29. Februar 2016

Umwelthilfe verklagt Autobauer Daimler weist Anschuldigungen der DUH zurück

Die C-Klasse ist das Streitobjekt
Die C-Klasse ist das Streitobjekt © Mercedes

Die Daimler AG schaut der von der Deutschen Umwelthilfe angestrebten Klage gelassen entgegen. Während die DUH falsche Stickoxid-Werte anprangert, vertraut der Hersteller auf die laufenden Prüfungen der Behörden.




Die Daimler AG blickt der bevorstehenden Klage durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit großer Gelassenheit entgegen. Der Verein verklagt den Autobauer, falsche Qualitätsversprechen abgegeben und damit die Kunden getäuscht zu haben.

„Daimler täuscht die Verbraucher in Modellkatalogen und auf der Konzern-Homepage weiterhin mit falschen Aussagen zu angeblich minimalen NOx-Emissionen des Diesel-Modells Mercedes-Benz C 220 BlueTEC CDi (Euro 6). Die DUH wird deshalb vor dem Stuttgarter Landgericht Klage gegen die Daimler AG einreichen, um die Fortsetzung der Verbrauchertäuschung für alle von den Abgasmanipulationen betroffenen Fahrzeugen gerichtlich untersagen zu lassen“, heißt es in einer Pressemitteilung der DUH.


Daimler gelassen

Daimler selbst weist die Anschuldigungen zurück. „Die angekündigte Klage entbehrt jeder Grundlage und wir sehen ihr mit Gelassenheit entgegen. Wir weisen den Vorwurf der DUH e.V. auf das Schärfste zurück, dass unsere Kunden mit falschen Qualitätsversprechen getäuscht würden“, heißt es aus Stuttgart.

Die DUH hatte im Februar Messungen aus den Niederlanden veröffentlicht, die bei Temperaturen unter zehn Grad plus einen 28-fachen höheren NOx-Wert als erlaubt ergeben hatten. Im Labor wurde dagegen eine 90-prozentige Abgasreinigung gemessen, auf die sich Daimler stützt.

„Die wiederholten, nicht belegten Vorwürfe und eine irreführende Darstellung des Vereins DUH verstehen wir als Versuch, das Unternehmen Daimler zu diskreditieren. Wir vertrauen in die professionelle Arbeit der öffentlich legitimierten Behörden und ihre laufenden Prüfungen und werden diese auch weiterhin vollumfänglich unterstützen“, heißt es weiter. (AG/TF)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke Daimler

Verdacht auf Abgas-BetrugStaatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt bei Daimler

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat mehrere Standorte bei Daimler durchsucht. Die Ermittlungen richten sich gegen bekannte und unbekannte Mitarbeiter wegen des Verdachtes auf Manipulationen bei der Abgasnachbehandlung.


Batteriefabrik von Daimler-Tochter AccumotiveBundeskanzlerin Merkel glaubt an Durchbruch der Elektromobilität

Das Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 hat Angela Merkel erst kürzlich gekappt. Die Bundeskanzlerin glaubt trotzdem an den Durchbruch der Elektromobilität, sagte sie bei der Grundsteinlegung der Batteriefabrik von Daimler-Tochter Accumotive.


Internet-Konferenz re:publicaDaimler-Zukunftsforscher glaubt nicht an Zukunft von Carsharing

Alexander Mankowsky sieht kaum Chancen für einen Carshring-Markt der Zukunft. Der Zukunftsforscher von Daimler Research & Development sieht eher, dass künftig Fahrzeuge für spezielle Zwecke unterwegs sein werden.



Mehr aus dem Ressort

Bundesverbraucherminister Heiko Maas
Hersteller sollen für Schäden aufkommenMaas wirbt für Klagemöglichkeiten geschädigter Kunden

Heiko Maas wirbt für neue Klagemöglichkeiten der Verbraucher bei Massenanfällen wie beim Diesel-Skandal. Auch beim Kraftfahrtbundesamt sollte ein Verbraucherbeirat isntalliert werden, sagte der Bundesverbraucherminister.


Automarken
Basis für den DieselskandalDeutsche Autohersteller unter Kartellverdacht

Das Unheil für deutsche Autobauer wird erweitert. VW und Co. sollen sich samt Zulieferern laut einem Medienbericht abgesprochen haben - auch der Dieselskandal könnte so begonnen haben.


Alexander Dobrindt neu Aufmacher dpa
Vor dem «Diesel-Gipfel» Dobrindt: Millionen-Fonds für umweltfreundliche Mobilität

Alexander Dobrindt will einen Fonds in dreistelliger Millionenhöhe für eine umweltfreundliche Mobilität in den Städten einrichten. Die Autohersteller sollen sich dabei an den Kosten beteiligen.