Notbremsassistenten von Audi und Subaru überzeugen

ADAC testet Systeme von sechs Herstellern

Der ADAC hat Notbremsassistenten getestet.
Der ADAC hat Notbremsassistenten getestet. © Screenshot/AG

Notbremsassistenten machen das Autofahren sicherer. Doch welche Systeme überzeugen? Der ADAC hat dazu die Fahrassistenzsysteme von sechs Herstellern getestet.

Notbremsassistenten können die Zahl von Unfällen und der dabei getöteten Verkehrsteilnehmer reduzieren. Doch welche Systeme halten auch, was sie versprechen? Der ADAC hat jetzt Notbremsassistenten mit Fußgänger- und Radfahrererkennungssystemen in Mittelklassefahrzeugen von Audi, Subaru, Kia, Mercedes, Volvo und BMW getestet. Dabei sagt die Zahl der verbauten Sensoren am Autos noch nichts über die Sicherheit bei einer automatischen Notbremsung aus. So würden ähnliche Sensoren bei Audi und BMW unterschiedliche Ergebnisse liefern, stellten die Prüfer des Automobilclubs fest.

Bei den Tests konnten die Systeme von Audi und Subaru Unfälle mit Fußgängern bei Tag und Geschwindigkeiten, die im innerstädtischen Bereich gefahren werden, verhindern. Bei den Tests hätte das System von Subaru auch bei Dunkelheit mit guten Ergebnissen überrascht, stellten die Tester fest. „Da sich ca. 60 Prozent der tödlichen Fußgängerunfälle bei Nacht ereignen, ist eine gute Leistung in diesem Einsatzbereich besonders wichtig. Sogar bei absoluter Dunkelheit konnte der Subaru einen Aufprall mit einem Erwachsenen-Dummy bis 45 km/h vermeiden“, so der ADAC.

Deutliches Plus an Sicherheit

In Deutschland sind etwa 30 Prozent der getöteten Verkehrsteilnehmer sind Fußgänger oder Radfahrer. Wie aus einer aktuellen Studie vom Sicherheitsinstitut der amerikanischen Versicherer (IIHS) hervorgeht, senkt der Notbremsassistent die Wahrscheinlichkeit, einen Auffahrunfall zu verursachen, um 41 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit eines Auffahrunfalls mit Verletzten nimmt sogar um 48 Prozent ab. Das zeigt, wie wichtig Notbremsassistenten für die Verkehrssicherheit sind.



Während das System von Subaru auch bei Dunkelheit glänzt, ist der Assistent von Audi in der Lage, auch das schwierige Szenario zu meistern, ein etwa durch ein parkendes Auto zum Teil verdecktes und auf die Straße rennendes Kind zu erkennen. Bei der Erkennung von Radfahrern haben alle Hersteller Probleme, auch wenn der der Audi A4 zumindest den Crash mit einem sehr langsam fahrenden Radfahrer (8 km/h) verhindern konnte. Bei Kia attestierten die Tester der dort verbauten Notbremsfunktion eine solide Funktionsfähigkeit am Tag. „Einen Zusammenstoß mit einem Erwachsenen vermeidet der Bremsassistent bei einer Geschwindigkeit bis 45 km/h. In der Nacht reagiert das System eingeschränkt.“

Volvo enttäuscht

Laut dem ADAC enttäuschte das System von Volvo, dem Hersteller, also, der für seine Sicherheit bekannt hat. So hätte das Volvo-System Probleme gehabt, einen Dummy mit bewegenden Beinen zu erkennen. Zwar würde eine Warnung erfolgen, aber eine Notbremsung erfolge nicht, so der ADAC. Mit einem statistischen Dummy hätte das System indes besser reagiert. Nachts schaltete sich das System ganz ab, auch auf einen querenden Radfahrer hätte der Assistent im Volvo V60 nicht reagiert.



Mercedes wurde vom ADAC attestiert, eine akzeptable Notbremslösung auf dem Markt zu haben, die Radfahrer zumindest erkennt. „Aus bis 30 km/h wird der Unfall mit einem Erwachsenen vermieden, aus bis 25 km/h mit einem verdeckten Kind.“ Auch bei BMW schaltet der Assistent nachts ab. Zudem wurde kritisiert, dass der Notbremsassistent der Münchner nur warne und leicht anbremse. Kritik gab es auch daran, dass sich das System mit einem Knopfdruck leicht deaktivieren lässt und die Abschaltung nicht deutlich anzeigt. Zugleich bleibt der Assistent auch nach einem Neustart ausgeschaltet.

Der ADAC fordert nach dem Test, dass die vorhandene Technik schnell in allen Fahrzeugklassen eingeführt wird, um so Fußgängerunfälle zu vermeiden oder die Schwere des Unfalls zu reduzieren. Der Automobilclub sieht es als erforderlich an, dass die Erkennung ungeschützter Verkehrsteilnehmer in jedem Notbremsassistenten integriert ist. Dafür sei oftmals nur eine Softwareanpassung nötig. Darüber hinaus sollten Fehlfunktionen sofort an den Fahrer gemeldet werden und sich die Systeme auch nicht einfach deaktivieren lassen und auch nachts aktiv bleiben. (AG/FM)