Weitere Unfälle mit Tesla-Fahrzeugen

Autobauer dementiert Markt-Manipulationen

Das Model S von Tesla.
Das Model S von Tesla. © Tesla

Seit der Einführung von Teslas Fahrassistenten «Autopilot» im vergangenen Oktober hat es mehrere Unfälle gegeben. Der Autobauer aus Kalifornien wehrt sich zudem gegen den Vorwurf der Markt-Manipulation.

Der kalifornische Autobauer Tesla wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Aktionäre nicht rechtzeitig über den tödlichen Unfall mit einem vom Computer gesteuerten Wagen informiert zu haben.

Tesla hatte keine zwei Wochen nach dem tödlichen Unfall Aktien für 1,4 Milliarden Dollar verkauft, um Geld für den Produktionsausbau zu heben. Zu diesem Zeitpunkt war einer breiten Öffentlichkeit der Unfall noch nicht bekannt.

Aktienkurs kaum beeinflusst

Nun warf die legendäre amerikanische Finanzjournalistin Carol Loomis die Frage auf, ob Tesla die Investoren darüber hätte in Kenntnis setzen müssen, dass erstmals ein Mensch in einem vom Computer gesteuerten Auto gestorben ist. Tesla konterte in einem Blogeintrag in der Nacht zum Donnerstag, die Untersuchung der Fahrzeugdaten sei erst Ende Mai abgeschlossen worden.

Außerdem habe auch das Bekanntwerden des Unfalls den Tesla-Aktienkurs kaum beeinflusst. Der Aktienverkauf war am 18. Mai angekündigt worden, der Unfall ereignete sich am 7. Mai.

«Autopilot» nur ein Fahrassistenzsystem

Unterdessen bestätigte Tesla dem «Wall Street Journal», dass es seit Einführung des Fahrassistenz-Systems im vergangenen Oktober mehrere Unfälle damit gegeben habe. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt. Zugleich hieß es, bei Fahrten mit eingeschaltetem «Autopilot» passierten Unfälle seltener als bei komplett manueller Steuerung.

Die Firma betont, dass die Funktion einen Tesla nicht zu einem selbstfahrenden Auto mache. «Autopilot» sei nur ein Fahrassistenzsystem, bei dem die Fahrer stets die Kontrolle über die Verkehrssituation behalten müssten. Viele Tesla-Fahrer luden jedoch ins Internet Videos hoch, auf denen sie bei hohem Tempo mit anderen Dingen beschäftigen oder sogar gar nicht auf dem Fahrersitz saßen.

Zu einem diese Woche bekanntgewordenen Unfall im Bundesstaat Pennsylvania erklärte Tesla, man könne die Behauptung des Fahrers er sei mit eingeschalteter «Autopilot»-Funktion unterwegs gewesen, bisher nicht bestätigen. (dpa)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.