BMW Motorrad installiert Kurven-ABS

Weltpremiere für Zweiräder

Das BMW-Kurven-ABS gibt es derzeit nur für die HP4.
Das BMW-Kurven-ABS gibt es derzeit nur für die HP4. © BMW

Die Motorradsparte von BMW hat als erster Hersteller überhaupt ein ABS für Kurven entwickelt. Die neue Technik wird zunächst aber nur im Spitzenmodell eingesetzt.

Als erster Hersteller rüstet BMW ein Supersport-Motorrad mit einem ABS aus, das auch bei Bremsungen in Kurven Radblockaden verhindert und deshalb maximal verzögern kann. Das ABS Pro ergänzt das bereits 2009 in der S 1000RR vorgestellte Race ABS; es ist vorerst dem zwischenzeitlich präsentierten supersportlichen Spitzenmodell HP4 vorbehalten, bei dem es ab Herbst 2014 nachträglich zum Preis von 380 € installiert werden kann.

ABS von BMW hauptsächlich für öffentliche Straßen

ABS Pro wurde laut BMW bewusst für den Einsatz auf öffentlichen Straßen konzipiert, wo immer wieder unerwartet Gefahren lauern können. Es verhindert selbst bei schneller Bremsbetätigung das Blockieren der Räder und reduziert so insbesondere bei Schreckbremsungen abrupte Lenkkraftänderungen und damit das unerwünschte Aufstellen des Fahrzeugs.

Technisch betrachtet passt ABS Pro die ABS-Regelung dabei abhängig von der jeweiligen Fahrsituation dem Schräglagenwinkel des Motorrads an. Für die Ermittlung der Schräglage des Motorrads werden die Signale für Roll- und Gierrate sowie Querbeschleunigung des Sensorclusters, das bereits für die Dynamische Traktionskontrolle DTC und für das elektronische Fahrwerk DDC Dynamic Damping Control zum Einsatz kommt, herangezogen.

ABS Pro vom Fahrmodus abhängig

Mit zunehmender Schräglage wird der Bremsdruckgradient bei Bremsbeginn immer weiter limitiert. Hierdurch erfolgt der Druckaufbau langsamer. Zusätzlich erfolgt die Druckmodulation im Bereich der ABS-Regelung gleichmäßiger. Ein sensibles Ansprechen sowie hohe Brems- und Fahrstabilität bei bestmöglicher Verzögerung auch in Kurven sind die Vorteile von ABS Pro für den Fahrer.

Die Beeinflussung der ABS-Regelung durch ABS Pro ist dabei abhängig vom jeweiligen Fahrmodus konfiguriert. So steht ABS Pro nur in den Fahrmodi "Rain" und "Sport" zur Verfügung. Bei den Rennstrecken-Fahrmodi "Race" und "Slick" ist die Zusatzfunktion deaktiviert. (SP-X)

Vorheriger ArtikelSeat Leon ST 4Drive: Kombi für den Matsch
Nächster ArtikelMazda2 macht auf Mazda3
Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.