VW ruft europaweit 8,5 Millionen Autos zurück

Größter Rückruf der Firmengeschichte

Der Trend zum Diesel hält an.
Der Trend zum Diesel hält an. © dpa

Der Abgasskandal zwingt VW zum größten Rückruf der Firmengeschichte. Europaweit beordert der Hersteller 8,5 Millionen Diesel in die Werkstätten.

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte zwingt den VW-Konzern zum größten Rückruf in der Firmengeschichte. In den 28 Ländern der Europäischen Union holt Volkswagen rund 8,5 Millionen Diesel-Fahrzeuge in die Werkstätten, wie der Konzern am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Rund 2,4 Millionen davon entfallen auf die VW-Heimat Deutschland, berichteten die Wolfsburger. Diese Zahl hatte auch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) zuvor am Donnerstag genannt.

Weltweit elf Millionen Autos betroffen

Bisher war von weltweit insgesamt rund 11 Millionen betroffenen Dieseln die Rede gewesen, in denen die fragliche Software steckt. Unklar blieb dabei aber anfangs, ob das Manipulierungsprogramm auf allen Märkten arbeitet und ob Vorschriften dabei verletzt werden. Ungewiss war zudem, ob überall ein Rückruf die Folge sein muss. Das KBA wertet die VW-Software als "unzulässige Abschalteinrichtung". Das sehen die Behörden in den USA ähnlich, wo der Skandal begonnen hatte.

Wie VW weiter mitteilte, würde man derzeit „mit Hochdruck die im Maßnahmenplan festgelegten technischen Lösungen“ erarbeiten. „Ab Januar 2016 wird mit der Nachbesserung der Fahrzeuge begonnen – und zwar kostenlos für unsere Kunden. Die technischen Lösungen können sowohl Software- als auch Hardware-Maßnahmen sein. Diese werden momentan für jede betroffene Baureihe und jedes betroffene Modelljahr entwickelt“, schreibt VW weiter.

VW-Vorstandschef Matthias Müller schrieb am Donnerstag in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), dass die KBA-Entscheidung nun "eine Möglichkeit eröffnet, für die Europäische Union ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen in allen Mitgliedsstaaten zu erreichen". Müller sicherte den betroffenen Kunden darin Transparenz zu. VW werde "hart daran arbeiten, Vertrauen wieder herzustellen". (dpa)