Klimaziele: 20 Millionen Pkw weniger bis 2030 nötig

Studie von Greenpeac

Die Autoindustrie muss sich auf strengere CO2-Grenzwerte einstellen. © dpa

Zur Erreichung der Klimaziele im Verkehr müsste bis 2030 die Zahl der Pkws mit Benzin- oder Dieselmotor um 20 Millionen sinken. Das geht aus einer Studie von Greenpeace hervor.

Eine derartige Reduzierung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sei erforderlich, damit der CO2-Ausstoß wie geplant bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 sinkt. Dies zeigt eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Der CO2-Ausstoß ist seit 1990 statt zu sinken leicht gestiegen.


„Für wirksamen Klimaschutz im Verkehr müssen sehr schnell saubere Alternativen her, damit Diesel oder Benziner von der Straße verschwinden können“, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup. „Verkehrsminister Scheuer träumt davon, dass Digitalisierung und künstliche Kraftstoffe sein Klimaproblem lösen. Statt auf Scheinlösungen zu hoffen, müsste Scheuer den Herstellern und Käufern schon heute mit einer E-Auto-Quote oder einem Ausstiegsdatum signalisieren, dass der Verbrennungsmotor ein Auslaufmodell ist.“

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Die Greenpeace-Studie unterstreicht nun den Handlungsdruck: Wollen die Autokonzerne ihre derzeitigen Marktanteile retten, müsste etwa der VW-Konzern bis 2030 sieben Millionen E-Autos in Deutschland verkaufen. Daimler müsste in den kommenden elf Jahren mindestens 2,2 Millionen emissionsfreie Autos auf die Straße bringen, BMW immerhin knapp 1,6 Millionen. Gerade erst hatte der VW-Konzern seine Ziele beim Bau von Elektroautos nach oben korrigiert.

So plant der Konzern in den kommenden zehn Jahren 22 statt bislang 15 Millionen E-Autos für den Weltmarkt zu produzieren. Zugleich hatte sich VW-Chef Herbert Diess gegen ein Ende der Technologieoffenheit ausgesprochen und sich für die E-Mobilität als Leittechnologie ausgesprochen. Das traf indes auf Unmut bei BMW und Daimler. Nach einem Spitzentreffen in dieser Woche hatten sich die Chefs der drei Hersteller darauf verständigt, als „Gebot der Stunde“ auf die E-Mobilität und Hybride zu setzen. VW hält indes bisher an seiner Strategie mit dem Fokus auf die E-Mobilität fest.

13 Milliarden Euro Klimaschäden pro Jahr

Die Autoren der Studie schätzen die durch den CO2-Ausstoß entstehenden Schäden pro Jahr auf 13 Milliarden Euro. Dafür legte die Studie den in der Wissenschaft üblichen Schadenssatz von 180 Euro pro Tonne CO2 an. Daraus ergäbe sich laut den Wissenschaftlern für die gut 16 Millionen Autos des VW-Konzerns auf deutschen Straßen Klimaschäden in Höhe von 6 Milliarden Euro.

Nach den Erhebungen der Studie würden 35 Millionen der 46 Millionen Pkw in Deutschland von den Konzernen Volkswagen, PSA (Peugeot, Citroën, Opel), Daimler, BMW und Ford kommen. Sie stoßen gemeinsam pro Jahr mehr als 72 Millionen Tonnen CO2 aus. Autos von PSA verursachen Schäden von zwei Milliarden Euro. Autos von Daimler-Fahrzeuge folgen mit knapp zwei Milliarden Euro, bei BMW seien es knapp 1,4 Milliarden Euro.

1 Kommentar

  1. Aha…also das Auto ist demnach zu 100 % an allem schuld…dann fliegen wir halt mehr, dann lösen wir das Problem, Prognose Verdoppelung der Passagierzahlen von derzeit 4 Mrd auf 8 pro Jahr. Ich höhre von den Grünen nie! etwas zu diesem Thema, warum??…grüne Logik und alle lassen es sich einreden…natürlich brauchen wir Alternativen, wie wäre es mit Natural Gas, synthetischen Treibstoffen und Batterie aber nur dort wo es sinnvoll ist, Batteriebusse die mit Dieselheizung fahren, das ist bescheuert! Das muss doch jedem einleuchten. Batterie ist nicht die Lösung! Das wird sich bald herausstellen….

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