Lkw-Bauer MAN profitiert noch von hoher Nachfrage

Gutes drittes Quartal erwartet

Der Lkw-Bauer MAN stoppt vorerst seine Produktion in Russland. © MAN

Die Geschäfte in der Lkw-Branche laufen derzeit noch gut. Am 2. November wird MAN seine Zahlen für das dritte Quartal verkünden. Analysten erwarten nochmal ein Wachstum bei allen wichtigen Kennziffern.

Wie lange noch? Das ist die bange Frage, die sich die Autoindustrie derzeit stellt. Wie lange halten die glänzenden Verkaufszahlen noch an, die Meldungen von prall gefüllten Auftragsbüchern und einer maximalen Auslastung der Werke? Teile der Nutzfahrzeugbranche haben die Frage schon beantwortet: Die Nachfrage ginge zurück, verkündete die VW-Tochter Scania schon vor einigen Wochen. Um neuerlichen Hofbeständen vorzubeugen, senken die Schweden ab November die europäische Produktion. Das Management von MAN hatte sich dagegen zuletzt noch verhalten zuversichtlich gezeigt. Am 2. November dürfte sich Georg Pachta-Reyhofen, der Chef des Münchner Dax-Konzerns, nicht nur zum abgelaufenen dritten Quartal äußern, sondern auch seine Sicht auf die internationalen Märkte preisgeben.

Analysten erwarten von MAN ein gutes drittes Quartal

Die Analysten erwarten im Schnitt noch einmal ein gutes drittes Quartal mit Wachstum bei allen relevanten Kennziffern. So dürften die Erlöse um 10 Prozent auf 4,12 Milliarden Euro zugelegt haben. Der operative Gewinn stieg der Konsensschätzung zufolge überproportional auf 368 Millionen Euro, nach 324 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich erwarten die Experten 218 Millionen Euro. Beim Ergebnis je Aktie werden 1,65 Euro gesehen.

Trotz erster Anzeichen für einen Abschwung, die Analyst Jochen Gehrke von der Deutschen Bank ausmacht, dürfte das Management die Prognose für das Gesamtjahr bestätigen. Pachta-Reyhofen hat einen Anstieg der Erlöse um 10 bis 15 Prozent in Aussicht gestellt, ausgehend von 14,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Umsatzrendite soll bei mehr als 8,5 Prozent herauskommen. Für das Geschäft mit den Lastwagen und Bussen erwartet MAN eine Umsatzsteigerung von 15 bis 20 Prozent bei einer Marge von mindestens 7,5 Prozent. Das in der Sparte Power Engineering gebündelte Motorengeschäft gilt traditionell als profitabler.

Das MAN-Management hatte zuletzt für das nächste Jahr weitere Wachstumschancen ausgemacht und zwar sowohl in Europa als auch in den dynamischen Schwellenländern Indien und Russland. Das Brasiliengeschäft dürfte in den ersten Monaten 2012 durch die Einführung strengerer Abgasgesetze beeinflusst werden. Generell sieht das MAN-Management gerade dort aber in den nächsten Jahren weiterhin ein hohes Steigerungspotenzial, unter anderem im Vorgriff auf die Großereignisse Fußballweltmeisterschaft 2014 und Olympische Sommerspiele 2016. Wegen der geplanten Erhöhung der Einfuhrzölle soll auch die brasilianische Produktion sukzessive weiter ausgebaut werden. (dpa)