Sommerreifen: Darauf ist beim Wechsel zu achten

Sommerreifen: Darauf ist beim Wechsel zu achten
Ein Mitarbeiter einer Autowerkstatt zieht nach einem Reifenwechsel die Radschrauben an. © dpa

Ostern steht kurz bevor. Entsprechend sollte man sich spätestens jetzt Gedanken um den Wechsel von Winter- auf Sommerreifen machen.

Bekanntlich sollten Winterreifen nur von „O bis O“, also von „Oktober bis Ostern“ gefahren werden. Doch worauf sollte man beim Reifenwechsel achten? Gibt es Dinge, die man besonders im Auge haben sollte?


Diejenigen, die die Reifen einlagern lassen, haben die Prüfung oft schon im Preis inbegriffen. Doch auch daheim gelagerte Reifen müssen unbedingt begutachtet werden. Teilweise ist das sogar schon recht einfach:

Luft verloren

Hat ein Reifen besonders viel Luft verloren, gerade im Vergleich zu den anderen? Das ist ein passendes Indiz für mögliche Schäden. Hier gilt: Den Reifen unbedingt professionell checken lassen.

Aussehen beachten

Wie sehen die Reifen aus? Zeigen sich seitlich Risse oder brüchige Stellen? Auch diese lassen auf Verschleiß und Schäden schließen. Jedes Gummi wird mit den Jahren brüchig, sodass auch noch Reifen mit einer eigentlich hervorragenden Profiltiefe nicht mehr nutzbar sein können.

Profiltiefe

Wie steht es um das Profil? Der Euro-Test, also dass eine Euromünze in das Profil gesteckt wird, gilt auch heute noch. Sollte der goldene Rand herausragen oder anderweitig sichtbar sind, so ist die Profiltiefe von 4 Millimetern unterschritten.

Alter

Hiermit ist der Zeitraum seit Herstellung gemeint, nicht das Alter des Reifens in den Händen des Autobesitzers. Seitlich auf dem Reifen ist die DOT-Nummer angebracht, die auch den Herstellungsmonat samt Jahr zeigt. Ein DOT 1904 würde bedeuten, dass der Reifen in Kalenderwoche 19 im Jahr 2004 hergestellt wurde. Als Maßgabe gilt: Reifen sollten nach spätestens zehn Jahren erneuert werden, auch wenn das Profil noch ausreicht.
Doch auch die Felge ist zu prüfen. Sind hier Schäden sichtbar, gar Grate zum Gummirand hin, könnte der Reifen innerlich beschädigt sein. Es ist nun ratsam, den Reifen einmal vom Fachmann prüfen zu lassen.

Im Zweifel neue Reifen kaufen

Neue Autoreifen sind auch in der heutigen Zeit eine massive Ausgabe. Diese lohnt sich allerdings, denn die eigene Sicherheit ist schließlich nicht in Euro zu messen. Haben die bisherigen Sommerreifen leichte Schäden, kann mitunter eine Aufbereitung infrage kommen, doch lässt diese sich nur vom Fachmann bestimmen. Ansonsten gilt:

Preise vergleichen

Online ist es heute sehr einfach möglich, die Preise von Reifen auf den Portalen der verschiedenen Anbieter zu vergleichen und entsprechende Reifen zu bestellen. Dafür empfiehlt sich zum Beispiel der Vergleich auf reifenleader.de. Vielfach ist es sogar machbar, die Reifen direkt in die Werkstatt der Wahl liefern zu lassen und sie sich dort von Reifenspezialisten montieren zu lassen.

Nebenkosten

Die meisten Autohalter möchten ihre Felgen weiterverwenden. Dies ist stets möglich, sofern die Felgen keine Defekte haben. Allerdings bedeutet der Reifenkauf nun Nebenkosten, denn die bloßen Reifen können nur in der Werkstatt auf Felgen aufgezogen werden. Kein Reifen läuft von Natur aus rund, weshalb die Werkstatt die Räder wuchten und mit entsprechenden Gewichten versehen muss.

Welche Reifen?

