2. Februar 2016

Fahrbericht VW-Tochter mit Allradkompetenz Skoda Octavia RS 4x4: Da rutscht nichts

Der Skoda Octavia RS 4x4 macht auf Schnee eine gute Figur.
Der Skoda Octavia RS 4x4 macht auf Schnee eine gute Figur. © Skoda

Skoda setzt auf den Allradantrieb. Nun bieten die Tschechen auch die RS-Variante des Octavia mit den Kraft der vier Rädern an. Was er zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht.




Von Frank Mertens

Allrad, brauche ich nicht. Wirklich? Wer glaubt, dass man die Kraft der vier Räder nur in Regionen mit viel Schnee und abseits befestigter Straßen benötigt, irrt gewaltig.

Auch bei nasser oder verschmutzter Fahrbahn sorgt ein Allradsystem für eine deutlich bessere Traktion und damit mehr Sicherheit. Das erkennen auch immer mehr Kunden. Bei der VW-Tochter Skoda beispielsweise entfallen beim Bestseller Octavia in Deutschland mittlerweile zehn Prozent aller Verkäufe auf Modelle mit Allradantrieb, beim kompakten Geländewagen Yeti sind es sogar 30 Prozent. In Europa gehört der tschechische Autobauer bei den Kombis bereits zu den größten Anbietern von Allradfahrzeugen.


Allradkompetenz ausbauen

Diese Allradkompetenz will Skoda weiter ausbauen. So bringen die Tschechen Ende des Jahres ein neues, siebensitziges SUV auf den Markt. Doch bis dahin ist noch etwas Zeit. Jetzt kommt erst einmal der Octavia RS mit 4x4-Antrieb auf den Markt – und bietet damit zugleich die sportlichste Art, einen Skoda zu fahren. Günstig ist der Allrad-Octavia nicht: Für die Stufenhecklimousine mit 184 PS starkem Diesel werden mindestens 34.890 Euro aufgerufen, für den Kombi kommen noch einmal 660 Euro Aufpreis hinzu.

Der auch aus dem Golf GTD bekannte Vierzlinder-Diesel ist dabei serienmäßig mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe unterwegs und bringt es auf ein sattes Drehmoment von 380 Nm. Soviel Leistung auf die Straße zu bringen, ist nicht ganz einfach.

Vor allem dann nicht, wenn es im Regelfall über die Vorderräder geschieht. Denn das Allradsystem im Skoda Octavia mit seiner elektromechanischen Haldex-5-Kupplung greift erst dann ein, wenn es Traktionsprobleme erkennt. In einem solchen Fall schaltet es blitzschnell auch die Hinterräder zu. Das geschieht für den Fahrer unmerklich. Wie souverän das funktioniert, haben wir in diesen Tagen auf einem Schneeparcours in Österreich erfahren.

Bessere Beschleunigung

Das Cockpit im Octavia RS
Das Cockpit im Octavia RS © Skoda

Dort, wo bei einem Auto mit Frontantrieb die Vorderräder durchdrehen würden und die Traktionskontrolle die Kraft runterregelt, nimmt der Octavia RS 4x4 schnell Fahrt auf. Das macht nicht nur Spaß – sondern schafft auch ein erhöhtes Sicherheitsgefühl. Denn im Straßenverkehr bringt dies dem Fahrer ein Mehr an Traktion, ergo Sicherheit.

Dass das Allradsystem aber auch unter Normalbedingungen Vorteile bietet, liegt auf der Hand und wird auch durch die Beschleunigungsdaten belegt. Den Sprint auf Tempo 100 legt der Allrad-Octavia als Kombi in 7,7 Sekunden zurück. Das ist fast eine halbe Sekunde schneller als beim Modell mit Frontantrieb. Die Spitzengeschwindigkeit liegt übrigens bei 224 km/h an.

