Rabattniveau auf deutschem Automarkt bleibt hoch

Unterschiedlicher Umgang mit Elektro-Prämie

Schlechte Nachricht für Autobauer: Autos werden immer älter.
Schlechte Nachricht für Autobauer: Autos werden immer älter. © dpa

Volkswagen kämpft aufgrund der Dieselaffäre mit hohen Rabatten und zieht die Mitbewerber mit. Komisch mutet dabei laut dem CAR-Institut der Umgang mit der Förderprämie für Elektroautos an.

Volkswagen geht weiter mit hohen Rabatten die Diesel-Affäre an. Laut dem CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen zieht Europas größter Hersteller die anderen Hersteller in den Preiskampf mit.

„Es sieht so aus, als hätte Dieselgate und die VW-Schwäche das Angebotsverhalten deutlich beeinflusst“, so Car-Leiter Ferdinand Dudenhöffer, „Es gibt wenig Grund dafür, davon auszugehen, dass sich dies in den nächsten Monaten ändern wird.“ Der so genannte Car Rabatt-Index bleibt unverändert im Vergleich zum April auf dem weiter hohen Stand von 126 Punkten.

Kaum Werbung für Elektroprämie

Interessant findet das Institut den Umgang mit der im Mai verabschiedeten Elektroprämie, mit der rein elektrische Autos, Plugin-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge gefördert werden sollen. „Bei den deutschen Herstellern Audi, Mercedes und VW ist das Thema auf den Homepages bisher gar nicht werblich umgesetzt. Wenn man noch nicht Mal auf seinen Websites dies propagiert, muss man davon ausgehen, dass man selbst kaum an die Wirkung der Prämie glaubt“, so Dudenhöffer weiter.

Dagegen geht es bei manchen Importeuren betriebsamer zu. Renault und Nissan schießen zu dem Förderanteil 1000 Euro hinzu, sodass der Zoe, das bestverkaufte Elektroauto in Europa, zum Preis ab 16.500 Euro angeboten wird, zuzüglich der monatlichen Batteriemiete. Bei Nissan sinkt der Preis auf 18.365 Euro plus die monatlichen Kosten für die Batterie. Während die Allianzpartner das Thema proaktiv angehen, zeigen andere ausländische Hersteller wie Kia bisher kaum Interesse, für Ihre elektrischen Erzeugnisse zu werben. Das von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble angekündigte "Windhundrennen" um Förderprämien bleibt aus.

Opel mit größtem Eigenzulassungsanteil

Abseits der Elektroauto-Förderung, die das Rabattniveau in Deutschland so gut wie gar nicht verändert, liegen die von den Herstellern und Importeuren beworbenen Sonderaktionen mit 13,1 Prozent ebenso fast gleichauf zum Vormonat April wie die Händler-Rabatte bei den Internetvermittlern mit durchschnittlich 18,6 Prozent. Der Eigenzulassungsanteil sank um 1,4 Prozentpunkte auf 29,5 Prozent.

Den höchsten Anteil an Eigenzulassungen hat dabei Opel mit 44,1 Prozent nach den ersten vier Monaten des Jahres gefolgt von Seat mit 42,5 und Nissan mit 40,4 Prozent. Dagegen waren Ford mit 21,1, Skoda mit 22,0 und BMW mit 24,7 Prozent laut dem Institut die Marken mit dem niedrigsten Eigenzulassungsanteil. (AG/TF)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.