13. Juni 2016

Mit VW und Continental Niedersachsen plant Autobahn-Teststrecken für autonomes Fahren

Ein autonom fahrendes Auto weicht einem Dummy aus.
Ein autonom fahrendes Auto weicht einem Dummy aus. © dpa

Das Land Niedersachsen setzt sich für Teststrecken für autonom fahrende Autos auf den Autobahnen A2 und A7 ein. Die Teststrecke rund um Hannover soll bis 2018 mit der erforderlichen Technik ausgerüstet werden.




Nach der Autobahn A9 in Bayern soll es auch auf der A7 und der A2 Versuchsstrecken für selbstfahrende Autos geben. Niedersachsen will auf den Autobahnen 2 und 7 im Raum zwischen Hannover, Braunschweig und Salzgitter einen Testring für autonomes Fahren aufbauen. Die Strecken sollen bis 2018 schrittweise mit der erforderlichen Technik ausgerüstet werden, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung».

In Bayern gibt es bereits seit vergangenem Jahr auf der A9 eine Teststrecke, die mit Technik ausgestattet wird, die auch die Kommunikation zwischen der Strecke und selbstfahrenden Autos gestattet. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gab am Montag bekannt, dass der Ausbau dieser Teststrecke weiter voran getrieben wird. Zwischen München und Nürnberg werden in den nächsten Monaten auf der A9 Radarsensoren aufgebaut, die Verkehrsdichte, Tempo, Abstand und andere Bewegungsdaten der Fahrzeuge anonym messen.


A9 als intelligente und volldigitalisierte Straße

Den entsprechenden Vertrag unterzeichneten Dobrindt, Infineon-Chef Reinhard Ploss und Siemens-Manager Jochen Eickholt am Montag in München. Die Vernetzung der Daten von Straße und Autos über Mobilfunk soll viele Unfälle und Staus vermeiden, zum Beispiel durch eine Warnung vor einer Gefahr hinter der nächsten Kurve oder durch Freigabe der Standspur. Die Strecke wird bereits seit dem vergangenen September als digitales Testfeld für selbstfahrende Autos genutzt.

Das Besondere: Hier fahren - wie auf anderen Strecken - nicht nur computergesteuerte Fahrzeuge, die Technik an der Straße ermöglicht auch die Kommunikation zwischen den Autos und Sensoren. Dobrindt sagte: «Die A9 in Bayern wird die erste intelligente und volldigitalisierte Straße.» Für die Erprobungsphase liefert Infineon die Sensor-Chips, die Siemens in Messgeräte einbaut und entlang der Autobahn installiert. Rund zehn Anlagen sollen 2017 in Betrieb gehen.

DLR federführend

Auf der A9 sind seit vergangenem Jahr bereits mehrere autonom fahrende Testfahrzeuge unterwegs, die über schnellen LTE-Mobilfunk und Datenstationen in Funkmasten miteinander kommunizieren. Für die Strecke in Niedersachsen soll ein Testdreieck entstehen, das die A2 zwischen Braunschweig und Hannover, die A7 zwischen Hannover und dem Dreieck Salzgitter und die A39 zwischen Salzgitter und Braunschweig umfasst.

Federführend bei dem Projekt sei das Land und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das Testfeld soll nach Worten von Wirtschaftsminister Lies mit Volkswagen und Continental aufgebaut und betrieben werden. (dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Autonomes Fahren



Mehr aus dem Ressort

Mercedes E-Klasse
Zweite Zusammenarbeit mit einem AutoherstellerDaimler und Uber fahren gemeinsam autonom

Daimler und Uber werden bei der Bereitstellung und dem Betrieb von selbstfahrenden Fahrzeugen eng zusammenarbeiten. Beide Unternehmen sind bereits beim autonomen Fahren seit Jahren aktiv.


Bei manchen dauert der Moment der Übernahme zu lange
Reaktionszeit beim autonomen FahrenDer zeitlich richtige Übernahmemoment

Im Notfall muss der Fahrer beim autonomen Fahren das Steuer selbst übernehmen. Nach einer Studie kann dieser Übernahmemoment sehr lange dauern – eventuell sogar zu lange.


Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt
Gesetzentwurf vorgelegtAutomatisierte Systeme dürfen Fahraufgaben übernehmen

Auf dem Weg zum autonomen Fahren ist es ein wichtiger Schritt. Mit einem Gesetzentwurf hat die Bundesregierung eine Gleichstellung von Computern und menschlichen Autofahrern geschaffen.