Luca: Elektroauto aus Plastikmüll

Mit Batterie soll der Zweisitzer Luca lediglich 420 Kilogramm auf die Waage bringen- © TU Eindhoven

Elektroautos sollen für Nachhaltigkeit sorgen. Wie so etwas mit konsequenter Denkart funktionieren kann, zeigen die Studenten der TU Eindhoven mit dem Luca.

Wie sich der Anteil der schädlichen Klimagase in der Produktion vermeiden lässt, erforscht derzeit das Ecomotive-Team der TU Eindhoven. Die Gruppe von  20 Forscherinnen und Forscher hat deshalb mit dem Luca ein erstes Recycling-Elektroauto auf die Räder gestellt. In nahe Zukunft soll es auch eine Straßenzulassung erhalten.


Demonstrieren wollen die Studenten mit dem Fahrzeug, dass sich große Teile der Fahrzeugstruktur aus umweltschonenden Abfallprodukten fertigen lassen, was unter anderem auch für deutlich weniger Klimagas sorgt.

Plastikmüll Grundlage für Verbundstoff

Zum Bau des Zweisitzer-Coupés Luca wurden unter anderem Recycle-Alu sowie einem Wiederverwertungskreislauf zurückgeführter Plastikmüll genutzt. Letzterer dient auch als Grundlage für einen speziellen Verbundwerkstoff mit Flachs, der für die Chassis-Struktur verwendet wurde.

Für die Karosserieteile wurde das neuartige, biobasierte Material UBQ eingesetzt, welches aus Papier sowie Plastikmüll und organischem Abfallmaterial besteht. Textilien im Innenraum wie etwa die Sitzbezüge wurden aus Kokosfasern und Pferdehaar hergestellt. Zudem sind die Karosserieteile nicht lackiert, sondern foliert, was ein erneutes Recycling erleichtert, da sich diese Folien rückstandslos entfernen lassen.

Luca wiegt 420 Kilogramm

Der Luca wird aus Reyclingmaterialien gebaut. Foto: TU Eindhoven

Die Materialien wie auch das Antriebssystem des Luca sind vergleichsweise leicht ausgelegt. Ohne Akku wiegt er lediglich 360 Kilogramm. Mit 60 Kilo ist zugleich die Batterie vergleichsweise leicht. Dennoch soll der Stromspeicher über 200 Kilometer Reichweite erlauben.

Die Batterie ist zudem herausnehmbar, was einen schnellen Tausch eines leeren gegen einen vollen oder eines alten gegen einen neuen Akku erlaubt. Für Vortrieb sorgen zwei kompakte, je 20 PS starke Radnabenmotoren, die eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h ermöglichen. (SP-X)

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