Skoda Kamiq: City-SUV mit Eroberungspotenzial

Marktstart am 21. September

Der Skoda Kamiq kostet knapp unter 18.000 Euro. © Skoda

Skoda setzt auf die Kraft seiner SUVs. Nachdem der tschechische Autobauer bereits mit dem Karoq und Kodiaq zwei Geländewagen im Angebot haben, rollt nun der Kamiq zu den Händlern.

Er feiert ab dem 21. September seinen Marktstart. Für das kleinste der drei SUVs müssen die Kunden dann selbstbewusste 17.950 Euro zahlen. Dafür bekommt der Käufer den 1.0 TSI mit einem 95 PS starken Dreizylindermotor und manuellem Fünfganggetriebe


Mit dem Kamiq wollen die Tschechen ihren Absatz auf dem deutschen Markt deutlich nach oben bringen. Derzeit entfallen auf den Karoq und den Kodiaq rund ein Drittel der Verkäufe, wie Deutschland-Vertriebschef Stefan N. Quary sagt. „Mit dem Kamiq wird sich das weiter erhöhen. Quary geht davon aus, dass man mit dem neuen SUV-Modell der Anteil am Gesamtabsatz auf „um die 36 Prozent steigern kann“.

Segment der City-SUVs boomt

Die Chancen, dass das gelingt, stehen gut. Denn nicht nur das Segment der City-SUVs boomt, sondern vor allem das der City-SUVs. In diesem Bereich hatte die erfolgsverwöhnte VW-Tochter bislang nichts im Angebot. Doch das ändert sich in einem Monat. Auf die Kunden wartet dann ein durchaus überzeugendes Modell, wie die ersten Testfahrten im Elsäss zeigten. Der Kamiq, der die gleiche Basis wie der Scala nutzt, bietet den Kunden zunächst einmal einen geräumigen Innenraum.

Dank seiner Länge von 4,24 Metern baut der Kamiq nicht nur recht kompakt, bietet aufgrund eines Radstandes von 2,65 Meter (Skoda spricht von einem Bestwert im City-SUV-Segment) und einer Breite von 1,79 Meter insbesondere den Fondpassagieren komfortable Platzverhältnisse.

Kofferraumvolumen 400 Liter

Die gehen dabei indes nich zu Lasten des Fassungsvermögens des Kofferraum, dessen Volumen bei 400 Litern liegt. Legt man die Rückbank um, lassen sich 1395 Liter an Gepäck verstauen. Das sollte reichen, um als Kleinfamilie die Fahrt zum Wochenendurlaub anzutreten. Optional lässt sich die weit öffnende Heckklappe auch elektrisch schließen.

Der Rest des Innenraums ist so, wie man es von Skoda kennt: die Qualitätsanmutung lässt keine Wünsche offen. Die Materialien sehen wertig aus und fühlen sich auch so an. Das Cockpit unseres Testwagen wird bestimmt von dem 9.2 Zoll großen Touchscreen (Standard sind 6,5 Zoll) in der Mittelkonsole. Der Bildschirm ist nicht nur gestochen scharf, sondern lässt sich auch gut mit einem Finger bedienen. Das ist auch mit der neuen Sprachassistentin Laura möglich. Sie reagiert nach dem Befehl „Okay, Laura“ erstaunlich präzise auf die Sprachbefehlen des Nutzers.

Erstmals mit eSim ausgestattet

Der Skoda Kamiq ist mit einem Digitaldisplay bestellbar. Foto: Skoda

Das Skoda Connect-System ist im Kamiq auch mit einer e-Sim versehen und bietet damit einen unproblematisch einzurichtenden WLAN-Hotspot für die Mitreisenden. Darüber dürften sich insbesondere Kinder bei der Fahrt in den Urlaub freuen. Für das Laden des Handys steht nicht nur eine induktive Ladeschale unter der Mittelkonsole zur Verfügung, sondern auch vier USB-Anschlüsse mit dem USB-C-Standard, wie Skoda hervorhebt.

Dank Apple CarPlay und Android Auto lässt sich das Smartphone auch als Navi nutzen. Für den Fahrer steht optional ein volldigitales Display zur Verfügung. Mit ihm lässt sich auch die Navigationskarte im direkten Sichtfeld des Fahrers oder Fahrerin anzeigen.

Effizienter 1.0 TSI mit 115 PS

Der Kamiq wird von den Tschechen als 1.0 TSI mit 95 und 115 PS und als 1.5 TSI mit 150 PS angeboten, allerdings nur mit Frontantrieb. Ein Allrad ist nicht vorgesehen. Bis auf die Basisversion sind alle Motorisierung mit einem manuellen Sechsganggetriebe oder optional mit einem 7-Gang-DSG unterwegs. Bei den Selbstzündern liegt die Leistungsspektrum beim 1,6 TDI bei 115 PS. Zu einem späteren Zeitpunkt wird es den Kamiq auch mit CNG-Antrieb geben.

Von uns gefahren wurde der 1.0 TSI mit 115 PS (20.950). Ein Motor, der zwar kein Ausbund an Sportlichkeit ist, aber letztlich vollkommen ausreicht, um mit dem Kamiq komfortabel von A nach B zu kommen. Der Dreizylinder-Turbobenziner ist bei niedrigen Touren ausgesprochen laufruhig. Erst wenn man von ihm mehr Leistung abfordert, verrichtet er ziemlich vernehmlich, allerdings nicht störend, seine Arbeit. Ein Leergewicht von 1,4 Tonnen will auch bewegt sein.

Das maximale Drehmoment unseres Testwagen liegt bei 200 Newtonmetern an, die zwischen 2000 und 3500 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung stehen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt dieses City-SUV in 10 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 193 km/h an. Der Verbrauch wird mit 4,9 Litern angeben. Bei den Testfahrten lag er bei umsichtiger Fahrweise bei 5,7 Litern.

Komfortables Fahrwerk

Das ansehnliche Heck des Skoda Kamiq. Foto: Skoda

Mit seinem serienmäßigen Fahrwerk ist der Kamiq ausgesprochen komfortabel unterwegs, filtert schlechte Straßenverhältnisse ziemlich souverän. Wer es etwas sportlicher mag, auch kein Problem. Der City-SUV der Tschechen ist auch optional mit einem Sportfahrwerk (Aufpreis 430 Euro) zu bestellen.

In der Summe hinterlässt der Neu im Portfolio von Skoda einen überzeugenden Eindruck. Entsprechend zuversichtlich zeigt man sich bei dem Importeur auch, dass der Kamiq die Verkaufszahlen weiter nach oben treiben wird. Noch in diesem Jahr hofft man, 5000 bis 6000 Autos auf den Markt zu bringen. Die Chancen dafür dürften nicht schlecht stehen.

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