Honda Africa Twin kehrt zurück

Konkurrent für die BMW R 1200 GS

Honda legt die Africa Twin neu auf.
Honda legt die Africa Twin neu auf. © Honda

Honda hat die Africa Twin wieder auferweckt. Die Mitbewerberin von Marktführer BMW R 1200 GS verfügt mit der Doppelkupplung über ein Alleinstellungsmerkmal im Segment.

Zuletzt machte Ende 2014 auf der Mailänder Motorrad-Show EICMA ein Prototyp namens „True Adventure“ Fans aus aller Welt den Mund wässrig. Jetzt dürfen sie sich auf Ende 2015 freuen, wenn die völlig neu entwickelte Honda CRF1000L Africa Twin auf den Markt kommt. Mit einem Liter Hubraum wird sie ihre bahnbrechenden Vorgängerinnen XRV650 (1988) und XRV750 (ab Ende 1989) deutlich an Drehmoment und Leistung übertreffen. Details verrät Honda noch nicht. Jedoch kann man davon ausgehen, dass sich die Japaner preislich und in Sachen Leistung am Marktführer BMW R 1200 GS orientieren – also lautet der Maßstab wohl 92 kW/125 PS Leistung für 14.700 Euro.

Africa Twin bei Rallye Dakar erfolgreich

Die Africa Twin der Neuzeit soll wie ihre historischen Vorgängerinnen ein perfektes Motorrad für Adventure-Reisen sein: robust, schier durch nichts aufzuhalten und dennoch komfortabel und agil. Sie tritt in die Fußstapfen der ersten Africa Twin von 1988. Die XRV650 ging damals auf Rennerfolge bei der berühmten Rallye Paris-Dakar mit der Rennsportversion NXR750V zurück. 1986 bis 1989 hatten vier Mal in Folge Fahrer des Honda-Werksteams HRC das für Mensch und Maschine äußerst strapaziöse Rennen gewonnen.

Auf die XRV650 folgte Ende 1989 eine Aufstockung des Hubraums um 100 ccm zur XRV750. Mit ihrem flüssigkeitsgekühlten Sechsventil-V-Twin mit 742 ccm war sie einer der Vorreiter für die heute so beliebte Motorrad-Gattung der Reise-Enduros. Mit 45 kW/61 PS Leistung und 62,7 Nm Drehmoment, langen Federwegen, einem großen Benzintank, einem 21 Zoll großen Vorderrad für gute Auswahl an Geländereifen sowie einer Doppelscheiben-Bremsanlage vorne war sie bestens für den Offroad-Einsatz gerüstet. Nach zwei Überarbeitungen wurde die XRV750 Africa Twin im Wesentlichen unverändert bis 2003 produziert.

Doppelkupplung bei Honda schon verbreitet

Auch im Vorfeld der künftigen Honda CRF1000L Africa Twin hat sich die japanische Motorradmarke wieder im Offroad-Rennsport engagiert: Nach 24-jähriger Abwesenheit nahm das HRS-Team 2013 wieder an der Dakar-Rallye teil – mit der eigens dafür entwickelten Rennmotorrad CRF450 Rallye. Wenn die Straßenmaschine mit 1000 ccm auf den Markt kommt, wird sie die einzige Maschine ihrer Art weltweit mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe DCT sein.

Die neueste Evolutionsstufe der kupplungsfreien Halbautomatik soll auch dem modernen Adventure-Motorrad zum Durchbruch verhelfen. Dazu wurde das DCT speziell auf den Offroad-Einsatz abgestimmt. In den Honda-Modellen VRF1200X, VFR1200F, NC750X und NC750S liegt die Ausrüstungsquote mit DCT bereits bei über 50 Prozent. (SP-X)