VW wirbt mit Gutschein bei US-Kunden um Vertrauen

Wegen Abgasskandal

Der Diesel wird in den USA kaum mehr nachgefragt
Der Diesel wird in den USA kaum mehr nachgefragt © dpa

Der VW-Konzern will US-Kunden im Zusammenhang mit dem Abgasskandal mit einem Einkaufsgutschein besänftigen. Der Autobauer bietet 1000 Dollar und für drei Jahre eine kostenlose Pannenhilfe.

Volkswagen greift tief in die Tasche, um den Ärger von Kunden in den USA über den Abgas-Skandal zu lindern. Die Besitzer von Hunderttausenden von der Affäre um manipulierte Emissionstests betroffenen Diesel-Wagen mit 2,0-Liter-TDI-Motoren erhalten Einkaufsgutscheine im Wert von bis zu 1000 Dollar (rund 930 Euro), wie der Konzern am Montag bestätigte.

500 Dollar können in VW-Autohäusern eingelöst werden, der Rest ist als Prepaid-Guthaben beim Kreditkartenanbieter Visa frei verfügbar. Darüber hinaus will Volkswagen drei Jahre lang rund um die Uhr kostenlos Pannenhilfe anbieten.

Vertrauen zurück gewinnen

"Wir arbeiten unermüdlich an der Entwicklung einer zulässigen Entschädigung für die betroffenen Fahrzeuge", erklärte VW-US-Chef Michael Horn. In der Zwischenzeit solle mit den Gutscheinen ein erster Schritt gemacht werden, um das Vertrauen der Kunden wieder herzustellen.

Die Aktion gilt zunächst nur für Modelle der Kernmarke VW. Für die ebenfalls vom Skandal betroffenen Wagen der Tochter Audi soll am 13. November ein ähnliches Programm angekündigt werden. Insgesamt erstreckt sich die Affäre in den USA auf etwa 480 000 Diesel-Autos aus dem VW-Konzern mit 2,0-Liter-TDI-Motoren.
Eine VW-Sprecherin betonte auf Nachfrage, dass durch die Inanspruchnahme der Gutscheine keine Haftungsansprüche gegenüber VW aufgegeben würden. Laut US-Medien hatte der Konzern bereits im Oktober ein Programm gestartet, um Diesel-Autos, die durch den Skandal keine Abnehmer finden, von Vertragshändlern zurück zu kaufen.

Der Autobauer hatte im September nach Vorwürfen der US-Umweltbehörde EPA zugegeben, bereits seit 2009 in bestimmten Diesel-Fahrzeugen von VW und Audi Computersoftware zum Schummeln bei staatlichen Abgastests installiert zu haben. (dpa)