Diesel-Nachrüstung kostet Autobranche fünf Milliarden Euro

Berechnungen der Grünen

Abgasmessung bei einem Diesel. Foto: dpa
Abgasuntersuchung bei einem Dieselfahrzeug. © dpa

Die Hersteller lehnen technische Nachrüstungen bei älteren Diesel-Fahrzeugen ab. Eine solche Aktion würde die Industrie nach Berechnungen der Grünen-Bundestagsfraktion rund fünf Milliarden Euro kosten.

«Die Nachrüstkosten schränken in keiner Weise die Wettbewerbsfähigkeit ein, und schon gar nicht gefährden sie die Zukunft der Hersteller», sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer am Mittwoch der in Berlin. Zuvor hatte «Spiegel online» darüber berichtet.


Hardware-Nachrüstungen, also Umbauten an Motor oder Abgasanlage, sind umstritten. Die Autobranche lehnt sie als zu aufwendig und zu teuer ab. Aus Sicht etwa von Umweltverbänden reichen aber Software-Updates der Hersteller nicht aus, um die Schadstoff-Emissionen ausreichend zu senken. In vielen Städten werden Schadstoff-Grenzwerte überschritten, Diesel-Fahrzeuge sind ein Hauptverursacher. Es drohen Diesel-Fahrverbote.

Nachrüstung nicht bei allen Autos zielführend

Den Berechnungen zufolge wäre es nicht zielführend, alle Euro5-Fahrzeuge technischen nachzurüsten. Bei rund 10 Jahre alten Euro5-Fahrzeugen sei eine Aufrüstung mit einem sogenannten SCR-Katalysator nur bedingt sinnvoll, wenn die Abmeldung in Deutschland zeitnah erfolgen dürfte. Zudem würden einige Halter in ländlichen Gebieten eine Nachrüstung ihres Fahrzeuges ablehnen, weil sie selten bis nie in die betroffenen Innenstädte fahren würden.

Daher wird von einer Umrüstungsquote von 80 Prozent ausgegangen, sowie von Nachrüstkosten in Höhe von 1800 Euro pro Fahrzeug. Das würde bedeuten, dass auf Volkswagen als Marktführer rund 2,6 Milliarden Euro entfallen würden, auf BMW rund 660 Millionen Euro und auf Daimler rund 530 Millionen Euro. Ford müsste knapp 400 Millionen Euro ausgeben, Opel 310 Millionen. (dpa)

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