«2010 wird nicht so katastrophal, wie man vermuten könnte»

Interview mit Renault-Deutschland-Chef Achim Schaible

Renault-Deutschland-Chef Achim Schaible © Foto: Renault

Achim Schaible glaubt nicht an Einschnitte im Renault-Händlernetz im kommenden Jahr. Der Deutschland-Chef spricht im Interview mit der Autogazette über neue Dacia-Modelle und ambitionierte Ziele.

Die Renault Deutschland AG wird nach Ansicht von Achim Schaible auch in den kommenden Jahren erfolgreichste Importeursmarke bleiben. «Wir würden gerne im nächsten Jahr sechs Prozent Marktanteil realisieren, mit Pkw, Lkw und Dacia und möchten der klare Importeur Nummer eins in Deutschland sein und bleiben. Das wird uns dieses Jahr gelingen und auch in den nächsten Jahren», sagte der Renault-Deutschland-Chef im Interview mit der Autogazette.

Weniger Privatkunden

Trotz Wegfalls der Abwrackprämie, die die Marke Renault zu Beginn des Jahres überrascht hatte, rechnet Schaible mit keinen großen Einschnitten im Renault-Händlernetz. 2010 sei «dieselbe Planungsausgangsbasis wie für das Jahr 2009. Das heißt, es wird ein deutlich schwächeres Jahr als 2009, aber nicht so katastrophal, wie man das vermuten könnte.» Schaible rechnet mit viel weniger Privatkundenkäufen und rückt Flottenkunden und Autovermieter wieder stärker in den Vordergrund.

Einen Wandel vollzieht auch Dacia mit dem für kommendes Jahr angekündigten SUV. Anstatt Autos zu Preisen ab 7500 Euro anzubieten, wird eine neue Klientel angesprochen, die dann mindestens das Doppelte investieren muss. Angst, dass sich die Kundschaft nicht angesprochen fühlt, hat Schaible nicht: «Mit der Weiterentwicklung der Modellpalette und dem konsequenten Low-Cost-Ansatz sprechen wir immer mehr Menschen an, die sich genau dieses Auto leisten, aber nicht mehr investieren wollen.»

Staatliche Förderung für E-Autos nötig

Elektro-Prototyp Renault Kangoo be bop Z. E. Foto: Renault

Auch im SUV-Segment soll der Preis die Nachfrage bestimmen. «Wir werden in jedem Segment, in dem wir mit Dacia präsent sind und sein werden, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Wir werden immer den günstigsten Einstiegspreis haben. Das ist ein Muss für die Marke Dacia.»

Als Muss sieht Schaible auch eine staatliche Förderung von Elektrofahrzeugen an, um Anreize für Kunden zu setzen. «Es ist die grundsätzliche Frage, wann die Menschen bereit sind, für eine umweltfreundliche Technik mehr zu bezahlen. Immer dann, wenn es einen finanziellen Anreiz durch den Hersteller oder die Regierung gab, hat das funktioniert. Ganz zu Beginn war es der Katalysator. Das Elektrofahrzeug wird für die breite Masse zugänglich und auch bezahlbar sein. Zu Beginn sollte man das Ganze fördern, ab einem gewissen Punkt ist es ein Selbstläufer.»

Zum falschen Zeitpunkt

Vor allem beim Twingo machten sich die Lieferschwierigkeiten bemerkbar Foto: AG/Flehmer

Autogazette: Herr Schaible, Sie sind seit dem 1. April 2009 Deutschland-Chef von Renault. War die Abwrackprämie für Sie das Einstandsgeschenk?

Achim Schaible: Die Umweltprämie kam für Renault zum falschen Zeitpunkt. Das zeigen auch die Zulassungszahlen nach den ersten vier Monaten. Renault hatte für das Jahr 2009 keine besonders hohen Erwartungen. So hatten wir die Bestände im Händlernetz und auch die Produktionskapazitäten bereits Ende 2008 stark reduziert, weil wir uns auf ein Schrumpfjahr 2009 eingestellt hatten. Die durch die Umweltprämie hervorgerufene sprunghafte Nachfrage kam überraschend, sodass wir nur mit einem erheblichen Zeitverzug auf diese Nachfrage reagieren konnten.

