Google denkt über Produktionspartner nach

Für Roboterauto des IT-Giganten

Die Knutschkugel von Google fährt autonom
Die Knutschkugel von Google fährt autonom © Google

Autonom fahrende Fahrzeuge werden die Mobilität der Zukunft verändern. Davon ist Google-Mitgründer Sergey Brin überzeugt. Auf dem Weg dorthin gebe es aber noch viele technische und politische Risiken.

Google-Mitgründer Sergey Brin hat große Pläne für die selbstfahrenden Autos des Konzerns. Er hoffe, dass automatisierte Fahrzeuge die Beförderung rund um die Welt verändern können, sagte Brin in einem gemeinsamen Bühnen-Interview mit dem zweiten Mitgründer und Google-Chef Larry Page. Dann gäbe es weniger Bedarf an individuellem Autobesitz und an Parkplätzen, und die Straßen wären weniger verstopft. «Sie können Züge bilden und schnell fahren, vielleicht viel schneller als unsere Highway-Geschwindigkeiten hier», argumentierte Brin.

«Es ist ganz offensichtlich immer noch eine große Wette, sie hat viele technische und politische Risiken», räumte der Google-Mitgründer zugleich ein. Google arbeitet bereits seit mehreren Jahren an der Technik für selbstfahrende Fahrzeuge und stellte vor kurzem auch den Prototypen eines kompletten eigenen Autos vor. Es hat weder Lenkrad noch Pedale und ist für den Stadtverkehr mit zwei Passagieren ausgelegt. «Ich bin mir nicht sicher, dass traditionelles Autodesign ideal für selbstfahrende Wagen ist», betonte Brin. Er könne sich vorstellen, dass Google in Zukunft mit Produktionspartnern zusammenarbeiten werde. Vor dem Hintergrund dieser Aussage dürfte es eher unwahrscheinlich sein, dass Google mit seinem Roboter-Auto selbst unter die Autobauer geht. Entsprechend sinnvoll erscheint die Suche nach einem Partner aus der Autoindustrie.

Google bei Algorithmen weit fortgeschritten

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte kürzlich mit Blick auf das Engagement von Google beim autonomen Fahren gesagt: „Google wählt einen sehr aufwändigen Weg mit Blick auf die Sensortechnik, nicht sehr seriennah, ist aber mit vielen Prototypen in der Optimierung seiner Algorithmen weit fortgeschritten. Wir sind hier komplementär unterwegs: Wir haben Stärken, die Google nicht hat und Google hat Stärken, die uns abgehen.“ Das Thema autonomes Fahren ist eines der Zukunftsthemen in der Autoindustrie, so arbeiten unter anderem Audi, BMW, Mercedes, Lexus oder auch Volvo mit Nachdruck an autonom fahrenden Fahrzeugen – und man ist mit seinen technischen Fortschritten bereits sehr weit gekommen.

Im Vorjahr legte beispielsweise schon ein Mercedes S 500 Intelligent Drive eine Strecke von über 100 Kilometer autonom zurück und in der Vorwoche stellten die Stuttgarter auf einem abgesperrten Teilstück der A14 bei Magdeburg den autonom fahrenden Future Truck 2025 vor. Vor der eigenen Anstrengungen schaut die Branche mit Interesse auf das Engagement von Google. Der IT-Gigant hat den zugleich den Vorteil, dass autonomes Fahren in den USA bereits rechtlich möglich ist, während in Europa diese Fragen noch einer Klärung bedürfen. Im März wurde gerade erst das Wiener Abkommen für den Straßenverkehr modifiziert, dass indes noch in die nationale Gesetzgebung überführt werden muss. (AG/FM/dpa)