Maxsym 400: Rückkehrer mit Ambitionen

Maxsym 400: Rückkehrer mit Ambitionen
Der Mxsym 400 kehrt überarbeitet auf den Markt zurück. © RKM/SP-X

Der koreanische Hersteller Sym lässt die Maxsym 400 neu aufleben. Nun ist der Roller mit eigenständiger Optik zurück.

Nach seiner ersten Karriere zwischen 2011 und 2016 – damals als direkter Konkurrent zur Suzuki Burgman 400 gestartet – kehrt der Roller nun mit mehr eigenständigen Ambitionen in den SYM-Katalog zurück.


Er verfolgt einen eigenen Stil, mit einer gut integrierten, aber dezenten LED-Signatur auf der Vorder- und Rückseite. Der GT besitzt einen zentral angeordneten Frontscheinwerfer mit drei leistungsstarken LEDs inklusive Tagfahrlichtleiste, die den Weg bei Nacht effektiv ausleuchten. Das sportliche Heck, ebenfalls mit LEDs ausgestattet, zeigt sich um ein adaptives Bremslicht erweitert, das beim plötzlichen Abbremsen aus mehr als 70 km/h zu blinken beginnt, um den rückwärtigen Verkehr zu warnen.

Kompakte Bauweise

Der neue Maxsym 400 ist kompakt, ganz im Gegensatz zum ausladenden Vorgänger. Was nicht bedeutet, dass sich der Fahrer eingeengt fühlen muss – zumindest, wenn er erst einmal auf der breiten, relativ hart gepolsterten Sitzbank Platz genommen und die Füße auf den großzügig bemessenen Trittbrettern abgestellt hat.

Das Aufsteigen selbst gestaltet sich etwas komplizierter, da einerseits der Mitteltunnel sehr hoch und andererseits auch noch der Raum zwischen Frontverkleidung und Sitzbank recht knapp bemessen ist. Also besser hoch das Bein und wie beim Motorrad über das Heck geschwungen. Schätzen lernen wird der Maxsym-Treiber dagegen die breite, werkzeuglos verstellbare Windschutzscheibe, die in der Höhe um fünf Zentimeter variiert. Praktisch nicht nur wegen des Wetterschutzes, sondern auch wegen des besseren Durch- bzw. Überblicks.

Neu gestaltetes Cockpit

Neu gestaltet präsentiert sich auch das Cockpit. Beibehalten wurden die beiden jeweils seitlich angeordneten Rundinstrumente für Geschwindigkeit und Drehzahl, hinzugekommen ist ein mittiges Digitaldisplay für Informationen wie Uhrzeit, Batteriespannung, Motor- und Öltemperatur, Kilometer- und Tripanzeige. Lobenswert sind zudem die einstellbaren Bremshebel und die Möglichkeit, beide Spiegel einzuklappen.

Das große Plus des Maxsym 400 ist aber der Motor. Der Antrieb wurde zur Einhaltung der Euro-5-Norm umfangreich überarbeitet: So ist der Zylinderkopf mit neuen Rollenkipphebeln ausgestattet, die die Reibung und damit den Kraftstoffverbrauch reduzieren und gleichzeitig Leistung (etwas) und das maximale Drehmoment (deutlich) erhöhen sollen. Der 399-Kubik-Single entwickelt nun 34 PS bei 6.750 U/min (vorher: 33,3 PS) und 39,5 Nm bei 5.250 U/min (vorher: 34,5 Nm). Damit liegt der Taiwanese auf dem Niveau einer Yamaha XMAX 400.

In der Praxis erweist er sich sogar als agiler als der Japaner, beim Ampelstart zieht er spontan los. Den Dreh am Gasgriff quittiert der Roller mit einer ausgewogenen, gleichmäßigen Beschleunigung bis in höhere Geschwindigkeitsbereiche. Von der Anzeige im Cockpit sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen. Während hier spektakuläre 165 km/h als Topspeed angezeigt werden, ergaben Messungen eine Höchstgeschwindigkeit von 141 km/h.

Sichere Bank auf Landstraße

Fühlt sich der Taiwan-Scooter in der Stadt dank des spritzigen Antritts schon sehr wohl, so machen ihn die Straffheit seiner Federung und sein überarbeitetes, leichteres und steiferes Fahrwerk zu einer sicheren Bank auf Landstraßen. Für einen Tourer besitzt er durchaus sportliche Gene. Noch besser: Geht es mit Speed über die Autobahn, überzeugt der Maxsym durch einen ausgezeichneten Geradeauslauf. Selbst größere Bodenwellen bringen ihn nicht aus der Ruhe.

Zu den Neuerungen gehört auch eine Traktionskontrolle (TCS), die bei eingeschaltetem Motor über einen gelben Knopf unterhalb der Hupe abgeschaltet werden kann. Das System arbeitet genauso unauffällig wie das ABS, ist sehr feinfühlig und greift nur wenn notwendig ein. Vorne sind zwei 275-mm-Wave-Bremsscheiben verbaut, die von zwei großen Vierkolben-Radialbremssätteln gequetscht werden, während hinten eine weitere 275er-Scheibe mit Einkolbensattel montiert ist. Das Ganze funktioniert recht bissig und gut dosierbar zugleich. Erwähnenswert ist die praktische Feststellbremse im Seitenständer, die das Wegrollen verhindert.

Ausreichend Stauraum

Der Mitteltunnel erschwert etwas den Einstieg beim Maxsym 400.

Wie es sich für eine GT-Roller gehört, besitzt der Maxsym viel Stauraum: ein Vollvisier- und ein Jethelm finden problemlos ihren Platz, plus etwas Kleinkram oder die Regenkombi. Das Fernentriegeln der Sitzbank geht einfach von der Hand über einen Knopf direkt neben dem neuen Keyless-Startermodul. Das ermöglicht das schlüssellose Anlassen des Motors und Öffnen des Tankverschlusses, während der Transponder in der Jackentasche des Fahrers verbleibt.

Mit seinem neuen Design hat sich der neue 400er deutlich von seinem Vorgänger emanzipiert. Das perfekte Fahrwerk, der agile Motor sowie die neuen Technik-Features sind wichtige Aspekte, die für den Taiwaner sprechen. Mit einem Preis von 7.500 Euro ist der Taiwaner allerdings kein Schnäppchen mehr. Dafür gewährt der Hersteller allerdings auch eine Garantie von fünf Jahren. (SP-X)

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