Tesla-Chef Musk streitet mit britischem Höhlentaucher

Elon Musk. Foto: dpa
Sein Raumfahrtprojekt SpaceX bereitet Elon Musk derzeit mehr Freude als Tesla. © dpa

Das thailändische Fußball-Team wurde in der Vorwoche aus einer Höhle gerettet. Nun streitet sich Tesla-Chef Elon Musk mit einem der Retter, einem britischen Taucher.

Den zwölf jungen Fußballern aus der thailändischen Höhle und ihrem Trainer geht es immer besser. Wahrscheinlich dürfen sie noch diese Woche aus dem Krankenhaus nach Hause – so weit das Wichtigste. Nach der glücklichen Rettung hat jetzt jedoch ein böser – und ziemlich überflüssiger – Streit eingesetzt, ob bei der Hilfsaktion nicht besser auch noch ein kleines U-Boot hätte eingesetzt werden sollen. Im Mittelpunkt: der Milliardär Elon Musk, bekannt durch seine Elektroautos der Marke Tesla.


Der 47-Jährige – geschätztes Vermögen: 17 Milliarden Euro – beschimpfte den Taucher Vern Unsworth, der bei der Rettung der Kinder dabei war, über Twitter als «Pädophilen». Zuvor hatte sich der Brite über die Idee des US-Amerikaners lustig gemacht, die jungen Fußballer mit einem selbst entwickelten Mini-U-Boot aus der Höhle zu holen. Und dann noch hinzugefügt: «Er kann sich sein U-Boot dahin schieben, wo es weh tut.» Keineswegs die feine englische Art.

Musk reiste mit nach Thailand

In dem Drama, das nach 17 Tagen so gut zu Ende ging, war das alles bislang nur eine Episode am Rande. Der PR-Profi Musk hatte das Bötchen, das von einer seiner vielen Firmen entwickelt wurde, auf eigene Kosten nach Thailand bringen lassen und kam auch selber mit. Dann taufte er es auch noch auf den Namen «Wildschwein» – so heißt der Verein, aus dem die Fußballer kommen. Das Team aus thailändischen und internationalen Rettungsprofis bedankte sich, verzichtete aber.

Der Mann aus Silicon Valley flog dann wieder nach Hause. Nicht ohne seinen mehr als 22 Millionen Followern auf Twitter noch mitzuteilen: «Thailand ist so schön.» Das war es dann aber auch mit Freundlichkeiten. Schnell wurde die Stimmung mies. Noch während die Rettung lief, warfen viele dem Milliardär vor, nur an Eigenwerbung interessiert zu sein. Der Brite Unsworth fasste die Sache im Fernsehsender CNN dann so zusammen: «Es bestand absolut keine Chance, dass es funktioniert.» Alles sei «nur ein PR-Gag» gewesen.

Dem Tauchprofi zufolge war die steife Außenhülle des Boots mit etwa 1,70 Metern zu lang, um Kurven und Hindernisse zu umfahren. «Es wäre nicht einmal 50 Meter weit in die Höhle reingekommen.» Wer die Gegend kennt, glaubt das sofort. Aber ganz unabhängig davon: Auf jeden Fall konnten die Kinder und der Trainer gerettet werden, ohne dass es Musks Hilfe bedurfte. Und irgendwie fühlte sich der Tech-Milliardär mit seinen hochfliegenden Plänen – darunter die Besiedlung des Mars – wohl schlecht behandelt.

Schimpftirade gegen Taucher

Das gipfelte in einer üblen Schimpftirade gegen Unsworth. Diesen «britischen Typen», der als Ausländer in Thailand lebe, habe er in der Höhle überhaupt nie gesehen, schrieb Musk. Und überhaupt: Unsworth sei ein «pedo guy», ein «pädophiler Kerl». Darauf würde er auch wetten. Als daraufhin in den sozialen Netzwerken die Wellen hoch schlugen, wurden die Tweets – eine ganze Serie – von Musks Konto gelöscht.

Musk, der mit dem Bezahlsystem PayPal reich wurde, sieht sich als eine Art Missionar für den «Wandel der Welt zu nachhaltiger, sauberer Energie». Als Fahnenträger der Elektromobilität hat er viele Anhänger. Allerdings hat Tesla in fast 15 Jahren bislang kein einziges Mal einen Jahresgewinn gemacht. Unterm Strich stand 2017 ein Minus von fast zwei Milliarden Dollar. Viele Aktionäre sind unzufrieden. Jetzt gibt es Kündigungen. Musk wirkt seit einer Weile arg dünnhäutig.

Unsworth behält sich nun vor, den Tech-Milliardär wegen Beleidigung zu verklagen. Man kann das nachvollziehen. Niemand lässt sich gern als «pädophiler Kerl» beschimpfen – und schon gar nicht jemand, der vermutlich mehrmals sein Leben auf Spiel setzte, um Kinder aus einer Höhle zu retten. Übrigens, nach allem, was man weiß: Das U-Boot namens «Wildschwein» steht noch immer ungenutzt in Thailand. (dpa)

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