Autofahrer müssen 2018 tiefer in die Tasche greifen

AU kehrt zurück

Die AU feiert Comeback. Foto: Promotor
Die Abgasuntersuchung kehrt zurück. © Promotor

Im kommenden Jahr werden einige Neuerungen die Autofahrer in Deutschland kräftiger zur Kasse bitten. Dabei nehmen die Abgase eine besondere Rolle ein – abgesehene von drohenden Fahrverboten.

Mit dem neuen Jahr müssen sich Autofahrer in Deutschland wieder auf einige wichtige Neuerungen und Änderungen einstellen. So kehrt 2018 die obligatorische Endrohrmessung zurück, zudem greift eine neue Winterreifenregelung, die härtere Strafen vorsieht.


Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2018 eine Abgasuntersuchung benötigen, werden sich grundsätzlich auch einer Endrohrmessung unterziehen müssen. Dem viele Jahre praktizierten Prozedere der Prüfung der Abgaswerte per fahrzeugeigener On-Board-Diagnose (OBD) für Autos ab Baujahr 2006 wird nicht mehr vertraut, was übrigens eine direkte Konsequenz aus dem Abgasskandal ist. Entscheidend ist künftig also, was bei Autos hinten raus kommt. Unter anderem für Fahrzeuge mit manipulierter Motorsteuerungssoftware (Chiptuning) könnte damit die AU zum Problem werden, denn Manipulationen werden sich künftig im Rahmen der Abgasmessung besser nachweisen lassen.

eCall-Notrufsystem wird Pflicht für Neuwagen

Eine weitere Neuerung tritt am 1. April in Kraft, denn ab diesem Zeitpunkt müssen Neuwagen in Deutschland grundsätzlich mit einem eCall-Notrufsystem ausgestattet sein. Dieses befähigt Fahrzeuge, bei Unfällen automatisch einen Notruf abzusetzen, was wiederum den Prozess zum Aktivieren der Rettungskräfte beschleunigt. Außerdem werden Leitstellen informiert, auch wenn Insassen dazu nicht mehr in der Lage sind. Ein eCall-System übermittelt unter anderem Ort und Zeitpunkt des auslösenden Ereignisses sowie Insassenanzahl, Treibstoffart und Fahrtrichtung.

Ab 1. Januar müssen neu angeschaffte Winterreifen ein Alpine-Symbol tragen. Bislang genügte das M+S-Symbol, doch künftig verlangt der Gesetzgeber den Berg mit Schneeflocke als Hinweis auf eine für winterliche Winterung angemessene Bereifung. Wer aktuell Reifen mit M+S-Symbol ohne Alpine-Kennung nutzt, darf dies übrigens noch bis in die Wintersaison 2023/24 hinein. Ab dem kommenden Jahr produzierte Reifen müssen das das Alpine-Symbol tragen. Wird gegen die Winterreifenverordnung verstoßen, kann die Polizei künftig neben dem Fahrer auch den Halter belangen. Und statt 60 kann das künftig 75 Euro oder im Fall einer Gefährdung auch mehr kosten. Wie bisher gibt es außerdem ein Flensburg-Punkt.

WLTP statt NEFZ

Noch unklar ist, ob es kommendes Jahr zu Diesel-Fahrverboten in deutschen Großstädten kommen wird. Nach derzeitiger Lage könnte das durchaus der Fall sein, denn in einigen deutschen Großstädten werden die Abgasgrenzwerte unvermindert überschritten. Das ist schon seit vielen Jahren der Fall und eigentlich ein Verstoß gegen geltendes EU-Recht. Am 22. Februar 2018 könnte am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eine wegweisende Entscheidung fallen. Dort wird letztinstanzlich entschieden, ob Diesel-Fahrverbote in Stuttgart verhängt werden dürfen, sofern die Grenzwerte dort nicht eingehalten werden.

Apropos Abgase: Ab 1. September 2018 wird bei der Bestimmung der Abgaswerte von neu zugelassenen Pkw offiziell nicht mehr nach dem NEFZ-, sondern nach dem WLTP-Zyklus gemessen. Dieses Verfahren soll praxisnähere Werte liefern, was in der Konsequenz allerdings auch zu höheren Verbrauchswerten führen dürfte. Höhere Verbrauchswerte und als auch höhere CO2-Emissionen führen zu höheren Steuern. Denn schließlich gelten die Messungen des WLTP-Zyklus als Grundlage für die Höhe der Kfz-Steuer. Der Anstieg dürfte im Schnitt bei rund 20 Prozent liegen.

Lkw-Maut auf Bundesstraßen

Teurer wird für etwa jeden siebten Autofahrer zum 1. Januar auch die Kfz-Versicherung. Ab diesem Stichtag gelten neue Typ- und Regionalklassen, die allerdings nicht in jedem Fall zu einer Tarifanhebung führen.

Ausweichen auf Bundesstraßen lohnt sich für Lkw-Fahrer ab dem 1. Juli 2018 nicht mehr. Die so genannte Lkw-Maut weitet sich auf ein fast 40.000 Kilometer langes Streckennetz aus. Darunter befinden sich auch einige Landstraßen. Die Regierenden erwarten Mehreinnahmen von zwei Milliarden Euro jährlich. (SP-X)

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