8. Juni 2009

Fahrbericht Opel Insignia 2.0 CDTI EcoFlex Sparen mit Spaßfaktor

Opel Insignia EcoFlex
Opel Insignia EcoFlex © Foto: Opel

Der Insignia hat sich zum Bestseller bei Opel entwickelt. Nun kommt die Sparversion mit einem 160 PS starken Common-Rail-Motor auf den Markt. Sie bringt alles mit, ein Verkaufsschlager zu werden.




Von Frank Mertens

Sparsamkeit und Fahrspaß müssen sich nicht ausschließen. Dafür bietet Opel mit dem Insignia 2.0 CDTI EcoFlex das beste Beispiel. Während die Konkurrenz bei ihren Spritsparmodellen die Leistung zumeist zwischen 100 und 120 PS begrenzt, gehen die weiterhin zwischen Hoffen und Bangen befindlichen Rüsselsheimer mit ihrem neuen Öko-Mobil einen anderen Weg: Sie bieten ihren Kunden einen modernen 160 PS starken Vierzylinder-Common-Rail-Diesel an. «Unser Ziel war es, Sparsamkeit und Dynamik miteinander zu verbinden», sagt Projektleiter Andreas Häfele.


Widerspruch gelöst

Die Aufhebung dieses Widerspruchs ist perfekt gelungen. Im Opel Insignia EcoFlex heißt weniger schlicht mehr. Denn im Vergleich zum gleichstark motorisierten Insignia 2.0 CDTI ohne EcoFlex-Label verbraucht die Sparversion mit 5,2 Litern nicht nur elf Prozent weniger, sondern bietet auch die besseren Fahrleistungen: So legt die EcoFlex-Variante den Spurt auf Tempo 100 in 9,5 statt 9,9 Sekunden zurück und bringt es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 221 statt 212 Stundenkilometer. Wohlgemerkt bei besseren Verbrauchswerten. Opel verspricht so eine Gesamtreichweite von 1350 Kilometer

Der Motor im EcoFlex hat 160 PS
Der Motor im EcoFlex hat 160 PS © Foto: Opel

Dafür hat sich das Team um Häfele der üblichen Spritspar-Maßnahmen bedient. Dazu zählt eine längere Getriebeübersetzung, eine erstmals bei Opel zum Einsatz kommende Schaltanzeige, Leichtlaufreifen und eine bessere Aerodynamik. Hier trug unter anderem eine Absenkung der Karosserie als auch eine zusätzliche Tankverkleidung an der Hinterachse zur Reduktion des Luftwiderstandswertes bei, der von von 0,28 auf 0,26 gesenkt werden konnte, mit Sportsgeist der Aerodynamiker.

Der Insignia im Windkanal
Der Insignia im Windkanal © Foto: Opel

Sie ließen auf der Suche nach weiteren Einsparungen beim Luftwiderstands-Wert sogar die Beschriftung auf den Michelin-Reifen der Dimension 225/55 R 17 vom Hersteller absenken. Mit Erfolg: Die Ersparnis belief sich auf zwei Punkte, wie Aero-Designer Michael Kaufmann berichtet.

Dass Opel beim Insignia EcoFlex nicht auf Motorleistung verzichtet hat, war eine gute Entscheidung. Denn dieses Auto macht viel Spaß. Es stellt sein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern zwischen 1750 und 2500 Touren zur Verfügung und kann dabei sogar ohne Reue sportlich rangenommen werden, ohne dass man das später an der Tankstelle bereuen muss.

Innenraum des Insignia
Innenraum des Insignia © Foto: Opel

Vielmehr sorgt der Blick auf den Bordcomputer für ein zufriedenes Gesicht. Mit etwas Umsicht lässt sich der Verbrauch des Herstellers von 5,2 Litern sogar locker unter die fünf Liter unterbieten. Und auch die Fahrer, die gelegentlich nicht an sich halten können, beispielsweise auf der Autobahn, werden die Sechs-Liter-Marke nur mit Mühe überschreiten. So muss es sein.

Dank seiner 160 PS braucht man im Insignia EcoFlex auch keine Bange haben, nur mit Mühe einen Lastwagen vor sich überholen zu können. Das kann man problemlos tun, auch ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen.

Kein Start-Stopp-System

Die Seitenansicht des Insignia
Die Seitenansicht des Insignia © Foto: Opel

Vor allem auf der Autobahn lernt man es zu schätzen, dass Opel in seinem Sparmodell eine Sechsgangschaltung anbietet und nicht - wie andere Hersteller bei ihren Spritspar-Versionen - nur eine Fünfgangschaltung. Abstríche bei den Ausstattungsvarianten muss in diesem Öko-Insignia übrigens niemand machen. Man kann das wählen, was man will und was das Autofahren angenehm macht.

Beispielsweise einen Sitz mit dem Prüfsiegel der Arbeitsgemeinschaft Gesunder Rücken, der eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten bietet, darunter eine Verlängerung der Oberschenkelauflage. In der Optionsliste steht neben dem Adaptiven Fahrlicht beispielsweise auch das Opel-Eye, das nicht nur Verkehrsschilder erkennt, sondern auch einen Spurhalteassistent aufweist. Wer nach einer Start-Stopp-Automatik sucht, die nochmals für einen Minderverbrauch von 0,2 bis 0,4 Liter sorgt, wird indes enttäuscht. Sie kommt erst mit dem nächsten Modellzyklus.

Dafür bietet Opel bald auch einen EcoFlex-Version für den Insignia mit 130 PS an, die vor allem die Flottenkunden anlocken soll. Wer sich derzeit für einen Insignia 2.0 CDTI interessiert, für den dürfte eigentlich kein Weg am EcoFlex-Modell vorbeiführen. Denn mit 27.500 Euro ist er gerade einmal 300 Euro teurer als das Basismodell.

Gut für Überraschungen

Die Bezeichnung EcoFlex am Heck
Die Bezeichnung EcoFlex am Heck © Foto: Opel

Angesichts dieses geringen Preisunterschieds gehen die Marketing-Fachleute von Opel davon aus, dass die EcoFlex-Variante einen Anteil von 25 Prozent an den Verkäufen des Insignia ausmachen wird. Angesichts des stimmigen Gesamtpakets eine eher konservative Annahme. Denn dieses Spritspar-Modell der Rüsselsheimer dürfte auch vor dem Hintergrund der neuen CO-basierten Kfz-Steuer für weitere Überraschungen bei den Verkaufszahlen sorgen. Mit einem CO2-Ausstoß von 136 Gramm pro Kilometer bietet man in dieser Klasse einen hervorragenden Wert.

Das Heck des Insignia
Das Heck des Insignia © Foto: Opel

Bereits seit der Markteinführung des Opel Insignia Ende des vergangenen Jahres gingen europaweit 120.000 Bestellungen für den Insignia ein. Ein Erfolg, der unsere kühnsten Erwartungen übertroffen hat, wie Opel-Sprecher Rene Kreis sagt. Dabei ist der Sports Tourer erst gerade auf den Markt gekommen, auf den rund 40 bis 45 Prozent der Verkäufe entfallen. Und nun kommt der Insignia EcoFlex. Ohne Frage die interessanteste Motorisierung in der Angebotspalette. Sparen und Fahrspaß müssen sich halt nicht ausschließen. Kaum auszudenken, wenn Opel schon früher solche Autos wie den Insignia EcoFlex angeboten hätte.






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