Ford reduziert Verluste in Europa

Sparmaßnahmen und Werksschließungen

Alan Mulally bleibt weitere zwei Jahre Ford-Chef.
Ford-Chef Alan Mulally © dpa

Ford kommt in Europa langsam wieder auf Kurs. Die weltweite eigenständige Sanierung hat auch dazu geführt, dass Ford-Chef Alan Mulally bei einem anderen Unternehmen sehr begehrt ist.

Der US-Autobauer Ford kommt im schwierigen Europageschäft voran. Im dritten Quartal stiegen die Verkäufe auf dem wichtigen Markt wieder leicht, zudem machten sich die eigenen Sparmaßnahmen bemerkbar. «Wir haben unsere Verluste in Europa deutlich reduziert», berichtete Finanzchef Bob Shanks am Donnerstag. Der Kurs der Ford-Aktie stieg vorbörslich um vier Prozent.

Fords Europa-Geschäft erholt sich schneller als erwartet

Weil die Verkäufe infolge der Euro-Schuldenkrise eingebrochen waren, hatte sich Ford zur Schließung dreier Werke in Großbritannien und Belgien entschlossen, was insgesamt 6200 Jobs kostet. So sollen Überkapazitäten abgebaut und die Produktionskosten gesenkt werden.

Ford verkaufte in Europa im abgelaufenen Quartal 310.000 Autos und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Wagen laufen unter anderem in Köln und Saarlouis vom Band. Der Vorsteuer-Verlust halbierte sich auf 228 Millionen Dollar (165 Millionen Euro). Damit erholt sich das Geschäft in der Region schneller als gedacht: Ford erwartet nun, dass der Verlust im Gesamtjahr niedriger ausfällt als noch 2012.

Ford feiert starkes Jahr 2013

Weltweit verdient Ford dagegen gutes Geld und will im Gesamtjahr seinen Gewinn vor Steuern sogar steigern. «Wir sind 2013 auf Kurs für ein weiteres starkes Jahr», sagte Konzernchef Alan Mulally am Hauptsitz in Dearborn. Auftrieb gibt dem Unternehmen das boomende Geschäft in Nordamerika, wo vor allem Pick-up-Trucks und Geländewagen beliebt sind. Diese werfen mehr Geld ab als Kompakt- und Kleinwagen.

Im vergangenen Vierteljahr stieg der gesamte Konzernumsatz so um 12 Prozent auf 36,0 Milliarden Dollar. Dazu trugen auch bessere Verkäufe in Asien und Lateinamerika bei. Unterm Strich musste Ford jedoch einen Gewinnrückgang um 22 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar hinnehmen. Grund waren zum einen die Kosten für die Werksschließungen in Europa, zum anderen Pensionszahlungen in den USA.

Ford-Chef Mulally heißer Anwärter bei Microsoft

Ford war in der Wirtschaftskrise der einzige der drei großen US-Autobauer, der sich aus eigener Kraft über Wasser halten konnte. Dagegen mussten GM und Chrysler vom Staat gerettet werden. Bei Ford hatte der ehemalige Boeing-Manager Mulally rechtzeitig die Kosten gedrückt und die Modellpalette modernisiert. Angesichts dieser Verdienste gilt Mulally als einer der heißesten Anwärter auf den Chefposten beim Software-Riesen Microsoft, wo Steve Ballmer aufhört.