Teilkasko deckt Sturmschäden am Auto ab

Ab Windstärke acht

Sturmtief Eberhard entwurzelte auch in Sachsen Bäume, die auf die Straße fielen. © dpa

Sturm Eberhard hat am Wochenende vielerorts auch zu vielen Schäden an Autos geführt. Doch wer kommt dafür auf? Die Teilkasko-Versicherung.

Das gilt aber erst ab Windstärke acht, informiert der ADAC. Die Teilkasko tritt auch ein, wenn Autofahrer gegen einen umstürzenden Baum fahren – aber nicht, wenn der Baum bereits auf der Straße lag. Dafür sei ein Vollkasko-Schutz nötig. Schäden müssen Autobesitzer ihrer Versicherung möglichst schnell mitteilen, teilt der der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit.

Hilfreich sei, die Schäden anhand von Fotos zu dokumentieren, so ein Sprecher. Auch an die Schadenminderungspflicht ist zu denken. Dazu gehört etwa, eine zerstörte Windschutzscheibe abzudecken, damit einlaufendes Regenwasser nicht noch mehr Schäden anrichtet. In Gefahr bringen muss sich dabei allerdings niemand.


Keine Zurückstufung

Tritt die Teilkaskoversicherung ein, werden Kunden nicht in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft. Eine vereinbarte Selbstbeteiligung wird aber fällig. Bei Vollkaskoschäden stufen die Versicherer Kunden im nächsten Kalenderjahr schlechter ein, es sei denn, diese haben einen sogenannten Rabattschutz vereinbart.

Sturm Eberhard hatte am Wochenende vielerorts für Schäden gesorgt. Die Deutsche Bahn stellte deshalb am Sonntag auch den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen ein. Deshalb müssen Reisende auch an diesem Montag noch mit Beeinträchtigungen im Zugverkehr rechnen. Die Sturmschäden führen voraussichtlich bis Montagabend zu Verzögerungen im Fern- und Regionalverkehr, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. In einigen Regionen gebe es auch durch ausgefallene Züge ein erhöhtes Reiseaufkommen, dazu zähle etwa Nordrhein-Westfalen. Reisende sollten sich regelmäßig informieren, ob ihre Züge fahren, sagte ein Sprecher. Nach wie vor fallen etwa einzelne Bahnen auf der Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt aus.

Eberhard hatte Windstärke 11 bis 12

Nachdem der Zugverkehr am Sonntag in Nordrhein-Westfalen komplett gestoppt worden war, haben zahlreiche Reisende die Nacht zum Montag in Aufenthaltszügen verbracht. In einem von der Bahn bereitgestellten Zug in Köln hätten am Abend und in der Nacht bis zu 150 Reisende Platz gefunden, sagte ein Bahnsprecher am Morgen. In Dortmund seien es deutlich weniger Reisende gewesen. Ein weiterer Aufenthaltszug stand demnach in Hamm.

Sturm „Eberhard“ war am Sonntag mit Böen bis Windstärke 11 und 12 erst über NRW und Teile von Niedersachsen hinweggefegt, bevor er am Abend Thüringen und Sachsen erreichte. In Bestwig im Hochsauerlandkreis in NRW starb ein Autofahrer, als ein entwurzelter Baum während der Fahrt auf sein Auto fiel. In Chemnitz wurde ein Mann schwer verletzt, als sein Kleintransporter umgeweht wurde.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob seine Unwetterwarnungen in der Nacht zum Montag auf. Die Experten warnten lediglich noch vor orkanartigen Böen, insbesondere in Hochlagen. (AG/dpa)

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