Autogazette: Sie zielen auf Lieferengpässe ab?

Schaible: Ja, so haben wir zwischen Januar und April deutlich mehr Fahrzeuge verkauft als wir ausliefern konnten und somit die Zulassungszahlen und der Marktanteil deutlich hinter den Kaufantragseingang hinterherhinkten.

Autogazette: Sie ärgern sich also über die Umweltprämie?

Schaible: Wir ärgern uns ein wenig in Bezug auf die Marke Renault, weil wir nicht schneller sein konnten. Natürlich freuen wir uns wie die gesamte Branche, denn wir haben mit Dacia sehr viel Boden gut machen können. Dort waren wir flexibler in der Lage, schneller auf die Nachfrage zu reagieren. So haben wir Ende Juni 100.000 Dacia seit Markteinführung verkauft, allein in diesem Jahr werden es 75.000 bis 80.000 Dacia-Verkäufe sein. Insofern freuen wir uns über die Umweltprämie. Und auch mit Renault holen wir auf. Wir werden bis Ende des Jahres beim Marktanteil noch zulegen.

Kein Glaskugelschauen

Erfolgsmodell Dacia Sandero Foto: AG/Flehmer

Autogazette: Jetzt läuft die Umweltprämie aus. Denken Sie schon mit Grausen an das kommende Jahr?

Schaible: Nicht mit Grausen, aber wir werden uns umstellen müssen. Mittlerweile hat sich die Branche auf eine gemeinsame Markteinschätzung im PKW-Gesamtmarkt von 2,8 Millionen Neuzulassungen geeinigt. Das ist dieselbe Planungsausgangsbasis wie für das Jahr 2009. Das heißt, es wird ein deutlich schwächeres Jahr als 2009, aber nicht so katastrophal, wie man das vermuten könnte.

Autogazette: 2010 wird also das Schrumpfjahr, mit dem Sie eigentlich 2009 gerechnet hatten?

Schaible: Absolut. Mit 2,8 Millionen kann man nicht zufrieden sein. Letztendlich erwartet jeder mehr vom deutschen Markt. Aber es ist auch ein Jahr, in dem wir ohne größere Einschnitte in punkto Händlernetz durchkommen werden.

Autogazette: Experten rechnen für 2010 sogar nur mit einem Anteil von 2,5 Millionen Neuzulassungen . . .

Schaible:. . . die Zahl habe ich auch schon mal gehört. Sie ist aber eher eine Außenseitermeinung. Es gibt klare Indikatoren, wie man auch die Zahl von 2,8 Millionen kommt. Das ist ja kein Glaskugelschauen. Es gibt natürlich einerseits vorgezogene Käufe, aber das sind maximal 20 bis 30 Prozent. Wir kennen die Kundenstruktur, die dieses Jahr gekauft hat und noch kaufen wird. Nicht jeder hatte ein neun Jahre altes oder sogar älteres Auto. Es wird aber im kommenden Jahr deutlich weniger Privatkunden geben, sodass Vertriebskanäle wie Flotten oder Autovermieter deutlich mehr Bedeutung bekommen. . .

Autogazette:. . .die Sie dann auch wieder forcieren werden . . .

Schaible:. . . die wir natürlich wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

Sechs Prozent Marktanteil anvisiert

Die Studie Dacia Duster wird im kommenden Jahr Wirklichkeit Foto: Dacia

Autogazette: Das heißt aber auch, dass Sie deutlich weniger verdienen werden, wenn es weniger Privatkunden gibt?

Schaible: Das ist richtig. Der Privatkundenkanal ist der Rentabelste für einen Automobilhersteller genauso wie für den Handel. Die anderen Kanäle sind teurer und umkämpfter.

