«GM stellt sich in die Cowboy-Ecke»

Opel-Werk Antwerpen wird geschlossen

Ferdinand Dudenhöffer © Foto: dpa

Für den Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer wird die Schließung des Werkes in Antwerpen für Opel negative Auswirkungen für das Markenimage haben. Der Mutterkonzern GM sei dabei, die Sympathien zu verspielen.

General Motors ist nach Ansicht des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer dabei, die Sympathie der Kunden für die Marke Opel zu verspielen. Mit der Schließung des Werks im belgischen Antwerpen stelle sich der Konzern in Europa in die «Cowboy-Ecke», sagte der Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen am Donnerstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die von General Motors (GM) angestrebte «amerikanische Sanierung» bei Opel finde weder in der Politik noch bei Mitarbeitern und in der Öffentlichkeit Verständnis.

Opel verspielt wichtiges Gut

«Die Betroffenen werden mit den Entscheidungen konfrontiert», beschrieb Dudenhöffer den Führungsstil des neuen Opel-Chefs Nick Reilly. Opel verspiele sein wichtigstes Gut. Gerade die Markensympathie habe Opel im Jahr 2009 vor dem Schiffbruch gerettet. Die Absatzchancen der Marke mit dem Blitz beurteilte der Auto- Professor skeptisch. In diesem Jahr sei mit einem weiteren Rückgang auf dem auch insgesamt schrumpfenden Kernmarkt Westeuropa zu rechnen. Dort werde Opel/Vauxhall nach seiner Schätzung rund 950 000 Fahrzeuge verkaufen nach 1,016 Millionen im Jahr 2009.

Grund sei unter anderem der schrumpfende deutsche Markt, erläuterte Dudenhöffer. In seinem Stammland ist Opel stärker vertreten als in vielen anderen europäischen Ländern. Das wichtigste Modell Astra laufe zudem erst langsam an. 2011 sei ebenfalls kaum eine Steigerung in Sicht. Damit bleibe die dauerhafte Verlustsituation erhalten.

Hohe Restrukturierungskosten

Neben den auflaufenden Verlusten stünden hohe Restrukturierungskosten an, die er für 2010 auf 1,5 Milliarden Euro schätze, sagte Dudenhöffer. GM braucht daher für Opel in den nächsten beiden Jahren erhebliche Finanzierungsmittel. Die Chancen auf Regierungsunterstützung sänken aber wöchentlich. «Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wird die Chance gegen Null tendieren.» (dpa)