7. Dezember 2016

Angeblicher Abgas-Schwindel Daimler in den USA mit Etappensieg

Eine Klage gegen Daimler wurde abgeschmettert
Eine Klage gegen Daimler wurde abgeschmettert © dpa

Autobesitzer in den USA sind mit einer Klage gegen Daimler wegen Abgas-Schwindels gescheitert. Der Richter gab den Klägern aber die Chance, die Vorwürfe zu überarbeiten.




Daimler hat in den USA einen Etappensieg im Rechtsstreit über angeblichen Abgas-Schwindel bei Dieselwagen erreicht. Das zuständige Gericht in Newark (Bundesstaat New Jersey) wies am Dienstag (Ortszeit) eine Sammelklage von Autobesitzern ab, die dem deutschen Hersteller und seiner Tochter Mercedes-Benz in den Vereinigten Staaten manipulierte Werte des Schadstoffs Stickoxid und irreführende Werbung vorgeworfen hatten.

Der Richter hielt die im Februar eingereichte Klage in entscheidenden Punkten für unzureichend. Er gab den Klägern jedoch die Chance, ihre Vorwürfe in überarbeiteter Form neu einzureichen.


Klägeranwalt zuversichtlich

Klägeranwalt Steve Berman kündigte auf Nachfrage an, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Es sei ein Leichtes, die vom Richter beanstandeten Mängel zu beheben, meinte er. Zudem sei bislang nur eine von zwei Sammelklagen seiner Kanzlei abgewiesen worden.

Bei den Anschuldigungen geht es um die Stickoxid-Emissionen von Fahrzeugen mit BlueTec-Dieselmotoren. Daimler steht demnach im Verdacht, Messwerte - ähnlich wie Volkswagen - mit einer illegalen Abschalteinrichtung («defeat device») manipuliert zu haben.

Daimler hält Klage für unbegründet

Die Stuttgarter begrüßten die Entscheidung des Gerichts. «Wir halten die Klage für unbegründet und werden uns dagegen mit sämtlichen juristischen Mitteln zur Wehr setzen», sagte eine Unternehmenssprecherin. Bislang hat die US-Umweltbehörde EPA nur VW des gezielten Abgasbetrugs bezichtigt. Allerdings leiteten die US-Regulierer im Zuge der Klage gegen Daimler eine Untersuchung ein.

Das Justizministerium in Washington hatte den Hersteller der Marken Mercedes-Benz und Smart im April aufgefordert, das Zustandekommen der offiziellen Abgaswerte in den USA intern und unter Einbeziehung der Aufseher unter die Lupe zu nehmen. Mit der Untersuchung beauftragte Daimler externe Anwälte, die seit Ende April im Haus unterwegs sind. Geleitet wird die Prüfung aber von der internen Revision des Autobauers. Zum aktuellen Stand des Verfahrens wollte sich die Sprecherin nicht äußern.

DUH klagt in Deutschland gegen Daimler

In Deutschland muss sich Daimler demnächst in einer ähnlichen Sache vor Gericht verantworten. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte im Frühjahr eine Unterlassungsklage wegen Verbrauchertäuschung eingereicht. Sie wirft dem Autobauer vor, Kunden mit Werbung über saubere Dieselmotoren der C-Klasse in die Irre geführt zu haben.

Dabei geht es unter anderem um die Aussage, dass die Stickoxid-Emissionen durch die Abgas-Nachbehandlung um bis zu 90 Prozent reduziert werden könnten. Daimler weist auch diese Vorwürfe als unbegründet zurück. (dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr aus dem Ressort

Abgas Ausouff neu Aufmacher dpa
Zu hohe Stickoxid-WerteDiesel-Gipfel sucht Lösungen zur Nachrüstung

Am 2. August kommen Bund, Länder und die Autobranche zur Klärung der Nachrüstung von Dieselfahrzeugen zusammen. Damit soll auch ein EU-Verfahren gegen Deutschland abgewendet werden.


Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt
Zwei Diesel-Modelle im VisierVerkehrsminister Dobrindt plant neues Messinstitut

Verkehrsminister Alexander Dobrindt will ein neues Institut zum Messen von Emissionen einrichten. Bei zwei von derzeit 19 getesteten Modellen ergaben sich derweil höhere CO2-Ausstöße.


Firmensitz Takata in Aisho neu Aufmacher dpa
Nach weltweitem Rückruf-DesasterAirbag-Hersteller Takata meldet Insolvenz an

Nach einem weltweiten Rückruf-Desaster geht der japanische Airbag-Hersteller Takata in den USA und Japan in die Insolvenz. Grund dafür seien die immensen Kosten wegen der millionenfachen Rückrufe.