Autogazette: Sie haben trotzdem einen Marktanteil von 5,5 Prozent für beide Marken ausgegeben. Ist das nicht sehr ambitioniert?

Schaible: Ich denke nicht. Wir haben eine komplett neue Modellpalette bei Renault. Im kommenden Jahr werden wir noch das Megane Coupé Cabriolet einführen, ansonsten haben wir komplett die Modellerneuerung hinter uns. Wir haben demnächst sechs Modelle bei Dacia und sind damit gut aufgestellt. Deshalb sollten wir nicht zu bescheiden sein. Wir haben ein sehr kapillares Händlernetz und wir müssen uns mit der modernen Palette ein Stück aus dem Markt sichern. Wir würden gerne im nächsten Jahr sechs Prozent Marktanteil realisieren, mit Pkw, Lkw und Dacia.

Autogazette: Und weiterhin die Nummer eins der Importeure bleiben. Wie wichtig ist dieser Titel?

Schaible: Der hat für uns große Bedeutung, weil wir das mittlerweile im 19. Jahr in Folge auf uns vereinen können. Wir möchten der klare Importeur Nummer eins in Deutschland sein und bleiben. Das wird uns dieses Jahr gelingen und auch in den nächsten Jahren.

Autogazette: Nun treten Sie gleich mit zwei Marken auf. Eigentlich müsste ja Skoda mit nur einer Marke die Nummer eins sein.

Schaible: Das ist eine kleine semantische Feinheit. Wenn Sie auf die Importeurmarke abheben, können wir diesen Anspruch nicht mehr aufrecht erhalten. Da gibt es dann sogar zwei, die vor uns liegen. Aber der Importeur, die Renault Deutschland AG, ist klar vorn.

«Günstigster Einstiegspreis ein Muss für Dacia»

Neu bei Dacia: Der Sandero Stepway Foto: AG/Flehmer

Autogazette: Dacia schreibt dank der Abwrackprämie ein Plus von 346 Prozent bei den Zulassungen im Juli. Verlassen Sie das Image «Billigmarke», wenn im kommenden Jahr der Geländewagen auf den Markt kommt?

Schaible: Billigmarke ist Dacia nie gewesen. Aber: Wir werden in jedem Segment, in dem wir mit Dacia präsent sind und sein werden, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Wir werden immer den günstigsten Einstiegspreis haben. Das ist ein Muss für die Marke Dacia. Dacia ist die einzige Low-Cost-Marke, die man auf dem Markt findet. Und in diesem Ansatz sind wir ganz konsequent. Unabhängig davon, ob wir jetzt in ein attraktiv wachsendes Segment wie beim SUV vorstoßen, werden dem günstigsten Einstiegspreis und dem besten Preis/Leistungs-Verhältnisses treu bleiben.

Autogazette: Aber bisher stand Dacia für Autos um die 10.000 Euro. Mit einem Einstiegspreis von 15.000 oder 16.000 Euro beim SUV sprechen Sie doch eine ganz andere Kundenklientel an?

Schaible: Das stimmt. Aber es ist vielleicht der größte Wandel, der mit Dacia und um Dacia herum passiert, aber letztendlich auch ein Phänomen in Deutschland. Zu Beginn hatten wir Kunden angesprochen, die sich kein teureres Fahrzeug leisten konnten. Mit der Weiterentwicklung der Modellpalette und dem konsequenten Low-Cost-Ansatz sprechen wir immer mehr Menschen an, die sich genau dieses Auto leisten, aber nicht mehr investieren wollen. Aber wir gehen selbstverständlich in Segmente, die hochpreisiger sind als die 7500 Euro.

Autogazette: Das heißt, dass in unmittelbarer oder mittelbarer Zukunft eine Oberklasse von Dacia denkbar ist?

Schaible: So weit denken wir noch nicht.

Autogazette: Ist dann mit dem SUV-Segment erst einmal die höchste Ebene erreicht?

