31. März 2015

CAR-Studie Neuwagenmarkt in Deutschland verliert Ertragsfähigkeit

Die Zahl der Rabatte und Eigenzulassungen nimmt zu.
Die Zahl der Rabatte und Eigenzulassungen nimmt zu. © dpa

Trotz günstiger Kraftstoffpreise und besser werdender Konjunktur sinken in die Deutschland die Gewinne der deutschen Autobauer. Besonders die Volumenhersteller tragen Schuld an der Misere.




Rabatte und Eigenzulassungen prägen immer mehr den deutschen Neuwagenmarkt. Der CAR Rabatt-Index erreichte im März den zweithöchsten Anteil seit Beginn der Untersuchungen im Jahr 2010. „Der Trend zu steigenden Rabatten im deutschen Automarkt ist ungebrochen. Die deutschen Volumenhersteller sind ins Rabattgeschäft in großen Umfang eingestiegen“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Institutes der Universität Duisburg-Essen.


VW mit knapp 30 Prozent Eigenzulassungen

Während zum Ende des vergangenen Jahres und Beginn des neuen Jahres der Trend der Rabatte nach unten zeigte, zeigt die Kurve in den Monaten Februar und März wieder deutlich nach oben. Dabei stieg die Zahl der Sonderaktionen der Hersteller, bei denen spezielle Kundenvorteile zum Tragen kommen, auf 433 im März. Die großen Internetvermittler gewährten im März rund 20,3 Prozent Rabatte und auch die Zahl der Eigenzulassungen nahm wieder zu und lag im dritten Monat bei durchschnittlich 31,0 Prozent.

Laut dem Institut hat allein VW knapp 30 Prozent der Neuwagen als Eigenzulassungen auf den Markt gebracht. Durch seine Marktführerschaft mit knapp einem Viertel Marktanteil prägen die Wolfsburger und auch die VW-Töchter Skoda und Seat damit das Bild deutlich.

Trend beeinflusst Kaufverhalten

Den Opel Corsa gibt es mit Rabatten bis zu 24 Prozent
Den Opel Corsa gibt es mit Rabatten bis zu 24 Prozent © Opel

Opel hat in den letzten 14 Monaten sogar 43,2 Prozent aller Neuwagen als Eigenzulassungen auf den Markt gebracht. Der Trend der Hersteller beeinflusst das Kaufverhalten der Kunden, die lieber bei Eigen- oder Tageszulassungen zugreifen und den hohen Rabatt gerne mitnehmen. Dadurch verlieren die Neuwagen in Deutschland immer weiter an Wert.

Und der Trend wird länger anhalten, da die Spirale nicht einfach zurückgedreht werden kann. So hatte Opel den auslaufenden Corsa mit Rabatten von über 30 Prozent feilgeboten – aber auch das neue Modell kann bei Internetvermittlern mit bis zu 24 Prozent Nachlass erworben werden.

Ford setzt auf Rabatte

Die Rüsselsheimer führen mit 44,7 Prozent auch weiterhin das Feld der Eigenzulassungen unter den deutschen Herstellern an. Audi folgt mit 36,5 Prozent vor VW mit 29 Prozent sowie BMW, Mercedes und Ford. Die Kölner halten sich mit 23,3 Prozent als Schlusslicht der deutschen Hersteller bei Eigenzulassungen zurück, setzen dafür auf Rabatte, die auch schon mal 34 Prozent erreichen können. Insgesamt wurden im Februar bei 71.190 verkauften Neuwagen 31,9 Prozent neu zugelassen.

Bei den Importeuren liegen Honda, Mazda und Fiat mit Quoten zwischen 49 und 65 Prozent an der Spitze der Eigenzulassungen, Dacia mit neun Prozent, Smart (17 Prozent) und Suzuki (20 Prozent) weisen die niedrigsten Eigenzulassungsquoten auf. (AG)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke VW

Streit eskaliertHändler fühlen sich von VW im Stich gelassen

Die VW- und Audi-Händler liegen mit dem Autobauer im Streit. Sie fühlen sich wegen der Dieselkrise im Stich gelassen.


Plus acht ProzentVW-Konzern mit starkem Absatzplus im August

Der VW-Konzern konnte im August seinen weltweiten Absatz deutlich steigern können. In Deutschland gab es indes Verluste, trotz Umweltprämie.


Insgesamt 13 Milliarden Euro ADAC fordert von VW Entschädigung für deutsche Dieselfahrer

Es ist eine Forderung, die verpuffen wird. Doch der ADAC verlangt von VW eine freiwillige Entschädigung von 5000 Euro für deutsche Dieselfahrer.



Mehr aus dem Ressort

Renault-Nissan-Präsident Carlos Ghosn
Neue Strategie «Alliance 2022»Renault-Nissan-Allianz strebt in Richtung weltgrößter Autohersteller

Die Renault-Nissan-Allianz will bis 2022 14 Millionen Autos pro Jahr verkaufen. Gemeinsam mit Mitsubishi sollen in diesem Zeitraum zehn Milliarden Euro an Synergien pro Jahr eingespart werden.


Einstieg beim FahrdienstanbieterAlphabet plant Milliarden-Beteiligung an Lyft

Bei Uber ist die Google-Mutter Alphabet bereits beteiligt. Nun will man auch beim Konkurrenten Lyft groß einsteigen.


Takata
Airbag-ProblemeVW startet Millionen-Rückruf in China

Volkswagen muss in China knapp fünf Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten beordern. Einmal mehr bereiten die Airbags von Takata Probleme.