21. Mai 2014

Fahrbericht Grüne Mobilität Skoda Octavia G-TEC: Erdgas schont den Geldbeutel

Der Skoda Octavia G-TEC bietet eine Reichweite von 1330 km. Fotos ▶
Der Skoda Octavia G-TEC bietet eine Reichweite von 1330 km. © Skoda

Skoda bringt nach dem Citigo mit dem Octavia das zweite Erdgasfahrzeug auf den Markt. Was der Bestseller kann, zeigt unser Fahrbericht mit dem G-TEC genannten Modell.




Von Frank Mertens

Das Ziel von Skoda sei klar umrissen, sagt Unternehmenssprecher Peik von Bestenbostel. Die VW-Tochter möchte seinen Kunden grüne Mobilität anbieten, die bezahlbar ist. Bereits heute habe man 112 Modelle im Angebot, die weniger CO2 als 120 g/km emittieren, bei 22 Modellen liegt der Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases sogar bei unter 100 g/km.

Mit Blick auf die nachhaltige Mobilität in seinem Portfolio setzte Skoda bislang auf GreenLine- beziehungsweise Green-TEC-Modelle, seit Ende 2012 ist noch die G-TEC-Technologie hinzugekommen. So nennen die Tschechen ihre mit Erdgas angetriebenen Fahrzeuge. Nach dem Kleinstwagen Citigo schickt Skoda mit seinem Bestseller Octavia nun sein zweites Erdgasfahrzeug an den Start.

Es ist ein mutiger Schritt, weil die Nachfrage nach Erdgasfahrzeugen bislang in absoluten Zahlen eher verhalten war. Im Vorjahr wurden gerade einmal 7800 Erdgasfahrzeuge neu zu gelassen, aber die Nachfrage steigt deutlich. Entsprechend ist es für Skoda nur konsequent nach dem Citigo nun auch seinen Besteller Octavia als CNG-Variante anzubieten.


Über 900 Erdgastankstellen

Damit der Octavia G-TEC bei den Kunden auch ankommt, hat der Autobauer aus Mlada Boleslav ein überzeugendes Paket geschnürt: So stellt der 1.4 TSI-Motor eine Leistung von völlig ausreichenden 110 PS zur Verfügung. Doch noch besser ist die Reichweite des Octavia G-TEC: Sie liegt bei 1330 Kilometern, davon lassen sich 410 Kilometer im reinen Erdgasbetrieb zurücklegen. Dank seines bivalenten Antriebes braucht auch kein Kunde Angst haben, mit seinem Erdgasfahrzeug liegen zu bleiben. Neben einem 50 Liter fassendem Benzintank steht noch ein 15 Kilogramm fassender Erdgastank zur Verfügung. Eine Befürchtung, die ohnehin niemand haben muss, denn deutschlandweit gibt es mittlerweile mehr als 900 Tankstellen. Und hier gilt dank einer aktuellen EU-Richtline, die einen Ausbau des Tankstellennetzes vorsieht: Tendenz steigend.

Mit dem Octavia G-TEC an der Erdgastankstelle
Mit dem Octavia G-TEC an der Erdgastankstelle © Skoda

Doch warum entscheiden sich derzeit nicht mehr Kunden für ein Erdgasfahrzeug? Die Angst liegen zu blieben kann es nicht sein. Also ist es der Anschaffungspreis, der bei einem Erdgasfahrzeug höher liegt als bei einem vergleichbaren Verbrenner? Offiziell steht der Preis des Octavia G-TEC noch nicht fest, er wird erst auf der AMI Leipzig in der kommenden Woche kommuniziert. Doch er wird sich wohl im Bereich von 21.500 Euro bewegen und damit rund 3000 Euro teurer als ein vergleichbarer Octavia mit Verbrenner sein. Der Preis kann es nur auf den ersten Blick sein.Denn nach einer Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) der Universität Köln rechnet sich in der Kompakt- und Mittelklasse ein Erdgasfahrzeug bereits ab dem Kauf. Ein Blick auf den Verbrauch zeigt die Vorteile von Erdgasfahrzeugen: Der Octavia G-Tec kommt auf einen Verbrauch von 3,5 kg auf 100 Kilometern, was einem CO2-Ausstoß von 97 g/km entspricht.

Octavia kann mit Bio-Methan betankt werden

Legt man hier je nach Region einen Erdgaspreis von 1,10 Euro zu Grunde, lässt sich diese Strecke für unter vier Euro zurücklegen. So günstig kann man dann auch nicht in einem Diesel unterwegs sein. Der Skoda Octavia GreenLine mit seinem 1.6 TDI beispielsweise kommt auf einen Verbrauch von 3,2 Litern. Bei einem Literpreis von 1,39 Euro ständen hier rund 4,45 Euro für 100 Kilometer zu Buche. Also auch bei den Betriebskosten liegen die Vorteile klar beim Erdgas. Das Gleiche trifft auch auf die Nachhaltigkeit zu. Denn neben dem fossilen Erdgas kann der Octavia G-TEC auch mit Bio-Methan betankt werden, was seine CO2-Bilanz noch einmal verbessert.

Das Heck des Octavia G-TEC
Das Heck des Octavia G-TEC © Skoda

Gibt es denn keine Nachteile? Nicht wirklich, wenn man denn einmal davon absieht, dass das Kofferraumvolumen mit 480 Litern beim Kombi um 130 Litern geringer ausfällt als beim herkömmlichen Octavia als klassischem Verbrenner. Doch das dürfte angesichts der vielen Vorteile zu verschmerzen sein. Auch deshalb, weil der Fahrer eines Octavia G-TEC sich über eingeschränkte Fahragilität bei diesem Modell nicht zu beklagen hat. Ernsthaft wird niemand behaupten, er stelle einen Unterschied bei der Fahrt mit einem Erdgasfahrzeug fest. Sein maximales Drehmoment von 200 Nm (es liegt zwischen 1500 und 3000 Touren an) ist völlig ausreichend, um gut in Fahrt zu kommen. Den Sprint von 0 auf 100 absolviert der Octavia G-TEC in elf Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit ist bei völlig ausreichenden 193 km/h erreicht.

Und der Rest? Er ist so, wie man es auch vom normalen Octavia kennt: die Lenkung spricht direkt an, das manuelle Sechsganggetriebe ist präzise abgestimmt und die Innenraumausstattung ist auf dem gleichen Niveau. Also spricht alles dafür, sich einmal selbst von den Vorzügen eines Skoda Octavia G-TEC bei einer Testfahrt zu überzeugen. Die Vorurteile gegen CNG als Kraftstoff werden dabei schnell schwinden.






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