Suzuki Swift: Klein, wendig und pfiffig

Suzuki Swift: Klein, wendig und pfiffig
Der Suzuki Swift hinterlässt einen soliden Eidnruck. © Axel F. Busse

Außer ein paar Front-Retuschen hat das vergangene Jahr dem Suzuki Swift vor allem zwei Dinge gebracht: Einen Einheitsmotor und ein Hybrid-System.

Corona-Verlierer gibt es überall und Suzuki gehört dazu: Gegenüber dem Absatz von 2019 haben sich die Verkaufszahlen der japanischen Marke im vergangenen Jahr in Deutschland fast halbiert, und das, obwohl mit dem Modell Swift gerade nach dem Facelift im Sommer durchaus ein bemerkenswerter Kleinwagen im Angebot ist.


Nicht nur die Integration des Mild-Hybridsystems lässt es sinnvoll erscheinen, einen genaueren Blick darauf zu werfen, denn der in der sechsten Generation gebaute Swift verblüfft durch ein paar überraschende Eigenschaften und Ausstattungen, die selbst in der nächsthöheren Kompaktklasse nicht selbstverständlich sind.

1,2 Liter mit 83 PS

Nach dem Wechsel auf die Abgasnorm Euro 6d fährt der Suzuki Swift mit einem 1,2-Liter großen Vierzylinder mit Saugrohr-Einspritzung und 83 PS. Das Aggregat ist gekoppelt mit einem 12-Volt-Mildhybrid-System mit Startergenerator. Das ist insofern bemerkenswert, als dass die meisten Hersteller für ihre Hybridisierungen ein 48V-Bordnetz nutzen, nur Mazda kommt mit 24 Volt aus.

Der Suzuki Sport ist ebenfalls der Elektrifizierung anheimgefallen und bezieht aus seinem 1,4-Liter-Turbomotor 129 PS. Alternativ zum Frontantrieb ist der 5-Türer Dualjet Hybrid auch mit dem „Allgrip“ genannten 4×4-Antrieb zu haben.

Sechster Gang wird manchmal vermisst

Zwar wiegt die Version mit Einachs-Antrieb nicht einmal eine Tonne, doch darf man von 83 Pferdestärken bei gleichzeitigem Drehmoment von 107 Nm keine Wunderdinge erwarten. Kleinwagen wie der Swift finden ihr bevorzugtes Terrain auf der Kurzstrecke und im urbanen Umfeld, wo es gilt, unauffällig mit zu schwimmen.

Bei häufigen Stopps an der Ampel oder im dichten Verkehr spielt der Startergenerator seine Vorzüge aus. In der Start-Stopp-Funktion wird der Motor bereits einige Meter vor dem Stillstand abgeschaltet, beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt der Elektromotor mit der Energie, die das System im Schubbetrieb oder beim Bremsen eingefangen hat. Das alles geht sehr unauffällig und leise von statten.

Geht es doch mal über Land, wünschte man sich allerdings einen sechsten Gang am manuellen Getriebe, was die Drehzahl und damit den Verbrauch zusätzlich senken würde. Parklücken zu finden ist mit dem 3,85 Meter kurzen Swift kein Problem, jedoch erwies sich der Rückwärtsgang am Testwagen als etwas hakelig beim Einlegen. Als lobenswert zu vermerken ist, dass auch groß gewachsene Fahrer oder Fahrerinnen keine Schwierigkeiten haben, eine optimale Sitzposition für Handling und Rangieren zu finden: Im Gegensatz zu vielen anderen Kleinwagen verfügt der Swift über eine Längsverstellbarkeit des Lenkrades.

Überraschungen im Innenraum

Klar gestaltet: der Innenraum des Suzuki Swift. Foto: Suzuki

Überhaupt kann der Innenraum mit einigen positiven Überraschungen aufwarten. Trotz des bescheidenen Radstandes von 2,45 Metern ist die Raumaufteilung gut gelungen, selbst auf den hinteren Sitzen herrscht ein auskömmliches Platzangebot. Knapp 950 Liter Kofferraumvolumen sind bei umgelegten Rücksitzlehnen zu nutzen. Der Kraftstofftank fasst zwar nur 37 Liter, doch es bedarf keiner großen Anstrengung, um rund 700 km weit damit zu kommen. Natürlich nur, wenn man die Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h nicht allzu oft ausnutzt.

Wer die Ausstattungslinie Comfort + ordert, erhält ein erstaunlich umfangreiches Ausstattungsangebot für unter 19.000 Euro. Zu den Annehmlichkeiten zählen unter anderem Klimaautomatik, elektrische Fensterheber vorn und hinten, Navigationssystem, adaptiver Tempomat, Sitzheizung vorn, Seiten- und Vorhang-Airbags,

Müdigkeitserkennung, Spurhalte-Assistent mit Lenkeingriff, Verkehrszeichen-Erkennung, Toter-Winkel-Warnsystem, LED-Scheinwerfer, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Fernlicht- und Auspark-Assistent, Rückfahrkamera, Einparkhilfe hinten und Isofix-Kindersitzbefestigungen. Lediglich auf eine Bluetooth-Verbindung muss man verzichten und das Smartphone per USB-Kabel an Apple Car Play oder Android Auto andocken.

Komfortables Fahrwerk

Da die Motorleistung zum Ausleben sportlicher Ambitionen nicht verleitet, ist auch das Fahrwerk eher komfortabel als straff-dynamisch ausgelegt. Dass es zuweilen unmissverständlich über Reparaturstau am Straßenbelag informiert, ist hinnehmbar. Insgesamt sind Federungs- und Abrollkomfort (gefahren wird auf 16-Zoll-Alufelgen) ordentlich. Weitere Punkte sammelt der Swift mit der nur geringfügigen Überschreitung des offiziellen Verbrauchswerts in der Praxis: Lediglich einen halben Liter überm Soll (4,7 L/100 km) genehmigte sich der kleine Japaner während unserer Ausfahrten.

Die besten Argumente für den Suzuki Swift finden sich in der Ausstattungsliste. Ein umfangreiches Angebot an Komfort- und Sicherheitsfeatures werden aufgefahren, um den Fünftürer attraktiv zu machen. Darunter auch solche, die in höheren Klassen teuer bezahlt werden müssen. Das ist mehr als eine Entschädigung für die Tatsache, dass man sich auf Ampelduelle besser nicht einlassen sollte.

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