soll im Falle eines Unfalls schnellstmöglich Hilfe zum Ort des Geschehens gebracht werden.

Für Motorradfahrer wird BMW dieses System ab Anfang des kommenden Jahres als Sonderausstattung anbieten, wie das Unternehmen gerade mitteilte. Ein fahrzeugintegriertes Notrufsystem kann den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. In diesem Zusammenhang verweisen die Münchner auf einen paneuropäischen eCall-Versuch aus dem Jahr 2011. Bei ihm konnte belegt werden, dass durch ein solches Notrufsystem Rettungsdienste 40 bis 50 Prozent schneller am Unfallort waren als ohne ein solches System.


Notrufsystem erkennt Schwere des Unfalls

Wie BMW Motorrad mitteilte, wird der Notruf nur bei einem Notfall ausgelöst, nicht aber bei einem „Umfaller der Maschine im Stand, bei Alleinunfällen mit einer geringen Ausgangsgeschwindigkeit, einer Erschütterung durch Schlagloch- oder Hindernisüberfahrt oder Fahrten im Gelände“, so der Hersteller.

Das System erkennt über am Motorrad angebrachte Sensoren, um was für ein Geschehen es sich handelt. So erkennt ein Crash-Sensor beispielsweise die Kollision mit einem anderen Fahrzeug oder den Aufprall auf ein Hindernis; mittels eines Schräglagensensors wird die Lage des Motorrades ermittelt. Wird ein Unfall erkennt, sendet das System die Positionsdaten per GPS an die Notrufzentrale, die dann die Rettungskräfte zum Unfallort schicken kann.

Das System kann auch manuell vom Fahrer betätigt werden. Die Bedieneinheit des „Intelligenten Notrufs“ befindet sich an der rechten Lenkerhälfte. Die SOS-Taste ist dabei mit einer Abdeckung geschützt, ferner ist ein Mikrofon und Lautsprecher ins System integriert.

Unterschiedliche Unfallszenarien

So funktioniert eCall bei BMW Motorrad
So funktioniert eCall bei BMW Motorrad © BMW

BMW unterscheidet beim Notrufsystem in drei Szenarien. Bei Szenario 1 handelt es sich um die „automatische Auslösung bei schwerem Sturz oder Aufprall“. Hier wird der Notruf automatisch und ohne Verzögerung aktiviert und Hilfe zum Unfallort geschickt. Dabei wird der Betroffene mittels einer Audio-Verbindung vom BMW Call Center betreut.

Szenario 2 bezieht sich auf eine „automatische Auslösung bei leichtem Sturz oder Aufprall“. In diesem Fall wird der Notruf erst nach 25 Sekunden aktiviert. Sollte keine Hilfe erforderlich sein, kann der Fahrer den in der Instrumententafel angezeigten Notruf abbrechen. Tut er es nicht, werden wie bei Szenario 1 Rettungskräfte zur Unfallstelle geschickt.

Bei Szenario 3 betätigt der Fahrer die SOS-Taste manuell, um beispielsweise bei einem Unfall von anderen Verkehrsteilnehmern Hilfe zu rufen. In diesem Fall wird eine Sprachverbindung zum Call-Center aufgebaut. Auch bei diesem Szenario kann der Notruf abgebrochen werden. Wie BMW Motorrad mitteilte, erfolgt der Marktstart des Systems zunächst in Deutschland, dann auf weiteren europäischen Märkten. (AG/FM)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Sicherheit



Mehr zur Marke BMW

Wieder Nummer eins werdenBMW-Chef Krüger: Wir schalten jetzt auf Angriff

BMW hat im Vorjahr die Spitzenposition unter den Premiumherstellern an Mercedes abgegeben müssen. Doch das soll geändert werden, wie BMW-Chef Harald Krüger sagte.


40 Modelle bis 2018BMW: Mit Produktneuheiten gegen sinkende Margen

Mit neuen Modellen will BMW gegen sinkende Margen im Kerngeschäft ankämpfen. Dabei will der Autobauer seine Kernmodelle je nach Nachfrage auch mit reinem Elektroantrieb anbieten.


5er als HoffnungsträgerBMW startet Aufholjagd in Richtung Mercedes

Mit dem neuen 5er will BMW den Abstand zu Mercedes-Benz verringern. Zwar konnte die Gruppe einen Rekord-Februar notieren, doch lag das Wachstum in Stuttgart noch um einiges höher.



Mehr aus dem Ressort

Keyless Mercedes neu Aufmacher
ADAC beklagt rückständige TechnikAutobauer ignorieren Diebstahl-Risiko bei Keyless-Systemen

Vor einem Jahr hat der ADAC auf Sicherheitsrisiken bei Keyless-Schließsystemen hingewiesen. Doch geschehen sei seither nichts, beklagt der Automobilclub, der 100 Modelle getestet hat.


Rettungsgasse neu Aufmacher dpa
Keine Rettungsgasse gebildetAutofahrer erschweren Rettungsdiensten die Arbeit

Eine Rettungsgasse kann Leben retten. Doch häufig bilden Autofahrer keine Rettungsgasse und erschweren so den Einsatzkräften ein schnelles Durchkommen zum Unfallort. So vergehen wertvolle Minuten für die Versorgung der Verletzten.


Notbremsassistent Lkw neu Aufmacher ADAC
Test des ADACNotbremsassistenten für Lkw stoppen zuverlässig

Der ADAC hat drei Notbremsassistenten in Lkws von Mercedes, MAN und Volvo getestet. Das Ergebnis: Sie stoppen zuverlässig und helfen so, Unfälle zu vermeiden beziehungsweise deren Folgen abzumildern.