Automarkt bricht wegen Coronakrise drastisch ein

VW in Wolfsburg. Foto: dpa
Auslieferungsturm von Neuwagen von Volkswagen in Wolfsburg. © dpa

Der deutsche Automarkt ist im April wegen der Coronakrise dramatisch eingebrochen. So ging die Zahl der Neuzulassungen laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) um 61,1 Prozent zurück.

Insgesamt wurden im Vormonat gerade noch 120.840 Pkw neu zugelassen, wie das KBA am Mittwoch mitteilte. Dabei trafen die Rückgänge die gewerblichen (- 63,2 Prozent) und privaten Zulassungen (-57,8 Prozent) fast gleichermaßen.


„Im April wird das ganze Ausmaß der Corona-Folgen für den Pkw-Markt sichtbar. Wir haben es mit einem beispiellosen Markteinbruch zu tun. Die Nachfrage der Kunden nach neuen Fahrzeugen ist in diesen Zeiten großer Unsicherheit nahezu vollständig zusammengebrochen“, sagte der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Reinhard Zirpel.

Tesla mit Zulassungsplus

Bei den deutschen Marken gab es entsprechend hohe zweistellige Rückgänge. Sie reichen von -39,2 Prozent bei Mini bis zu -94,1 Prozent bei Smart reichten. Die Kleinwagenmarke von Daimler kam im Vormonat auf gerade einmal 265 Neuzulassungen. Im bisherigen Jahresverlauf kommt Smart auf einen Rückgang von knapp über 89 Prozent.

Mercedes kam auf ein Minus von über 71 Prozent, Audi auf einen Rückgang von 61 Prozent, Opel auf ein Minus von fast 73 Prozent. Porsche büßte über 57 Prozent ein. Die Kernmarke VW musste einen Rückgang der Neuzulassungen von fast 64 Prozent hinnehmen. Als einzige Marke kam Tesla auf ein Neuzulassungsplus von 10,4 Prozent bei 635 Fahrzeugen.
Den größten Anteil an den Neuzulassungen erreichte Skoda mit 6,0 Prozent, gefolgt von Seat (4 Prozent) und Renault (3,9 Prozent).

VDIK erneuert Forderung nach Kaufprämie

Nachdem sich die Absatzsituation trotz der erfolgten Wiederöffnung der Autohäuser nicht spürbar verbessert hat, fordert der VDIK eine Kaufprämie. „Kurzfristig wird ein automobiles Konjunkturprogramm unausweichlich sein. Die Maßnahmen müssen schnell wirken und volumenstarke Segmente erreichen. Außerdem sollten weitere Impulse zur Anschaffung emissionsarmer Fahrzeuge gesetzt werden“, so Zirpel.

Eine schnelle Entscheidung bezüglich der Kaufprämie wird es aber nicht geben. Denn bei einer Video-Schalte zwischen Regierung und Autobranche gab es am Dienstag keine schnelle Entscheidung. Vielmehr soll eine Arbeitsgruppe bis Juni Ergebnisse für eine Entscheidungsfindung präsentieren.

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