Noch kein Nachfolger für verhafteten Nissan-Chef Ghosn

Nissan hat noch keinen Nachfolger für den in Tokio in Untersuchungshaft sitzenden früheren Verwaltungsratschef Carlos Ghosn bestimmt. Die Beratungen dauern noch an.

Das teilte der Konzern am Montag nach einer Vorstandssitzung in Yokohama mit. Nissan hatte Ghosn am 22. November gefeuert, nachdem er drei Tage zuvor wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen worden war. Die Staatsanwaltschaft hat zwischenzeitlich schon Anklage gegen Ghosn erhoben.


Nach allem, was bisher bekannt wurde, geht es bei den Anschuldigungen um Ghosn Einkommen seit dem Geschäftsjahr 2010/2011. Über fünf Jahre soll nur die Hälfte seines Einkommens von zehn Milliarden Yen (78 Mio Euro) offiziell ausgewiesen worden sein. In den vergangenen drei Jahren, so heißt es nach jüngsten Berichten unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft, soll der Automanager zudem nur rund 2,9 seines 7,2 Milliarden Yen hohen Einkommens angegeben haben.

Sonderkommission eingerichtet

Eine zu gründende Sonderkommission solle sich um eine Verbesserung der Konzernführung kümmern, teilte Vorstandschef Hiroto Saikawa mit. Er wird als möglicher Nachfolger von Ghosn gehandelt. Doch verschob der Vorstand eine Entscheidung am Dienstag. Zuvor hatte der französische Allianzpartner Renault vergangene Woche beschlossen, Ghosn in seinen Ämtern als Vorstands- und Verwaltungsratschef zu belassen.

Der Autobauer hatte die Zahlungen an den Automanager Ghosn intern untersuchen lassen. Dabei hätten sich bei der Überprüfung für den Zeitraum 2015 bis 2018 keine Beanstandungen gefunden. Man wolle Renault umfassend über Ghosns Fall informieren, teilte Nissan mit. (AG/dpa)

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