29. März 2016

Real Driving Emissions und WLTP Opel testet für mehr Transparenz

Mit dem neuen Astra beginnt Opel die neue Messverfahren.
Mit dem neuen Astra beginnt Opel die neue Messverfahren. © Opel

Opel führt die ab dem kommenden Jahr geltenden Emissions- und Verbrauchstest früher ein. Zudem wollen die Rüsselsheimer die Stickstoff-Emissionen bei den Euro-6-Dieselmotoren mit SCR-Technologie verringern.




Opel greift den schärferen Testverfahren bei der Verbrauchs- und Emissionsermittlung voraus. Die Rüsselsheimer wollen - wie schon im vergangenen Dezember angekündigt - ab Juni 2016 ihre Fahrzeuge beginnend mit dem neuen Astra nach dem ab 2017 geltenden WLTP-Verfahren testen. Zugleich sollen ab August die NOx-Emissionen bei den SCR-Dieselanwendungen (Selective Catalytic Reduction) vermindert werden, wie der Hersteller mitteilte.

Die Verminderung der Emissionen sei laut Opel ein erster früher Zwischenschritt in Richtung der sogenannten RDE-Gesetzgebung (Real Driving Emissions), die im September 2017 in Kraft treten wird. „Wir bei Opel sind fest davon überzeugt, dass die Industrie Vertrauen zurückgewinnen muss. Dazu bedarf es einer größeren Transparenz gegenüber Kunden und Behörden. Opel macht diesen Schritt in Richtung RDE, um zu zeigen, dass das geht“, sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann.


Opel kontert anschuldigungen der DUH

Mit diesem Schritt will Opel auch die kontinuierlichen Anschuldigungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) entkräften, die dem Hersteller zu hohe Verbrauchswerte beim Opel Zafira Tourer vorwirft. Auch Volvo-Entwicklungschef Peter Mertens hatte im letzten Jahr bereits angekündigt, dass auch die Schweden ab diesem Jahr ihre Autos nach dem neuen Testverfahren prüfen lassen wollen.

Bei dem WLTP (Worlwide Harmonized Light Duty Test Procedure) wird eine Verbrauchsspanne zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wert angegeben. Opel wird die Testergebnisse auf einer Micro-Website veröffentlichen.

Serviceaktion für 57.000 Opel

Die ab August beginnende Verbesserung der SCR-Dieseltechnologie wirkt sich auch auf bereits zugelassene 57.000 Fahrzeuge der Modelle Zafira Tourer, Insignia und Cascada aus, welche einer Serviceaktion ab Juni 2016 unterzogen werden.

„Ich glaube fest daran, dass die Diesel-Technologie nur dann auch in Zukunft eine wichtige Rolle in Europa spielen wird, wenn die Industrie den Weg der kontinuierlichen Verbesserung konsequent weiter geht. Das ist einer der Gründe, warum wir die SCR-Technologie beginnend mit dem Kalenderjahr 2018 in unserer gesamten Diesel-Flotte einführen werden“, so Neumann weiter. (AG/TF)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke Opel

Nach Gesprächen mit PSA-SpitzeOpel-Arbeitnehmervertreter vertrauen Tavares Aussagen

PSA-Chef Carlos Tavares will im Zuge einer möglichen Übernahme Opel als eigenständiges Unternehmen belassen. Auch die bestehenden Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern sollten unangetastet bleiben.


«Erste konstruktive Signale für Beschäftigte»Dudenhöffer: Jeder dritte Opel-Job in Gefahr

Bis zum Beginn des Automobilsalons in Genf in zweieinhalb Wochen sollen die Übernahmegespräche zwischen PSA Peugeot Citroen und Opel per Vertrag abgeschlossen sein. Danach beginnt der große Zittern der rund 19.000 deutschen Opel-Beschäftigten.


Neues SUV der RüsselsheimerOpel Crossland X: Mit Synergien Erfolgskurs fortsetzen

Das Tagesgeschäft für Opel muss weitergehen. Daran ändert auch der mögliche Kauf durch den PSA-Konzern nichts. Schließlich will man in diesem Jahr sieben neue Modelle auf den Markt bringen. Dazu gehört auch der Crossland X – ein Gemeinschaftsprodukt mit den Franzosen.



Mehr aus dem Ressort

Herbert Diess VW
Streit um «Zukunftspakt» beigelegtVW plant Führungsrolle bei elektrischer vernetzter Mobilität

In diesem Jahr will VW die Umrüstung der manipulierten Diesel-Fahrzeuge abschließen. Mit einer Produktoffensive in diesem Jahr soll dann der Grundstein für eine glänzende Zukunft gelegt werden.


Audi-Chef Rupert Stadler
Im Zuge des Diesel-SkandalsEhemaliger Chefentwickler beschuldigt Audi-Chef Stadler

Im Zuge des VW-Abgas-Skandals gerät nun auch Audi-Chef Rupert Stadler wieder unter Druck. Ein inzwischen gekündigter Chef-Entwickler sieht sich als Bauernopfer und Spielball von VW-Vorstand und Aufsichtsrat.


Herbert Diess
IG Metall moniert VerstoßVW-Markenchef Diess prüft Gewerkschaftsbonus

Herbert Diess prüft mögliche Vorteile der Gewerkschaftszugehörigkeit bei Beförderungen. Laut der IG Metall verstößt der VW-Markenchef dabei gegen das Arbeitsrecht.