VW nimmt größte Hürde beim Diesel-Skandal

US-Richter gibt Zustimmung für Vergleich

VW nimmt größte Hürde beim Diesel-Skandal
VW hat eine wichtige Hürde genommen in den USA © VW

Volkswagen kann nach der Vergleichs-Zustimmung durch Richter Charles Breyer in den USA die größte Hürde des Abgas-Skandals angehen. Eine weitere Lösung bahnt sich für Anfang November an.

Volkswagen kann den dicksten Brocken seiner «Dieselgate»-Rechtslasten in den USA aus dem Weg räumen. Der für Hunderte Zivilklagen zuständige Richter Charles Breyer gab am Dienstag seine endgültige Zustimmung zu einem Vergleich, der den Konzern bis zu 16,5 Milliarden Dollar (15,2 Mrd Euro) kosten könnte. Der Kompromiss sei «fair, angemessen und adäquat», teilte Breyers Gericht mit. Der Richter hatte schon bei einer Anhörung vor einer Woche signalisiert, dass er grünes Licht geben würde.

„Die abschließende Genehmigung der 2,0-l-TDI-Vergleichsvereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, die Dinge in den USA wieder in Ordnung zu bringen. Den großen Einsatz, den alle an diesem Prozess beteiligten Parteien erbringen, wissen wir sehr zu schätzen“, sagte VW Amerika-Chef Hinrich Woebcken, „Volkswagen ist bestrebt sicherzustellen, dass das Programm nun so reibungslos wie möglich für unsere betroffenen Kunden umgesetzt wird. Um das zu gewährleisten, haben wir erheblich an Ressourcen und Personal aufgestockt."

Vorschläge für Einigung bei Drei-Liter-Motoren bis zum 3. November

VW hatte die Entschädigungslösung zur Beilegung des Rechtsstreits bereits im Juni mit US-Behörden und zahlreichen Dieselbesitzern ausgehandelt, später einigte man sich auch mit klagenden US-Autohändlern. Breyer hatte den Vergleich im Juli zunächst auf vorläufiger Basis genehmigt. Bei den US-Kunden war der Kompromiss auf breite Zustimmung getroffen. Die überwiegende Mehrheit hat sich bereits registriert, um das Angebot anzunehmen.

Der Kompromiss gilt für rund 475.000 VW-Dieselwagen mit 2,0-Liter-Motoren, die mit einer Software zum Austricksen von Abgastests ausgerüstet sind. VW hatte den Schwindel im September 2015 nach Vorwürfen des US-Umweltamts EPA eingeräumt. Bei zusätzlichen etwa 85.000 Fahrzeugen mit größeren 3,0-Liter-Motoren, die auch bei Audi und Porsche verarbeitet wurden, ringt der Konzern allerdings weiter um eine Lösung mit den US-Behörden. In dieser Angelegenheit will Richter Breyer bis zum 3. November detaillierte Vorschläge sehen.

Betroffener Eigentümer können wählen

Beim 2,0l-TDI-Vergleichsprogramm können die betroffenen Eigentümer und Leasingnehmer wählen, ob sie einen Rückkauf oder eine vorzeitige Beendigung des Leasings in Anspruch nehmen möchten, oder ob sie eine technische Anpassung ihres Fahrzeuges wünschen, sobald diese genehmigt wird. Auch frühere betroffene Eigentümer und Leasingnehmer erhalten zusätzlich eine Ausgleichszahlung von Volkswagen.

Der Konzern zahlt zudem über einen Zeitraum von drei Jahren eine Summe von 2,7 Milliarden US-Dollar in einen Fond, um überhöhte Stickoxid-Emissionen von 2,0l-TDI-Fahrzeugen auszugleichen. Weiterhin wird Volkswagen zehn Jahre lang jeweils zwei Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur für Null-Emissions-Fahrzeuge sowie in Initiativen investieren. (AG/dpa)

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