9. März 2015

Kein autonomes Fahren auf Teilstück der A9 Digitales Testfeld Autobahn vorerst nur in Bayern

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Das Interesse mehrerer Bundesländer ist da. Doch ein Digitales Testfeld Autobahn soll es vorerst nur in Bayern geben, wie das Bundesverkehrsministeriums mitteilte.




Digitale Fahrzeugsysteme sollen trotz des Interesses mehrerer Bundesländer vorerst nur auf einem speziell ausgerüsteten Autobahn-Abschnitt in Bayern erprobt werden. "Die Einrichtung eines weiteren Testfelds ist derzeit nicht beabsichtigt", heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag durch das Bundesverkehrsministeriums, die der Autogazette vorliegt. Für solche Teststrecken haben auch Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen schon Interesse signalisiert.


Autonomes Fahren nicht Gegenstand des Tests

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) plant auf der A9 in Bayern ein "Digitales Testfeld Autobahn". Dort sollen unter anderem Systeme zur digitalen Kommunikation zwischen Straße und Fahrzeug, aber auch von Fahrzeug zu Fahrzeug erprobt werden. Autonomes Fahren ist ausdrücklich nicht Gegenstand des Tests, nur teilautonome Fahrfunktionen sollen dort getestet werden. Kosten und technische Ausstattung der Strecke müssen noch geklärt werden, heißt es in der Regierungsantwort. Dazu liefen derzeit Abstimmungen unter anderem mit der Autoindustrie. Wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte, sei aber angeboten worden, "bei künftigen Projekten eine Einbindung des Landes Baden-Württemberg zu prüfen und so die bewährte enge Zusammenarbeit weiter auszubauen. Erprobungsfahrten von Fahrzeugen mit unterschiedlichen Automatisierungsgraden sind bereits heute möglich."

Linke-Verkehrsexperte Herbert Behrens kritisierte die Entscheidung für die Strecke in Bayern als "Affront gegen andere Bundesländer". Eine plausible Antwort für die Auswahl bleibe das Ministerium schuldig. "Dann bleibt wohl nur der Grund, dass diese Strecke in Bayern, dem Land des Verkehrsministers, liegt", sagte Behrens.

Das Ministerium erläutert in der Antwort, dass die A9 eine hochbelastete Verbindung von Metropolregionen sei, die auf vielen Abschnitten schon moderne Verkehrsbeeinflussungssysteme habe. Gleichzeitig sei Baden-Württemberg angeboten worden, bei künftigen Projekten eine Einbindung des Landes zu prüfen "und so die bewährte enge Zusammenarbeit weiter auszubauen". Neue Fahrzeugsysteme könnten Hersteller schon jetzt unter bestimmten Voraussetzungen in Erprobungsfahrten testen, etwa wenn die Technik abschaltbar sei.

Ende Januar hatte Bundesverkehrsminister Dobrindt in einem Interview mit der Frankfurt Allgemeinen Zeitung noch angekündigt, dass auf einem Teilstück der A9 auch autonome Fahrzeuge unterwegs sein werden. "Dort werden also Fahrzeuge mit Assistenzsystemen und später auch vollautomatisierte Fahrzeuge fahren können", so Dobrindt damals. Diese Ankündigung wurde von der Industrie begrüßt. „Ich freue mich über diese Entscheidung, denn sie ist ein wichtiges Signal der Politik an die Autoindustrie, diese Technologie auch im eigenen Land voranbringen zu wollen“, hatte Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg der Autogazette gesagt. (AG/dpa)



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