Sparkurs: Daimler streicht weltweit Tausende Stellen

Bis Ende 2022

Daimler-Chef Ola Källenius. © dpa

Der Autobauer Daimler will bis Ende 2022 weltweit Tausende Stellen streichen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben.

So sollen freiwerdende Stellen nicht wieder besetzt werden, die Altersteilzeit ausgeweitet und ein Abfindungsprogramm für die Verwaltung in Deutschland angeboten werden, teilte der Konzern am Freitag mit. Gestrichen werden mindestens 10.000 Stellen. Es gehe um eine niedrige fünfstellige Zahl, sagte Personalvorstand Wilfried Porth am Freitag.


Entsprechende Eckpunkte seien nun mit dem Gesamtbetriebsrat ausgehandelt worden. Vorstandschef Ola Källenius hatte Mitte des Monats schon angekündigt, konzernweit rund 1,4 Milliarden Euro Personalkosten einsparen und jede zehnte Management-Stelle streichen zu wollen, aber keine Details genannt.

Sozialverträgliche Einigung angedacht

„Mit den jetzt gemeinsam mit dem Betriebsrat beschlossenen Eckpunkten zur Verschlankung des Unternehmens können wir dieses Ziel bis Ende 2022 erreichen. Wir werden die Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich gestalten“, so Porth.

Neben den Stellenabbau soll es auch zur weiteren Absenkung der Personalkosten dadurch kommen, dass es Angebot zur Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit geben soll. Das Unternehmen kündigte zugleich an, dass auslaufende Arbeitsverträge von Zeitarbeitskräften in der Verwaltung nur noch sehr restriktiv verlängert werden. Das gleiche trifft auf befristete 40 Stunden-Verträge der Stammbelegschaft zu.

Das Vorhaben, mögliche Tarifsteigerungen in der Metall- und Elektroindustrie im kommenden Jahr nicht bei Daimler zu übernehmen, ist dagegen laut Betriebsrat vom Tisch. „Den Beschäftigten darf nicht in die Tasche gegriffen werden“, betonte der stellvertretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ergun Lümali. „Wir wollen keine reine Debatte über Köpfe führen – der Fokus der Personalkostenreduzierung muss auf der Verbesserung von Prozessen und Abläufen liegen.“ Der Abbau von Kapazitäten dürfe nicht zu einer Leistungsverdichtung führen.

Fülle von Problemen

Daimler hat mit einer Fülle von Problemen zu kämpfen, die dem Autobauer 2018 – noch zu Zeiten von Dieter Zetsche – erst einen herben Gewinneinbruch beschert und ihn dann Mitte dieses Jahres gar zeitweilig in die roten Zahlen gedrückt haben.

So muss der Konzern Milliarden für seine Diesel-Altlasten zurückstellen, während zugleich der Hochlauf der Elektroauto-Produktion und die Entwicklung von Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren gewaltige Summen verschlingen. Dazu kamen Produktionsprobleme und ein schwächelnder Absatz, der erst vor wenigen Monaten langsam wieder auf Touren kam. (AG/dpa)