Im Fahrzeugbrief stehen oft verschiedene Reifengrößen. Kleinere kosten natürlich weniger, doch ist die Ersparnis nur möglich, wenn auch passende Felgen vorhanden sind. Kompletträder lohnen sich meist nur, wenn Felgen einen deutlichen Verschleiß aufweisen oder die Felgen ohnehin aus optischen Gründen gewechselt werden sollen.
Rund um den Reifenwechsel samt möglichem Reifenkauf kommen natürlich noch andere Punkte zusammen.

Was ist beim Wechsel zu beachten?

Generell gilt: Beim Reifenwechsel sollte auch das Fahrzeug selbst auf Herz und Nieren geprüft werden. Die Konzentration liegt nun auf dem Fahrgestell und insbesondere auf den Bremsen. Wie sehen diese aus?

Bremsencheck

Auch Laien können die Bremsen des Fahrzeugs in Grundzügen prüfen. Haben sich Grate am Rand der Bremsscheibe gebildet, sollte das Fahrzeug unbedingt in der Werkstatt vorgeführt werden. Dasselbe trifft auf Riefen und Rillen in der Bremsscheibe zu – sie führen zu einer verschlechterten Bremsleistung.

Farbverläufe

Haben sich Bremsscheiben bläulich gefärbt, so deutet das auf eine Überhitzung während der Fahrt durch eine klemmende Bremsscheibe hin. Auch die Bremsbeläge können diese Färbung verursachen. Rost deutet auf eine geringe Fahrzeugnutzung hin, kann aber auch bedeuten, dass die Bremsen nicht gleichmäßig greifen, sodass sie im Bremsvorgang nicht automatisch gesäubert werden.

Allgemeiner Check

Bei Reifen sollte man ab und an die Profiltiefe prüfen. Foto: ProMotor

Ist der Wagen aufgebockt und das Rad abmontiert, so lassen sich grundlegende Prüfungen aus Laiensicht durchführen. Geborstene Manschetten, Ölverschmierungen und Rost lässt sich so gut finden. Es gilt: Bei jedem Problem immer die Werkstatt aufsuchen.

Gibt es keine Probleme, so können Reifen natürlich selbst gewechselt werden. Hier ist zu beachten, dass die Schrauben immer über Kreuz gelöst und auch festgezogen werden. Das ist einfacher. Es folgt der Weg zur Tankstelle, denn die neuen Reifen müssen ordentlich aufgepumpt werden. Die Schrauben sollten nach einigen Tagen und noch einmal nach zwei Wochen überprüft und fester gezogen werden.

Auch diejenigen, die den Reifenwechsel in der Werkstatt durchführen lassen, müssen nachträglich die Luft und die Schrauben prüfen. Sollten die Reifen grundsätzlich eingelagert werden, ist es ratsam, die Mehrkosten für eine professionelle Reinigung samt Prüfung auf sich zu nehmen. Es ist oft wesentlich günstiger, zeitnah und außer der Saison neue Reifen zu kaufen oder Felgen zu ersetzen als dann, wenn praktisch jeder neue Reifen benötigt.

Reifenwechsel sinnvoll durchführen

»Einfach Sommerreifen aufziehen«. Das ist wohl der Wunsch vieler Autofahrer, doch oft müssen Autos und Räder auf den Prüfstand gestellt werden. Daheim gelagerte Räder könnten falsch gelagert worden sein, was zur brüchigen Struktur führt. Ältere Reifen mögen ihr Haltbarkeitsdatum trotz ausreichender Profiltiefe überschritten haben, während Missgeschicke beim Auffahren auf einen Bordstein mitunter die Felgen stauchen und zu Graten führen – all dies sind in der Folge massive Sicherheitsrisiken, sodass neue Reifen benötigt werden.

Doch auch das Auto darf nicht unberücksichtigt bleiben. Sind die Räder ab, so lässt sich der Bremsapparat kontrollieren. Sollten sich hier auch nur kleine Ungewissheiten bilden, so ist es immer sinnvoll, den Wagen der Werkstatt vorzustellen. Und noch etwas gilt es zu beachten: Wegen der Corona-Pandemie sollte man sich rechtzeitig einen Termin in einer Werkstatt sichern, will man nicht noch bis weit in den April mit Winterreifen unterwegs sein.

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