Renault und Hyundai stocken Umweltprämie auf

Der Hyundai Kona bietet eine elektrische Reichweite von 482 Kilometern. © Hyundai

Die von der Bundesregierung angekündigte Erhöhung der Umweltprämie lässt weiter auf sich warten. Deshalb haben Hyundai und Renault den Herstelleranteil auf 6000 beziehungsweise 4000 Euro erhöht.

Damit reagieren beide Importeur auf die im Handel spürbare Kaufzurückhaltung der Kunden, die an einem Elektroauto interessiert sind. Nachdem die Bundesregierung bereits im November angekündigt hatte, die Umweltprämie beim Kauf eines Elektroautos um 50 Prozent auf 6000 Euro aufzustocken, ist nichts geschehen.


Dabei ist die Erhöhung Teil des Klimapakets der Bundesregierung. Mit ihm wollte die Politik dazu beitragen, den bislang überschaubaren Absatz von E-Autos zu befördern. So wie die Regierung sich durch einen höheren Absatz von Elektroautos eine Reduktion der für die Erreichung der Klimaschutzziele notwendigen CO2-Reduktion erhofft, brauchen die Hersteller sie zur Vermeidung der drohenden Strafzahlungen beim Verfehlen der Flottenziele. So gilt ab diesem Jahr ein CO2-Flottengrenzwert von 95 g/km. Die Erhöhung der Prämie bedarf der Zustimmung der EU. Doch für die beihilferechtliche Prüfung durch die EU-Kommission liegen in Brüssel noch nicht alle Unterlagen vor. In der Folge kann die Genehmigung noch Wochen wenn nicht sogar Monate auf sich warten lassen.

Hyundai geht in Vorlage

Hyundai-deutschlandchef Jürgen Keller. Foto: Hyundai

Für den Handel eine Belastung. „Wir stellen eine deutliche Kaufzurückhaltung bei unseren Kunden fest. Sie warten derzeit lieber ab, bevor sie sich für den Kauf eines Elektroautos entscheiden“, hatte Hyundai-Deutschlandchef Jürgen Keller vor eineinhalb Wochen im Gespräch mit der Autogazette gesagt. Darauf hat Hyundai nun reagiert und am Freitag bekannt gegeben, den Herstelleranteil bei der Umweltprämie von 2000 auf 6000 Euro zu erhöhen. Zusammen mit dem staatlichen Umweltbonus von 2000 Euro gibt es damit einen Nachlass von 8000 Euro für den Hyundai Kona oder Hyundai Ioniq Elektro. Wer sich für den Ioniq als Plug-in-Hybrid interessiert, erhält 5000 Euro. Hinzu kommt der staatliche Umweltbonus von 1500 Euro.

„Wir gehen nun in Vorlage und wollen unsere Kunden animieren, auf umweltfreundliche Fahrzeuge umzusteigen“, sagte Keller in einer Mitteilung des Unternehmens. „E-Mobilität ist weltweit auf dem Vormarsch, die Technologie von Hyundai Motor ist ausgereift und zuverlässig. Um dies zu untermauern, bieten wir unseren Kunden ab sofort eine attraktive Kaufprämie für unsere E-Fahrzeuge Kona Elektro, Ioniq Elektro und Ioniq Plug-in-Hybrid als Kaufanreiz an.“ Neben der Erhöhung der Prämie erhöht Hyundai die Garantie für den Konta Elektro von 5 auf 8 Jahre.

Auch Renault reagiert

Der Renault Zoe hat ein umafassendes Facelift erhalten. Foto: Stefan Anker

So wie Hyundai reagiert auch Renault auf die Verzögerung. „Als Elektro-Marktführer in Deutschland schaffen wir jetzt Klarheit für unsere Kunden – bei Renault gibt es 6.000 Euro Elektrobonus ab sofort”, sagt Renault Deutschland-Chef Uwe Hochgeschurtz. Die Summe setzt sich aus 4000 Euro Herstelleranteil und den 2000 Euro an staatlicher Prämie zusammen. „Die Verzögerung der erhöhten staatlichen Prämie ist für uns nicht mehr akzeptabel. Renault handelt schneller als die Politik”, so Hochgeschurtz. Die Erhöhung der Renault Förderung gilt so lange, bis die erhöhte BAFA-Prämie in Kraft tritt.

Mit Blick auf den Renault Zoe bedeutet die Erhöhung der Förderung, dass er bereits ab 15.330 Euro zu bestellen ist. Mit 9.431 Zulassungen war der Zoe im vergangenen Jahr erneut das meistgekaufte Elektroauto in Deutschland.