27. März 2014

Spritspar-Weltmeister Gerhard Plattner Zehn Tipps zum Kraftstoff sparen

Je nach Fahrweise kann man die Betankung hinausschieben
Je nach Fahrweise kann man die Betankung hinausschieben © Foto: dpa

Nicht nur spritsparende Fahrzeuge wirken sich auf den Verbrauch aus, sondern auch der jeweilige Autofahrer. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten.




Spritspar-Weltmeister Gerhard Plattner ist eine ideales Beispiel dafür, wie man mit einer umsichtigen Fahrweise den Verbrauch seines Autos deutlich senken kann. Das hat er viele Male unter Beweis gestellt, zuletzt Anfang dieses Jahres bei einer Rekordfahrt durch Europa im Skoda Citigo CNG. Nach einer Strecke von 2619 Kilometer, die der Österreicher in fünf Tagen zurücklegte, erreichte er das Ziel in Stockholm mit einem Durchschnittsverbrauch von 2,39 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometer.

Der 68 PS starke Skoda Citigo CNG hat eigentlich einen Normverbrauch von 2,9 Kilogramm. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 79 g/km. Neben den spritsparenden Angeboten der Hersteller kommt es laut Plattner auch immer auf den jeweiligen Autofahrer an, den Verbrauch zu senken. Für Plattner sind dabei zehn Regeln einzuhalten:


1. Vorausschauend fahren!

"Segeln" auf der Autobahn © dpa

Auf der Autobahn sollte man das Auto kontinuierlich bewegen. Dazu kann man auch sagen, dass man es «segeln» lassen sollte, anstatt es ständig besonders stark zu beschleunigen und dann wieder stark abzubremsen. Das geht nicht nur auf die Bremsen, sondern auch auf den Verbrauch.

Nur so kann man möglichst effizient unterwegs sein. Vorausschauendes Fahren hilft den Verbrauch signifikant zu senken - und das schont deutlich den Geldbeutel.

2. Immer im höchstmöglichen Gang fahren!

Bei längeren Stopps Motor aus
Bei längeren Stopps Motor aus © dpa

Auf der Autobahn möglichst lange im fünften oder wenn vorhanden im sechsten Gang bleiben. Denn je geringer die Drehzahl, desto geringer ist auch der Verbrauch.

Also nach dem Anfahren zügig in die höheren Gänge wechseln. Wer eine Schaltempfehlung in seinem Auto hat, sollte sie im Blick haben.

3. Motor aus an der Ampel!

Bei jedem Stopp, der mehr als 20 Sekunden dauert, bitte den Motor ausstellen. Das trifft nicht nur auf Stopps an Ampeln und Bahnübergängen zu, sondern auch in Staus oder auch bei stockendem Verkehr. Ein Start-Stopp-System entlastet hier den Fahrer deutlich.

4. Schnell aus dem ersten Gang!

Reifendruck überprüfen
Reifendruck überprüfen © Bridgestone

Den ersten Gang sollten Autofahrer wirklich nur zum Anfahren benutzen. Schalten Sie bereits nach Zirka zwei Sekunden oder spätestens nach sechs Metern in den zweiten Gang. Und dann konsequent weiter nach oben Auch hier gilt: Wer eine Schaltempfehlung in seinem Auto hat, sollte sie auf jeden Fall beachten.


5. Reifendruck regelmäßig prüfen!

Wer mit zu niedrigem Druck fährt, erhöht den Rollwiderstand der Reifen deutlich und damit letztlich auch den Verbrauch um bis zu zehn Prozent. Entsprechend sollten die Fahrer regelmäßig den Reifendruck an der Tankstelle überprüfen.

6. Den Motor nicht im Stand warmlaufen lassen!

Motor nicht warmlaufen lassen
Motor nicht warmlaufen lassen © ZDK

Selbst im kältesten Winter kann man mit modernen Autos gleich nach dem Einschalten der Zündung losfahren. Also tunlichst vermeiden, dass Auto vor dem Start warmlaufen zu lassen. Das schlägt sich deutlich auf den Verbrauch nieder. Das gleiche gilt natürlich, so vorhanden, für eine Standheizung, die für eine wohlige Temperatur beim Losfahren am Morgen sorgen soll. Doch das hat seinen Preis - nämlich einen erhöhten Verbrauch.

7. Fahrweise dem Gelände anpassen!

Eine Bergauffahrt mit möglichst viel Schwung angehen. Der Motor muss dann weniger leisten und arbeitet entsprechend sparsamer.

8. Keinen unnötigen Ballast mitführen!

Unnötigen Ballast entfernen
Unnötigen Ballast entfernen © Chevrolet

Aufgepasst: Es macht keinen Sinn, nicht benötigte Gegenstände im Kofferraum mit sich herumfahren zu lassen. So sorgen beispielsweise 100 Kilo Zusatzgewicht je nach Fahrzeugtyp dafür, dass der Verbrauch um rund 0,7 Liter auf 100 Kilometer steigen kann. Und wer will das schon. Also mit Bedacht packen.


9. Unnötigen Luftwiderstand vermeiden!

Ein Rad- oder ein Skiträger auf dem Autodach verschlechtern die Aerodynamik des Fahrzeugs nachhaltig, erhöhen damit also den Luftwiderstand. Eine Gepäckbox auf dem Dach erhöht beispielsweise den Verbrauch um bis zu 20 Prozent. Also: Nach dem Radausflug oder dem Skiurlaub runter damit.

10. Einsatz der Klimaanlage beschränken!

Den Einsatz der Klimaanlage dosieren
Den Einsatz der Klimaanlage dosieren © Daimler

Klar, niemand schwitzt im Sommer in seinem Auto gern. Doch eine mit Volllast laufende Klimaanlage sorgt für einen deutlich erhöhten Kraftstoffverbrauch. Entsprechend sollte man die Temperatur auch mit Bedacht wählen.

Bei modernen Autos klären die Fahrzeuginstrumente den Fahrer darüber auf, wie viel Sprit auf derartige Verbraucher entfallen. Man wird sich wundern, was damit gespart werden kann.



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