26. Juni 2015

Verarbeitung in der Cloud Here entwickelt Echtzeitkarte für autonomes Fahren

Nokia Here arbeitet an Echtzeitkarten fürs autonome Fahren.
Nokia Here arbeitet an Echtzeitkarten fürs autonome Fahren. © Nokia Here

Here hat eine cloudbasierte Echtzeitkarte entwickelt. Damit will der Kartendienstanbieter die Autobauer bei der Weiterentwicklung von Technologie zum automatisierten Fahren unterstützen.




Der Kartendienstanbieter Here hat eine Schnittstellen-Spezifikation entwickelt, die definiert, wie sensorbasierte Daten verschiedener Fahrzeuge in einer Cloud verarbeitet werden können. Damit wolle Here die Autobauer bei der Weiterentwicklung von Technologien zum automatisierten Fahren wie dem vernetzten elektronischen Horizont unterstützen. Dieser elektronische Horizont kommt beispielsweise in den Lkws von Scania oder auch in den Modellen mit Plug-in-Hybrid von Daimler zum Einsatz.


Vernetzung boomt

Wie sehr das Thema der Vernetzung boomt, zeige eine Prognose des Marktforschungsunternehmens SBD, wonach bis zum 2020 jährlich rund 33 Millionen vernetzungsfähige Fahrzeuge verkauft werden. Pro Jahr würden diese Fahrzeuge 163 Millionen Terrabytes an Daten erzeugen, die über ihre fahrzeugeigenen Kameras und Sensoren erfasst werden. Werden diese Daten nun über eine Cloud geteilt, kann ein exaktes Bild der Umgebung konstruiert werden, das weitaus exakter ist als wenn es nur mit der Sensorik des eigenen Fahrzeugs erfasst würde.

„So können sich die Fahrzeuge vor etwaigen Gefahrenpotenzialen, etwa glatten Straßen oder Unfällen, gegenseitig warnen. Das steigert die Reaktionsfähigkeit von Fahrer und Fahrzeug erheblich und ermöglicht vorausschauendes Fahren“, so Here. Dafür sei es aber nötig, dass die Hersteller die gesammelten Daten standardisieren. Damit das möglich wird, stellt Here seine Schnittstellen-Spezifikation für sensorbasierte Daten durch eine Creative Commons Lizenz zur freien Verfügung.

Autonomes Fahren rückt näher

„Fahrzeuge generieren in jeder Sekunde eine Fülle an Daten über die aktuellen Straßen- und Verkehrsverhältnisse, die vor allem für nachfolgende Fahrzeuge äußerst hilfreich sein können“, sagt Dietmar Rabel, Director automatisiertes Fahren bei Here. „Über eine einheitliche Schnittstelle können wir die Daten schneller und besser zu wertvollen Informationen verarbeiten. Das verhindert Unfälle auf den Straßen und reduziert die Zeit, die wir in Staus vergeuden. Außerdem bringt eine solche Standardisierung die Industrie dem Ziel des autonomen Fahrens ein ganzes Stück näher.“ Durch die gesammelten Daten lassen sich die Karteninformationen abgleichen und optimieren, sodass zeitnah beispielsweise vor Straßenschäden gewarnt wird.

Wie wichtig exakte Karten für die Autobauer sind und welche Bedeutung sie haben, kann man daran ersehen, dass die drei deutschen Autobauer Daimler, Audi und BMW den Kartendiensthersteller Here übernehmen wollen. (AG/FM)



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