Dafür muss man zwar ein Mehrgewicht von rund 100 Kilogramm mit sich herumschleppen, einen erhöhten Verbrauch von rund 0,3 Litern (Durchschnittsverbrauch fünf Liter) und einen Mehrpreis von 1800 Euro einkalkulieren, doch das geht einher mit einem deutlichem Plus an Fahrsicherheit einher.

Gemächlicher im Scout

Das Heck des Octavia RS 4x4
Das Heck des Octavia RS 4x4 © Skoda

Wer einmal in einem Octavia RS 4x4 unterwegs war, möchte gar nicht mehr auf einen Octavia mit reinem Frontantrieb umsteigen. Doch es soll auch Kunden geben, die so viel Sportlichkeit wie im RS gar nicht wollen. Kein Problem. Neben dem normalen Octavia bietet Skoda auch den Scout an, die höhergelegte Offroad-Variante des Kompaktklassemodells.

Der ist indes eher etwas für die beschaulichere Tour, während der RS mit seinem Sportfahrwerk, seiner elektronischen Differentialsperre und seiner direkt ansprechenden Lenkung das Auto für die Kunden ist, die einen Hang zur Sportlichkeit haben. Das Schöne am RS-Kombi ist vor allem sein Hang zum Understatement. Ihm sieht man seine Sportlichkeit von außen nicht an – was den besonderen Reiz dieses Modells ausmacht. Im Innenraum sieht das aber schon anders aus.

Hier gibt es wohl konturierte Sportsitze, ein Lederlenkrad und ein Platzangebot, das keine Wünsche offen lässt. Der Kofferraum bietet Platz für 610 Liter Gepäck im Kombi (590 Limousine). Wer also ein Verlangen nach Sportlichkeit hat, aber dennoch weiter auf die die Qualitäten des Kompaktklassemodells nicht verzichten will, für den ist der RS 4x4 die schönste Art, Octavia zu fahren – und die sicherste.






Mehr zur Marke Skoda

Preisvorteil bis zu 4450 EuroSkoda bietet Yeti als Sondermodell Drive

Skoda bietet sein Kompakt-SUV Yeti nun als Sondermodell Drive an. Für den Kunden bedeutet dies einen Preisvorteil von bis zu 4450 Euro gegenüber einem Vergleichbar ausgestattetem Serienmodell.


50 Jahre TrekkaSkoda feiert SUV-Jubiläum

Skoda feiert den Ur-Ahn seiner SUV-Modelle. Vor 50 Jahren begann die Produktion des Trekka – nach kurioser Überfahrt allerdings am anderen Ende der Welt.


Probleme mit AchsenSkoda Roomster als Gebrauchter ein Sorgenkind

Gebaut wird der Skoda Roomster nicht mehr. Doch als Gebrauchter ist er noch zu haben. Doch sollte man sich dieses Fahrzeug auch zulegen? Laut dem TÜV weist er eine Vielzahl von Mängeln auf.



Mehr aus dem Ressort

VW Tiguan neu Aufmacher AG/Mertens
Unterwegs mit 2.0 TDI mit 150 PSVW Tiguan: Souverän durch jede Jahreszeit

Das SUV-Segment wächst und wächst, ist aber auch hart umkämpft. Wer sich hier durchsetzen will, der muss den Kunden schon einiges bieten. Der neue VW Tiguan fährt hier seiner Konurrenz weit voraus, wie unser Fahrbericht zeigt.


Der neue 5er BMW kommt Anfang Januar 2017
Siebte Generation der Business-LimousineBMW 5er: Verdammt nah am 7er

BMW bringt Anfang kommenden Jahres die neue Generation des 5ers. Die Business-Limousine ist dabei nicht nur spritziger, sparsamer oder vernetzter wie nie, sondern kommt auch dem Flaggschiff der Münchner sehr nahe.


Dacia hat den Sandero weiter modernisiert
Aufgefrischter Kleinwagen Dacia Sandero SCe 75: Günstig besser gestaltet

Dacia verschafft dem Sandero einen neuen Einstieg. Mit lediglich drei Zylindern unterstreicht der auch optisch aufgefrischte Kleinwagen den Erfolgszug der Marke.