Schaible: Das ist das, was im Moment in der konkreten Planung ist. Wir denken nun erst einmal über Nachfolgemodelle der aktuellen Modellpalette nach. Eine Erweiterung der Modellpalette ist nicht aktuell.

Autogazette: Selbst eine Mittelklasse ist ausgeschlossen?

Schaible: Im Moment schon.

Sorgenkind Laguna

Starkes Absatzminus beim Laguna Foto: AG/Flehmer

Autogazette: Ein Mittelklassemodell würde aber passen, da der Renault Laguna ein Sorgenkind ist, das in den ersten sieben Monaten einen Rückgang über gleich 67 Prozent verzeichnete. Stecken da noch die Sünden der Vergangenheit dahinter, in der der Laguna recht unzuverlässig agierte?

Schaible: Wir haben wahrscheinlich mit der Erneuerung des Laguna ein zu ambitioniertes Ziel gesetzt und werden jetzt in kleinen Schritten dieses Fahrzeug ganz gezielt vermarkten. Wir haben dort nicht mehr die Ambition, in die 20.000er-Region vorzustoßen.

Autogazette: Wie schaut die Zielsetzung jetzt aus?

Schaible: Das haben wir uns intern gesetzt.

Autogazette: Die Steigerung der Qualität war ein Ziel des «Vertrages 2009», dem 2006 von Renault-Präsident Carlos Ghosn gestarteten Unternehmensprogramm, das jetzt ausläuft. Bleibt das Programm angesichts der Wirtschaftskrise letztendlich nichts als Makulatur?

Schaible: Carlos Ghosn sagte, dass wir auf einem guten Weg waren. Durch die Wirtschaftskrise ist das angestrebte Volumenwachstum ebenso unmöglich geworden wie das Rentabilitätsziel. Den Beweis der Qualitätssteigerung haben wir angetreten, wie die J.D. Powers-Studie oder die ADAC-Pannenstatistik unterlegen. Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Qualitätsniveau halten.

USA-Comeback derzeit nicht denkbar

Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn Foto: dpa

Autogazette: Während die Qualität gestiegen ist, wurde das Wachstumsziel bereits im vergangenen Jahr modifiziert und von 800.000 auf 500.000 Neuwagenverkäufe reduziert. Werden diese 500.000 Verkäufe erreicht?

Schaible: Durch den weltweiten Einbruch wohl nicht.

Autogazette: Ist denn angesichts der Entwicklung in den USA hin zu kleineren Fahrzeugen ein Wiedereinstieg der Marke Renault denkbar?

Schaible: Wir sind mit dem Allianzpartner Nissan in den USA vertreten. Für Renault und für Dacia stellt sich die Frage derzeit nicht.

Autogazette: Um das Profitabilitätsziel zu erreichen, sollten in diesem Jahr 5000 Stellen gestrichen werden. In wie weit war oder ist Renault Deutschland davon betroffen?

Schaible: Dadurch, dass wir seit knapp vier Jahren versuchen, uns effizient aufzustellen, haben wir unseren Beitrag mit Einstellungsstopp oder Personalketten, die zu einer Einsparung führen, geleistet.

Drei Elektrofahrzeuge ab 2012

Vier Studien werden auf der IAA 2009 gezeigt Foto: REnault

Autogazette: Rechnen Sie damit, dass durch den derzeitigen Elektrohype neue Arbeitsplätze entstehen?

Schaible: Elektro genießt bei Renault eine sehr hohe Priorität. Das werden wir spätestens mit der IAA nach außen hin präsentieren. Es ist die Chance, sich zu differenzieren und für ein, zwei Jahre einen klaren Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten. Ich bin mir sicher, ohne diese in Zahlen dokumentieren zu können, dass diese Elektrifizierung in Deutschland und Europa Stellen schaffen wird.

Autogazette: Renault hat kürzlich den elektrisch angetriebenen Prototypen Kangoo be bop Z.E. vorgestellt. Ab wann werden die ersten Elektroautos von Renault in Deutschland rollen?

Schaible: Serienreif wird das Elektroauto 2012 in Deutschland angeboten werden.

