VW kehrt mit up! zum Volkswagen zurück

Umweltaktivisten beim Abend dabei

VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg präsentiert den up! © dpa

Der VW up! ist der Star in diesem Jahr – und nicht nur bei VW. Auf dem Konzernabend des Unternehmens war der Kleinste der Größte. Aber nicht für alle.

Von Thomas Flehmer

Der Streit mit Suzuki und auch die für 2011 geplatzte Fusion mit Porsche traten für kurze Zeit in den Hintergrund. Auf dem Konzernabend von VW in der Frankfurter Ballsporthalle präsentierten die Wolfsburger mit dem vor vier Jahren angekündigten up! das kleinste Modell, das die höchsten Erwartungen erfüllen soll. Denn der up! soll die Rolle des Käfers übernehmen – was die Verkaufszahlen betrifft. "VW kann auch kleine attraktive Autos bauen", sagte VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg vor rund 3500 geladenen Gästen.

VW up! kostet mindestens 9850 Euro

Der Erfolg soll auch durch den Preis erzielt werden. Hackenberg gab vor zahlreichen Prominenten zugleich den Einstiegspreis über 9850 Euro bekannt. Traditionell fehlen dann Klimaanlage und andere Annehmlichkeiten, die den Preis dann doch wieder in den fünfstelligen Bereich treiben werden.

Doch mit einem Angebot unterhalb des Polo trifft VW den Kern, denn gerade Kleinwagen werden immer beliebter. "Der up! ist Volkswagen pur", sagt Hackenberg. Als Bluemotion-Modell stößt der up! lediglich 79 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft.

Mitbewerber im eigenen Haus

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Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass VW auch beim up! zwar traditionell später einsteigt, um die Mitbewerber dann ganz schnell zu überholen. Schwierigkeiten bereiten könnten dem up!, der in den kommenden Jahren auch noch in anderen Variationen erscheinen wird, die Modelle der Tochter-Firmen Skoda und Seat.

Der Skoda City und der Seat Mii, die ebenso am Abend ihre Weltpremiere feierten, werden noch etwas günstiger als der VW angeboten, doch gerade in dem Kleinwagensegment werden die Unterschiede wohl nicht allzu deutlich ausfallen.

VW-Töchter am Rand

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Durch den up! wurden die zahlreichen Neuheiten von VW und den VW-Töchtern in den Schatten gestellt, sei es der neue Bugatti Veron, dessen Lackierung zum Teil aus Porzellan besteht oder die Skoda-Studie Mission L sowie der Bentley Continental GTC, das Concept Car Seat IBL oder auch der neue Porsche 911 und der neue Gallardo von Lamborghini. Da halfen auch die künstlerischen Darbietungen nichts, die die neuen Modelle im schönsten Licht darstellten, um den up! in den Schatten zu stellen.

Überraschung an der Hallenwand

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Natürlich war der Streit mit Suzuki auch am Rande ein Thema, doch weder VW-Martin Winterkorn noch Aufsichtsratschef Ferdinand Piech wollten den Konflikt hochkochen lassen und hielten sich mit Zukunftsszenarien bedeckt. "Wie oft in solchen Partnerschaften gibt es mal Irritationen. Aber wir stehen zu unseren Investitionen, wir stehen zu unserem Engagement. Es wird Gespräche geben - und dann sehen wir mal weiter", so Winterkorn.

Doch nicht nur intern hatten die Macher zu kämpfen. Während der Show hatten Umweltaktivisten an die Hallenwand per Beamer eine Botschaft hinterlassen. "Volkswagen ist nicht up! to date." Die VW-Angestellten, die auf dem Parkplatz waren, hatten alle Hände voll zu tun, die Botschaft durch zusätzliches Licht unsichtbar zu machen. Unter anderem Greenpeace kämpft verstärkt gegen die Aufpreispolitik des Konzerns. Durch hohe Extrakosten für sinnvollen Spritsparmaßnahmen wie Bluemotion werden die Endverbraucher kaum erreicht.