14. November 2014

Studie von Autoexperte Dudenhöffer Billiges Benzin bremst alternative Antriebe aus

Billiges Benzin bremst alternative Antriebe aus.
Billiges Benzin bremst alternative Antriebe aus. © dpa

Die Kraftstoffkosten sind so niedrig wie lange nicht mehr. Der Verbraucher kann sich freuen, die Hersteller von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben nicht.




Des einen Freud ist des anderen Leid. In diesem Fall sind die Hersteller von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben die Leidtragenden. Während sich die Verbraucher derzeit bei der Fahrt an die Tankstelle über niedrige Kraftstoffkosten freuen können, ist dies für die Marktdurchdringung von Fahrzeugen wie beispielsweise Elektroautos kontraproduktiv. «Für die Entwicklung der alternativen Kraftstoffe und Antriebe bedeuten die niedrigen Preise nahezu das Aus», so Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen in einer am Freitag verbreiteten Kurzstudie.


Alternative Antriebe bleiben Randerscheinung

Bislang erreichen Hybridautos, Elektrofahrzeuge, Erdgas- und Flüssiggasautos bei den Neuzulassungen einen Anteil von 1,6 Prozent. Andersherum gesagt: 98,4 Prozent aller neu zugelassenen Autos fahren mit Benzin oder Diesel. Dudenhöffer zufolge könnte der Anteil der alternativen Antriebe bei den Neuzulassungen bis 2025 unter optimistischen Annahmen zehn Prozent erreichen. Bis 2030 könnten laut dem Wissenschaftler rund zwei Millionen Autos von dann gut 45 Millionen Pkw mit alternativen Antrieben unterwegs sein - weniger als fünf Prozent des Gesamtbestandes. An diesem ernüchternden Ergebnis würde auch eine 50prozentige Sonderabschreibung für E-Autos nicht ändern, auch sie würden keinen großen Run auslösen, so Dudenhöffer.

«Die alternativen Antriebe und Kraftstoffe sind die Verlierer im Automobilmarkt. Es wurde viel darüber diskutiert, mit alternativen Antrieben die CO2-Belastungen des Verkehrs zu reduzieren. Billiges Benzin, kaum wahrnehmbare Förderung und weiche Verbrauchsvorgaben machen die Alternativen „unbedeutend“, stellt Dudenhöffer fest. (AG/FM)



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