SPD-Chef: GM spielt Beschäftigte gegeneinander aus

Nach Verlagerung der Astra-Produktion

SPD-Chef Sigmar Gabriel.
SPD-Chef Sigmar Gabriel. © dpa

Sigmar Gabriel hat nach dem Aus für die Astra-Produktion im Opel-Stammwerk Kritik an GM geübt. Der Mutterkonzern spiele die Beschäftigten gegeneinander aus, sagte der SPD-Chef.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) eine falsche Strategie vorgeworfen. "Es ist schlimm, wie das GM-Management versucht, die Beschäftigten an den europäischen Standorten gegeneinander auszuspielen", sagte Gabriel den Zeitungen der WAZ Mediengruppe.

Gabriel: GM hat kein Kosten- sondern Strategieproblem

GM habe kein Kosten- sondern ein Strategieproblem. "Trotzdem haben die Beschäftigten in allen Fabriken in der Vergangenheit immer wieder große Opfer gebracht, ohne die es Opel gar nicht mehr geben würde", sagte Gabriel. Er warnte GM davor, die Marke, das Unternehmen, die Jobs und die Standorte zu gefährden. GM hatte beschlossen, den Astra ab 2015 nicht mehr in Deutschland zu bauen.

Ähnlich wie Gabriel äußerte sich auch NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD). Er warnte ebenso davor, die einzelnen Opel-Standorte gegeneinander auszuspielen. Dies schade letztlich dem Opel-Standort Deutschland insgesamt, sagte Voigtsberger am Freitag in Düsseldorf. Er forderte den Konzern nach der angekündigten Verlagerung der Astra-Produktion nach England und Polen auf, ein klares Bekenntnis zu den deutschen Standorten abzugeben.

«Die Entscheidung, den Astra zukünftig in Polen und England zu bauen, ist ein schwerer Schlag für die Beschäftigten der deutschen Opel-Standorte», so der Minister. Der US-Mutterkonzern General Motors müsse nun seine angekündigte Modelloffensive auch in Deutschland in Taten umsetzen und weitere Modelle an die deutschen Opel-Standorte bringen. So böten die deutschen Standorte «ideale Voraussetzungen», um auch andere Modelle des GM-Konzerns, etwa Chevrolet-Fahrzeuge, herzustellen.

In den vergangenen Jahren habe auch Opel Bochum entscheidend zur Sanierung von General Motors beigetragen. «Opel-Bochum hat aktuell die beste Auslastung aller deutschen Standorte», sagte Voigtsberger. Der Standort sei technologisch gut und flexibel aufgestellt. GM müsse nun diese Potenziale und Chancen nutzen. (AG/dpa)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.