Kein Partner auf Dauer

Sberbank-Beteiligung bei Opel

Kein Partner auf Dauer
Opel als Entwicklungshelfer für die russische Autoindustrie © Foto: Opel

Die russische Sberbank wird einen russischen Investor für Opel suchen. Zunächst hält das vom russischen Staat kontrollierte Unternehmen 35 Prozent der Aktien und freut sich, dass die marode russische Autoindustrie modernisiert wird.

Die vom russischen Staat kontrollierte Sberbank will nicht auf Dauer Anteile am deutschen Autobauer Opel halten. «Sberbank plant nicht, als strategischer Partner in diesem Geschäft zu bleiben», sagte Vorstandschef German Gref am Donnerstag auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg, wie die Agentur Interfax meldete. Nach der Restrukturierung komme als Investor in erster Linie ein russischer Partner in Frage. Nach Grefs Worten wollen die Sberbank und der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna 500 Millionen Euro für ihren Anteil an Opel bezahlen. Sberbank soll 35 Prozent der Aktien übernehmen, Magna 20 Prozent.

Modernisierung der russischen Autoindustrie

Der Sberbank-Anteil werde erst nach einer erfolgreichen Neuordnung wieder verkauft, sagte Gref, ohne Fristen zu nennen. Ziel sei ein «mehrere Nationen umfassender Konzern mit einem russischen Investor». Das Konzept mit Magna sehe nur einen geringen Arbeitsplatzabbau bei Opel in Deutschland vor. Andere Opel-Werke im Ausland würden hingegen deutlich stärker betroffen sein. Gref betonte erneut, dass Russland sich mit dem Opel-Engagement zu einem einmalig niedrigen Preis den Zugriff auf internationale Spitzentechnologie gesichert habe. Wichtigstes Ziel der Investition sei es, die marode russische Autoindustrie zu modernisieren.

Der Autokonzern GAZ, bei dem künftig die Opel-Modelle gefertigt werden sollen, ist laut Medienberichten mit etwa einer Milliarde Euro bei der Sberbank verschuldet. Magna und die Sberbank hatten Ende vergangener Woche den Zuschlag für Opel mit Einwilligung der Bundesregierung erhalten. Magna und Sberbank hoffen darauf, künftig pro Jahr eine Million Opel auf dem russischen Markt zu verkaufen. 2007 waren es knapp 70 000 Fahrzeuge der Marke mit dem Blitz.

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