Autogazette: Dann mit einem elektrischen Megane?

Schaible: Wir entwickeln parallel bis zu drei Fahrzeuge, die wir dann anbieten wollen. Kangoo ist eine Alternative, ein Kleinwagen und dann ein Fahrzeug auf der Megane-Basis. Einige konkrete Designstudien werden bereits in Frankfurt zu sehen sein.

«Ab gewissem Punkt ein Selbstläufer»

Tanken per Steckdose Foto: dpa

Autogazette: Ein Knackpunkt der Elektrifizierung sind immer noch die hohen Kosten für die Batterie. Müssen finanzielle Hilfen von staatlicher Seite kommen, um Elektroautos 2012 für den Kunden attraktiv zu gestalten, oder muss der Kunde für Elektromobilität noch einiges draufzahlen?

Schaible: Es ist die grundsätzliche Frage, wann die Menschen bereit sind, für eine umweltfreundliche Technik mehr zu bezahlen. Immer dann, wenn es einen finanziellen Anreiz durch den Hersteller oder die Regierung gab, hat das funktioniert. Ganz zu Beginn war es der Katalysator. Auf der anderen Seite wird diese Technologie in den kommenden Jahren so viel Neues bringen, dass die Kunden sich von sich aus für die neue Technologie entscheiden werden. Das Elektrofahrzeug wird für die breite Masse zugänglich und auch bezahlbar sein. Zu Beginn sollte man das Ganze fördern, ab einem gewissen Punkt ist es ein Selbstläufer.

Autogazette: Ein Selbstläufer trotz einer relativ geringen Zahl von einer Million Fahrzeugen im Jahr 2020, wie Experten voraussagen?

Schaible: Weil wir immer noch eine gewisse Reichweitengrenze haben. Wie in vielen anderen Bereichen auch wird es aber eine Lernkurve geben und sukzessive wird dann auch das Elektrofahrzeug in der Lage sein, noch größere Distanzen zu überwinden.

Autogazette: Ein weiteres Problem ist die Infrastruktur. In Frankreich werden in den nächsten Jahren fünf Millionen «Elektrotankstellen» aufgebaut. Wie schaut es für Deutschland aus?

Schaible: Daran wird sicher gearbeitet. Denn Deutschland soll ja eine Führungsposition bei der Elektromobilität einnehmen.

Zeit für den finalen Schritt

Autogazette: Renault scheint nicht ganz auf die Infrastruktur der Elektrotankstellen angewiesen zu sein. Es ist geplant, die Batterie-Akkus innerhalb von 30 Sekunden auszutauschen, anstatt stundenlang das Fahrzeug an die Steckdose anzuschließen . . .

Schaible:. . . wir haben zumindest eine weitere Alternative, die uns natürlich einen Vorteil verschafft. Zudem können wir dann das Händlernetz mit einbinden. Das sind die spannenden Fragen, die wir mit Hochdruck nach der IAA angehen werden. Bisher spricht man nur davon.

Autogazette: Sie sind der erste Deutsche an der Spitze von Renault Deutschland. Fühlen Sie sich etwas fremd in dieser Rolle?

Schaible: Es wurde Zeit, dass Renault mal den finalen Schritt macht und einem Deutschen das Deutschland-Geschäft anvertraut. Bisher gab es die Unternehmenskultur, dass der Topmann eines jeden Landes die französische Nationalität besaß. Das hat sich jetzt geändert. Auch in Spanien ist ein Spanier an der Spitze, in Portugal ein Portugiese.

Autogazette: Werden Sie in der Zentrale in Paris überhaupt akzeptiert?

Schaible: Jeder Deutsche wird da sehr ernst genommen und akzeptiert, weil man in Frankreich ganz genau weiß, in welch umkämpften Markt wir uns in Deutschland befinden. Und wir werden jeden Tag den Beweis antreten, dass die Entscheidung richtig war.

Das Interview mit Achim Schaible führte Thomas Flehmer