Audi fordert liberalere Regeln für autonomes Fahren

Hackenberg befürchtet Standortnachteil

Audi fordert liberalere Regeln für autonomes Fahren
Ulrich Hackenberg muss seinen Posten räumen. © Audi

Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg fordert für das autonome Fahren liberalere Regeln in Deutschland. Würden sie nicht kommen, drohe ein Standortnachteil.

In der Autoindustrie wächst die Sorge, bei der Zukunftstechnologie "autonomes Fahren" in Deutschland ins Hintertreffen zu geraten. Ohne liberalere Regeln auf heimischen Straßen drohe ein Standortnachteil, sagte Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg dem Magazin "Wirtschaftswoche". "Da müssen unsere Ministerien handeln. Sonst fahren wir hierzulande hinterher."

Selbstfahrende Autos waren ein zentrales Thema der eben erst beendeten Technikmesse CES in Las Vegas. Audi ließ dort einen Wagen "autonom" rund 900 Kilometer aus dem Silicon Valley nach Las Vegas fahren. Auch Daimler präsentierte auf der CES seine Vision für ein selbstfahrendes Auto der Zukunft. Der silberne Mercedes-Prototyp fuhr auf die Bühne nach einer Tour durch die Wüste und die Hotel-Meile der Glücksspiel-Stadt.

USA und China reagieren schneller

Auch Zulieferer stellten Technologien für das autonome Fahren vor. So demonstrierte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia, der unter anderem mit Audi kooperiert, ein lernendes System, das Lebewesen und Objekte schnell und präzise erkennen und zum Beispiel sogar zwischen Automarken unterscheiden könne.

Hackenberg geht davon aus, dass andere Länder früher als Deutschland Regelungen zum autonomen Fahren verabschieden werden. "Einige Länder werden die nötigen Gesetze rascher beschließen, etwa die USA und China." Weil in Kalifornien, Nevada und Florida Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr erprobt werden könnten, habe Audi derzeit seine Entwickler für das autonome Fahren in den USA konzentriert. (dpa)

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