Stärkere Anstrengungen bei Ladeinfrastruktur nötig

Forderung von Verbänden

Eine Schnellladestation von Ionity hat in der Eifel den Betrieb aufgenommen. © dpa

Eine flächendeckende Ladeinfrastruktur ist Voraussetzung für den Durchbruch der Elektromobilität. Deshalb fordern Verbände vor einem Spitzentreffen mit der Bundesregierung größere Anstrengungen.

Es brauche eine engere Zusammenarbeit zwischen Politik, Energie- und Automobilwirtschaft, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Energieverbandes BDEW, Kerstin Andreae, der Nachrichtenagentur dpa. Aus Sicht des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) muss von dem Treffen das Signal ausgehen, dass auch die Bundesregierung beim Ausbau der Ladeinfrastruktur „am Ball“ bleibe.


Im Wirtschaftsministerium kommen am Freitag neben Ressortchef Peter Altmaier (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Verbände wie der BDEW und der VKU zusammen.

Änderungen im Miet- und Wohnrecht

Andreae sagte, die Energiewirtschaft stelle die Energie und baue die Ladeinfrastruktur auf. „Das ist eine enorme Vorleistung, denn aufgrund der derzeit noch geringen Auslastung rentiert es sich bisher nicht.“ Nötig seien schnelle Änderungen zum Beispiel im Miet- und Wohneigentumsrecht.

Ähnlich äußerte sich auch der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK). Wie dessen Präsident Reinhard Zirpel sagte, müssten rechtliche Hürdenbeseitigt werden, „damit die Einrichtung privater Ladeeinrichtungen in Wohnanlagen deutlich leichter und attraktiver wird. Die lange erwartete Reform des Miet- und Wohneigentumsrechts muss nun endlich in die Tat umgesetzt werden.“ Wie Zirpel hinzufügte, würden im kommenden Jahr mindestens 160.000 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Dafür brauche es eine „leistungsfähige öffentliche und private Ladeinfrastruktur“. Der VDIK-Chef forderte zudem ein möglichst schnelles Förderprogramm für die private Ladeinfrastruktur, „da zunächst rund 85 Prozent der Ladevorgänge zuhause stattfinden werden“.

Ein flächendeckendes Ladenetz gilt als Voraussetzung für den Durchbruch von E-Autos auf dem Massenmarkt. Eine Sprecherin des Autofahrerclubs ADAC sagte, um bis 2030 zehn Millionen E-Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, brauche es wesentlich größere Anstrengungen als bisher. „Nur eine größere Zahl an Ladesäulen reicht nicht.“ Notwendig seien insbesondere Schnellladesäulen an Fernverkehrsstrecken und Erleichterungen beim privaten Einbau von Ladesäulen. Hier errichtet beispielsweise gerade das Joint-Venture Ionity 400 Schnellladesäulen entlang den europäischen Autobahnen. (AG/dpa)