Keine Warnstreiks im Bochumer Opel-Werk

Normale Frühschicht

Keine Warnstreiks im Bochumer Opel-Werk
Arbeiter auf dem Weg ins Bochumer Opel-Werk. © dpa

Die Mitarbeiter des Opel-Werks in Bochum haben ihre Arbeit am Dienstag wieder normal aufgenommen. Betriebsratschef Rainer Einenkel befürchtet Konsequenzen für andere Opel-Standorte.

Die Frühschicht im Bochumer Opel-Werk hat am Dienstagmorgen ihre Arbeit nach der Hiobsbotschaft vom Montag wieder ganz normal aufgenommen. Das sagte Pressesprecher Alexander Bazio der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag.

Gefasste Opel-Mitarbeiter

Weitgehend wortlos und gesenkten Hauptes strömten Opel-Mitarbeiter im dichten Schneetreiben am frühen Morgen in die Werkstore. «Kampf bringt ja sowieso nichts mehr - das Ende ist beschlossene Sache», sagte etwa Jörg Niermann, der seit 30 Jahren bei Opel arbeitet. Schon seine Lehre habe er beim Autobauer in Bochum gemacht: «Ich habe gedacht ich gehe hier auch in Rente, aber so wird es wohl nicht mehr kommen.»

Für ihn sei die Nachricht keine Überraschung gewesen, sagte ein anderer Mitarbeiter: «Im Prinzip hat das doch jeder gewusst, nur ausgesprochen hat es niemand.» Mit Blick auf Streiks oder Protestaktionen sei die Belegschaft abwartend: «Ohne Rückhalt der Gewerkschaften wird da sowieso nichts passieren.»

2016 ist Schluss bei Opel Bochum

Nach Schließungsankündigung für die Bochumer Autofertigung hatten einige Beschäftigte Warnstreiks angekündigt. Am Montag war die Produktion für eine Betriebsversammlung unterbrochen worden. Opel-Vorstand und General-Motors-Führung hatten entschieden, dass ab 2016 keine weiteren Autos mehr in Bochum gebaut werden sollen. Der Betriebsrat kritisierte diese Entscheidung scharf.

Mit der Schließung des Werkes will das Unternehmen Überkapazitäten abbauen, um so wieder in die Gewinnspur zurückzukehren. Experten wie der Autoanalyst Stefan Bratzel Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach hatten die Schließung des Werkes als «überfälligen» Schritt bewertet. Im Zuge des langfristigen Planes «Drive 2022» will Opel bereits ab der Mitte dieser Dekade wieder profitabel agieren.

Konsequenzen für deutsche Opel-Standorte

Betriebsratschef Rainer Einenkel befürchtet auch Auswirkungen auf die anderen deutschen Standorte. «Wir sind der Meinung, wenn man das Bochumer Werk schließt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Werk auf der Schließungsliste steht», sagte Einenkel am Dienstag im ZDF-«Morgenmagazin». Er glaube, dass Bochum zuerst aus dem Weg geräumt werde, weil man dort den größten Widerstand befürchte. Wenn Opel erhalten bleiben solle, brauche man auch das Bochumer Werk.

Einenkel sagte, er sei geschockt über die «Art und Weise, wie man mit diesen Menschen umgeht.» Der Bochumer Betriebsratschef kündigte an, sich nicht mit dem Aus für das Werk abzufinden und bis 2016 für seinen Erhalt zu kämpfen. «Das sind wir auch den Menschen schuldig und das sind wir dieser Region schuldig.» (AG/dpa)

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