19. Januar 2017

ThinkGoodMobility-Studie Autonomes Fahren: Akzeptanz nur bei zusätzlichem Nutzen

Die ThinkGoodMobility-Studie hat die Ergebnisse bekannt gegeben
Die ThinkGoodMobility-Studie hat die Ergebnisse bekannt gegeben © Goodyear

Autonomes Fahren wird in Deutschland noch mit sehr viel Skepsis begegnet. Ist aber laut der aktuellen ThinkGoodMobility-Studie „Autonomous Vehicles – Negotiating a Place on the Road“ ein zusätzlicher Nutzen vorhanden, erhöht sich auch die Akzeptanz.




Die Akzeptanz für autonomes Fahren ist in Deutschland noch ausbaufähig. Laut der aktuellen ThinkGoodMobility-Studie „Autonomous Vehicles – Negotiating a Place on the Road“, die am Donnerstag in München vorgestellt wurde, liegt das möglicherweise an dem kulturellen und emotionellen Stellenwert des Autos. Der Reifenhersteller Goodyear hat die Studie gemeinsam mit der London School of Economics (LSE) erhoben.


48 Teilnehmer aus vier verschiedenen Ländern sowie 12.000 Teilnehmer einer Online-Studie aus elf Ländern nahmen Stellung, in wie weit das Fahrzeug sich mit anderen Fahrzeugen sowie der Infrastruktur vernetzt. Die Studie baut dabei auf den Ergebnissen der Vorjahresstudie auf, bei der das soziale Verhalten von Autofahrern auf der Straße untersucht wurde.


Autonome Fahrt zum Bäcker

In der aktuellen Studie wurde untersucht, wie offen der Mensch für autonome Fahrzeuge und damit verbundene Technologien ist und inwiefern diese sein Wohlbefinden auf der Straße positiv wie negativ beeinflussen, wie Goodyear mitteilte.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Skepsis schwindet, wenn die neuartige Technologie zusätzlichen Nutzen für den Fahrer bringt. Dabei kann der Nutzen so aussehen, dass das Auto zum Einkaufen geschickt wird. “Dann kann man sein Auto zum Bäcker schicken am Samstagmorgen. Zettel reinlegen, anrufen, Zettel liegt drin, Geld auch“, so eine der befragten Personen.

Drei Viertel wollen Lenkrad nicht missen

Neben dem Komfortaspekt wird auch die steigende Sicherheit als Nutzen angesehen. „Wenn ich von einer Fete nach Hause komme, ist mir jedes autonome Auto lieber, als dass ich selber fahren müsste“, so die Befragte weiter.

Dass sich die Architektur des Fahrzeugs dabei verändern könnte, missfällt dagegen den Befragten. Auch wenn sie sich nach Hause chauffieren lassen wollen, zeigt die Studie doch, dass 79 Prozent der Befragten die Kontrolle über das Fahrzeug behalten wollen, 75 Prozent stimmten dafür, dass sich ein Lenkrad im Auto befinden müsse.

66 Prozent befürworten fortschrittliche Sicherheitstechnik

72 Prozent der Befragten wollen mit anderen Fahrern kommunizieren, 57 Prozent der Befragten sprechen den autonom fahrenden Autos aufgrund des fehlenden Menschenverstandes ab, mit menschlichen Fahrern zu interagieren.

Im Hinblick auf die Sicherheit befürworten 66 Prozent eine fortschrittliche Sicherheitstechnik zum Schutz von Fußgängern, 58 Prozent stimmten für smarte Reifen, die mit dem Fahrzeug und der bestehenden Infrastruktur sowie anderen Verkehrsteilnehmern verbunden werden können. (AG/TF)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Autonomes Fahren



Mehr aus dem Ressort

Die Mercedes S-Klasse autonom unterwegs in Shanghai.
Intelligent World DriveMercedes S-Klasse tourt autonom durch die Welt

Mercedes tourt mit der S-Klasse autonom durch die Welt. Derzeit sind die Schwaben mit ihrem Flaggschiff in Shanghai unterwegs – und stellen sich der Herausforderung des urbanen Verkehrs.


Die Bahn setzt auf den autonomen Verkehr
Vernetzung von Straße und SchieneBahn setzt autonom fahrenden Elektro-Bus ein

Die Deutsche Bahn setzt im öffentlichen Nahverkehr im niederbayrischen Bad Birnbach einen autonom fahrenden Elektrobus ein. Eine zweite Projektstrecke ist im kommenden Jahr für den Hamburger Verkehr geplant.


General Motors lässt Chevrolet Bolt in New York fahren
Elektroauto-Flotte ab Anfang 2018 im EinsatzGM fährt autonom in Big Apple

General Motors will mit einer Flotte autonom fahrender Chevrolet Bolt den Manhattener Alltagsverkehr bestreiten. Die Ingenieure setzen dabei auf schlechtes Wetter und den aggressiven Fahrstil der Einheimischen.