ADAC-Pannenstatistik: Verlierer und Gewinner

Gute Noten für Audi, BMW, Toyota

ADAC-Pannenstatistik: Verlierer und Gewinner
Ein Pannenhelfer des ADAC im Einsatz. © ADAC/Uwe Rattay

Die Corona-Pandemie hat auch für die Pannenhelfer des ADAC in 2020 zu weniger Arbeit geführt. Sie rückten insgesamt 3,4 Millionen Mal aus. Hauptursache war die Batterie.

In 2019 hatte die Zahl der Einsätze der ADAC-Pannenhelfer noch bei 3,8 Millionen gelegen, wie der Automobilclub mitteilte. Das Gros der Einsätze lag dabei mit 46,3 Prozent bei Problemen mit der Batterie. Dieser Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass die Autos während des Lockdowns wochenlang nicht bewegt wurden.


Dahinter rangieren mit 15,9 Prozent Probleme mit dem Motor oder dem Motormanagement. An dritter Stelle mit 14,2 Prozent bei den häufigsten Pannenursachen kommen Probleme mit Karosserie, Lenkung, Bremsen, Fahrwerk und dem Antrieb. Die Zahl der Hilfegesuche bei Elektroautos hat sich im Vergleich zum Vorjahr in 2020 auf mehr als 9000 vergrößert.

Drei Autobauer besonders zuverlässig

Wie aus der Pannenstatistik hervorgeht, waren im Vorjahr vor allem die Modelle von Audi, BMW und Toyota. Bei Audi waren der A3, A4, A5, Q3 und Q5 besonders zuverlässig, bei BMW waren es der 1er, 2er, 3er, 4er, X1, X3 und Mini.

Von den erfassten 109 Modellreihen zeigten sich 40 besonders zuverlässig. Bei der Hälfte gibt es ein geteiltes Bild und bei 16 Modellen gab es besonders schlechte Ergebnisse.

Kleinstwagen

Der Toyota Aygo ist ideal für die Stadt. Foto: Toyota

Am besten schnitt über alle Baujahre der Toyota Aygo ab. Vor allem die Modelle vor 2016 glänzten. Am Ende des Rankings finden sich Smart Fortwo und Forfour, die vor allem ab dem Baujahr 2015 negativ auffielen.

Kleinwagen

Gleich zehn Top-Modelle führt der Automobilclub in der Kleinwagen-Klasse auf. Auffällig wenige Pannen hatten demnach über alle Baujahre Audi A1, Citroen C3, Fiat Punto, Honda Jazz, Mazda CX-3, Mini, Mitsubishi Space Star, Peugeot 2008, Renault Captur und Skoda Fabia. Negativ aufgefallen sind Opel Meriva und Hyundai i20. Bei letzterem betrifft das allerdings nur die Baujahre vor 2016.

Kompaktklasse

Der Seat Leon sorgt für Emotionen in der Kompaktklasse. Foto: Seat

Im Golf-Segment findet sich VWs Bestseller zwar nicht in der Spitzengruppe, dafür einige enge Verwandte wie Audi A3 und Q3, Seat Leon und VW Beetle sowie der etwa entfernteren Cousin Skoda Rapid. Dazu kommen BMW 2er, Hyundai Tucson, Mazda CX-5, Mercedes A-Klasse, CLA und GLA und Mitsubishi ASX. Zu den Flops zählen Kia Ceed und Sportage älterer Baujahre, Nissan Qashqai, Opel Astra, Renault Kangoo und Scénic.

Mittelklasse

In der Dienstagen-Klasse dominieren deutsche Modelle. Die geringste Pannengefahr besteht der Statistik zufolge bei Audi A4, A5 und Q5, BMW 3er, 4er und X3, Mercedes C-Klasse, GLC und GLK sowie beim Volvo XC60. Am unteren Ende des Rankings liegen Opel Insignia und die Vans Ford S-Max, VW Sharan und Seat Alhambra.

Obere Mittelklasse

Der Audi A6 Avant ist als Dienstwagen beliebt. Foto: Audi

Auch das Business-Segment ist klar in deutscher Hand, auch mangels ausländischer Konkurrenz auf dem Markt. Positive Erwähnung finden Audi A6 und BMW 5er, in der Flop-Kategorie taucht die Mercedes E-Klasse auf. Bei ihr verhageln vor allem schlechte Ergebnisse in den Baujahren 2011 und 2012 das Gesamtbild.

Hersteller teils mit eigenen Pannendiensten

Die Pannenstatistik des ADAC erlaubt keine absoluten Qualitätsurteile über bestimmte Baureihen, zeigt aber Indizien und Tendenzen. Zu den wichtigsten verzerrenden Faktoren zählt der Umstand, dass einige Hersteller eigene Pannendienste unterhalten. Häufig im Rahmen einer Mobilitätsgarantie, die für die ersten Neuwagenjahre gilt.

Ihre Fahrzeuge sind dann in der ADAC-Statistik nicht aufgeführt. Außerdem dürften hochpreisige Modelle in der Regel statistisch besser abschneiden als günstige, weil ihre Halter mehr in Pflege und Wartung investieren können oder wollen. Zusätzlich parken solche Autos häufiger in Garagen, was sie unter anderem weniger empfindlich gegenüber kältebedingten Batterieausfällen macht – einen der Hauptgründe für einen ADAC-Einsatz. Ein gut von seinem Besitzer in Schuss gehaltenes Billigauto kann daher im Einzelfall durchaus genau so zuverlässig sein wie das Modell einer teuren Marke. Wer einen Autokauf plant, sollte sich daher nicht allein auf eine Pannenstatistik verlassen, sondern auch andere Quellen hinzuziehen. (FM/SP-X)

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