Cupra-Chef: Sind die Eroberungsmaschine des Konzerns

Die Topversion des Cupra Formentor hat 310 PS und Allrad. © Cupra

Cupra entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte. Innerhalb der Ateca-Baureihe entfallen in Deutschland auf die Sportmarke bereits ein Drittel aller Verkäufe. Nun wird das Angebot mit dem Formentor erweitert.

Zwar schicken die Spanier auch noch den Leon und dessen Kombiableger ST auf den Markt, doch der Formentor ist das Modell, von dem sich die Verantwortlichen am meisten erwarten. Wir gehen davon aus, dass auf den Formentor 50 Prozent des Cupra-Absatzes entfallen“, sagte Cupra-Chef Wayne Griffiths am Mittwoch bei der Vorstellung der neuen Modelle in München.


Griffiths, der in Doppelfunktion auch Chef von Seat ist, zeigt sich mit Blick auf das Absatzpotenzial des Crossover-SUVs zuversichtlich. „Dieses Segment wird sich innerhalb der kommenden fünf Jahre vedoppeln“, ist Griffiths überzeugt. Daran wird auch Cupra partizipieren. Der Formentor, dessen 310 PS starke Topversion in November zu einem Preis von 43.953 Euro auf den Markt kommt, ist das erste Modell, das die Marke von Grund auf selbst entwickelt hat, wie Entwicklungsvorstand Werner Tietz sagt: „Der Formentor ist das Fahrzeug mit 100 Prozent Cupra-DNA“, so Griffiths.

Sieben Motorisierungen im Angebot

Der Formentor wird mit sieben Motorisierungen angeboten, darunter auch zwei Plugin-in-Hybrid-Varianten. „Wir gehen davon aus, dass die Plug-in-Hybride auf einen Anteil von 50 Prozent kommen“, betont Griffiths. Entsprechend zeigt er sich mit Blick auf den ab 2021 zu erfüllenden CO2-Grenzwert von 95 g/km auch zuversichtlich, diesen zu erreichen.

Griffiths verweist darauf, dass man Ende des kommenden Jahres zudem noch den el-Born, das erste reine E-Auto der Marke, auf den Markt bringen wird. Mit diesem Portfolio sieht Griffiths die Marke mit Blick auf die Einhaltung der CO2-Grenzwerte „super aufgestellt“. Mit seinen Modellen zeige man, dass „Cupra und Elektrifizierung bestens zusammenpassen“.

Nachfrage nach Mii nicht richtig eingeschätzt

Doch ist es angesichts des derzeitigen Markthochlaufes der E-Mobilität nicht reichlich spät, erst Ende kommenden Jahres mit dem el-Born auf den Markt zu kommen? Mit Blick auf die CO2-Grenzwerte schon, „doch wir sehen uns mit dem el-Born gut aufgestellt“, so Tietz. Dass Seat in Deutschland derzeit den Elektro-Kleinstwagen Mii Electric nicht liefern kann, sei ohne Frage nicht schön, räumt auch Tietz ein und verweist auf die Batteriekapazitäten. Zugleich räumt er ein, dass man die Nachfrage nicht richtig eingeschätzt habe. „Hier müssen wir mehr Sensitivität an den Tag legen und schneller auf eine solche Nachfrage reagieren.“

Mit Blick auf den deutschen Markt verspricht Seat-Produktstratege Johannes Fleck indes Besserung. Nachdem der Mii bereits kurz nach Marktstart ausverkauft war, sollen in den kommenden Wochen die Bestellbücher wieder geöffnet werden. Derzeit verhandelt man mit der Konzernzentrale darüber, wie viele Autos der deutsche Markt noch zur Verfügung gestellt bekommt.

Neue Cupra-Modelle im Fokus

Doch momentan steht die Produktneuheit Formentor und Leon im Fokus, wie Deutschland-Chef Bernhard Bauer sagt. Er geht davon aus, dass auf die Cupra-Modelle am Ende dieses Corona-Jahres „rund zehn bis 15 Prozent des Gesamtabsatzes von Seat in Deutschland entfallen“. Für Bauer spielt die Schwester-Marke in seinen Planungen eine hohe strategische Bedeutung. „Mit ihr gewinnen wir neue Kunden“, sagt Bauer. So kommen „70 bis 80 Prozent der Cupra-Kunden“ von Fremdmarken, wie Griffiths betont: „Wir sind die Eroberungsmaschine im Konzern.“

Bis Ende 2021 geht Bauer davon aus, dass man bei den Cupra-Modellen auf rund 20 Varianten kommen werde. Ein Umstand, der den Deutschlandchef unter wirtschaftlichen Aspekten freut. Schließlich sind die Margen höher als bei einem Seat. „Für unseren weiteren wirtschaftlichen Erfolg ist Cupra enorm wichtig“, so Bauer. Dass wegen der Corona-Krise der Absatz von Seat in den ersten neuen Monaten des Jahres mit 84.893 Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22,2 Prozent zurückgegangen ist, sei zwar nicht erfreulich, aber zu verschmerzen, so Bauer. Im September konnte Seat mit 11.717 Neuzulassungen über 71 Prozent mehr Neuzulassungen verbuchen als im Vorjahresmonat. „2020 wird wirtschaftlich für uns ein besseres Jahr als 2019“, freut sich Bauer. Es läuft bei Seat, auch wegen der Marke Cupra.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein
Bitte geben Sie Ihren Namen ein